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Feed Titel: Transition News


Die Verlockung des Geldes: Für jeden intubierten Corona-Patienten erhielten deutsche Kliniken bis zu 30.000 Euro

In einem interessanten Artikel hat der Nordkurier kürzlich skandalöse Vorgänge aufgedeckt, die während der vermeintlichen «Corona-Pandemie» in deutschen Krankenhäusern vor sich gingen. So berichtete die Tageszeitung über Dr. Thomas Voshaar, einen langjährigen Chefarzt aus Moers, der beim 65. Politikgespräch der Reihe «Malchower Format» in der Uckermark darüber informierte, wie das von der WHO forcierte Behandlungsprotokoll bei Corona-Erkrankungen in deutschen Kliniken durchgedrückt wurde.

Die WHO hatte damals, entgegen den bisherigen Standards bei Infektionen, die Anweisung erteilt, strategisch früh mit dem Intubieren zu beginnen. Diese Vorgehensweise war von kritischen Ärzten und Wissenschaftlern umgehend als kontraproduktiv und gefährlich eingestuft worden, doch verantwortliche Politiker und deren handverlesene Wissenschaftler hatten diese Behandlungsmethoden weiterhin forciert. Ganz nebenbei wurde alles getan, um Kritiker unter Druck zu setzen und mundtot zu machen.

Auch der mittlerweile pensionierte Voshaar erklärte diesbezüglich, dass er beruflich «kurz vor der Lynchjustiz» gestanden und so manches Mal auf dem Heimweg gebetet habe, dass seine Patienten nicht sterben mögen. Denn seine Abteilung hatte sich der WHO-Weisung verweigert. Auch stellte er klar, warum seine Kollegen in anderen Krankenhäusern sich willig dem WHO-Behandlungsprotokoll unterwarfen. Der Mediziner erklärte:

«Während wir, die den ‹Moerser Weg› des So-spät-wie-möglich-Intubierens gingen, 3000 bis 4000 Euro pro Person bekamen, rechneten andere Kliniken bis zu 30.000 Euro pro Patient ab. Es gab Fehlanreize. Diese Kritik muss sich das Gesundheitssystem gefallen lassen. Die Verlockung des Geldes war ein starker Triggerfaktor, das ist bis heute so.»

Voshaar erwähnte in diesem Zusammenhang auch, dass in anderen Kliniken die Sterblichkeit bei den intubierten Corona-Patienten damals schlagartig gestiegen sei: «in New York auf 90 Prozent, in Großbritannien lag sie bei 80 Prozent, in Deutschland bei 70 Prozent». Trotzdem hätten die Kliniken weltweit fast kritiklos weitergemacht.

«Man hätte Lehren ziehen müssen», betonte der Mediziner in dem Gespräch. Doch er erkenne leider keine große Bereitschaft in der Politik und innerhalb der Ärzteschaft, das damalige Geschehen und vor allem die Behandlungsmethoden kritisch zu beleuchten.

Was Voshaar Ende Februar über die WHO-Behandlungsprotokolle preisgab, ist keine Neuigkeit. Stattdessen bestätigen seine Aussagen ein System, das Maßnahmen-Kritiker schon zu Beginn der «Pandemie» aufgedeckt haben. So hatte zum Beispiel die Wissenschaftlerin Judy Mikovits im Jahr 2020 darüber berichtet, dass Ärzte und Krankenhäuser in den USA mit großzügigen Zahlungen bedacht wurden, wenn sie sich an die WHO-Vorgaben hielten.

Im YouTube-Video «The Hidden Agenda» hatte sie berichtet, dass Mediziner und Gesundheitseinrichtungen für jeden Toten, der mittels eines betrügerischen Tests auf der Covid-19-Liste gelandet war, 13.000 Dollar erhielten; für jeden Patienten, der an die Beatmungsmaschine angeschlossen wurde, flossen 31.000 Dollar.

Zudem hatte Mikovits angeprangert, dass viele Patienten aufgrund der Behandlung mit verkehrten Medikamenten, die per Covid-Protokoll vorgeschrieben wurden, gestorben seien. Mit dieser Meinung stand Mikovits damals nicht allein, viele andere kritische Ärzte und Wissenschaftler auf der Welt hatten ebenfalls auf diese Gefahr hingewiesen.

Finanzielle Anreize spielten während der «Pandemie» jedenfalls eine entscheidende Rolle, um im Gesundheitswesen für Gehorsam zu sorgen. Im August 2025 kam zum Beispiel ans Licht, dass US-Krankenhäuser Bonuszahlungen für hohe Covid-Impfquoten ihres Personals erhielten.

Diese von der Biden-Regierung erlassene Bestimmung wurde damals vom neuen US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. aufgehoben. Und die Illinois Review hatte in diesem Zusammenhang in einem Meinungsartikel getitelt: «Sie wurden dafür bezahlt, uns zu töten – Krankenhäuser, Covid und die schmutzigen Geldgeschäfte in Illinois».

Schweiz rückt sicherheitspolitisch näher an die EU – Kritik wegen Neutralitätsrisiken

Mit zwei neuen Vereinbarungen zur Außen- und Sicherheitspolitik intensivieren die Schweiz und die Europäische Union ihre Zusammenarbeit. Außenminister Ignazio Cassis und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas unterzeichneten die Abkommen am Donnerstagabend in Zürich. Während die Regierung von einem Ausbau der Partnerschaft spricht, kann man darin auch einen weiteren Schritt in Richtung politischer Abhängigkeit von Brüssel sehen.

Kernstück der Vereinbarungen ist ein ständiger politischer Dialog auf hoher Ebene. Künftig soll sich der Schweizer Außen- und Verteidigungsminister regelmäßig mit der EU-Außenbeauftragten austauschen, um strategische Fragen der internationalen Politik zu besprechen. Während theoretisch dagegen nichts einzuwenden ist, besteht die Gefahr, dass ein solcher institutionalisierter Austausch den politischen Handlungsspielraum der Schweiz langfristig einschränken könnte.

Zudem wurde ein technisches Abkommen unterzeichnet, das eine Beteiligung der Schweiz an zivilen und militärischen Friedensmissionen der EU erleichtern soll, etwa auf dem Balkan. Zwar betont Bundesrat Cassis, dass Bern weiterhin in jedem Einzelfall über eine Teilnahme entscheiden werde. Dennoch könnte es sich um eine schleichende Annäherung an sicherheitspolitische Strukturen der EU handeln.

Besonders sensibel ist dabei die Frage der Neutralität. EU-Chefdiplomatin Kallas erklärte, diese stelle für die neuen Abkommen kein Hindernis dar. Dass dieser Punkt ausgerechnet von der EU-Seite betont wurde, sorgt jedoch für Irritationen: Kritiker fragen sich, ob die Schweiz ihre traditionelle außenpolitische Zurückhaltung zunehmend aufweicht.

Die Vereinbarungen folgen kurz nach der Unterzeichnung der sogenannten Bilateralen III durch Bundespräsident Guy Parmelin in Brüssel. Damit rücken Bern und die EU nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch enger zusammen. Man kann darin auch eine Entwicklung sehen, die die Schweiz stärker in europäische Strukturen einbindet – ohne formelle Mitgliedschaft, aber mit wachsender Abhängigkeit.

Auch eine intensivere Zusammenarbeit im Rüstungsbereich steht im Raum. Diskutiert wird eine engere Kooperation mit der EU bei Forschung, Entwicklung und Beschaffung von militärischem Material. Eine solche Vernetzung könnte die sicherheitspolitische Eigenständigkeit der Schweiz weiter unter Druck setzen.

Epstein behauptete, Karriere eines Forschers der kalten Fusion beendet zu haben

Aus den Epstein-Files geht hervor, dass der Sexualstraftäter nach eigenen Angaben persönlich dafür verantwortlich war, dass Stanley Pons' Forschung zur Kalten Fusion beendet wurde. Er beschreibt den konkreten politischen Mechanismus, den er dafür eingesetzt hat. Darüber berichtet Sayer Ji, der Gründer des Portals für alternative Medizin GreenMedInfo, auf seinem Substack.

1989 hatte Stanley Pons zusammen mit Martin Fleischmann bekanntgegeben, dass sie die Kernfusion bei Raumtemperatur erreicht hätten – die Kalte Fusion. Die Behauptung erregte weltweite Aufmerksamkeit und weckte Erwartungen an eine potenziell unbegrenzte Quelle sauberer Energie.

Die E-Mails, auf die Ji verweist, wurden zwischen Epstein und dem Wahrnehmungswissenschaftler Al Seckel zwischen dem 1. und 14. Oktober 2009 ausgetauscht, etwa ein Jahr nach Epsteins Schuldbekenntnis in Florida im Jahr 2008. In einer Nachricht schrieb Epstein:

«Was die kalte Fusion betrifft: Ich habe Pons vor Jahren erledigt.» («i killed pons years ago»)

Seckel fragte, was er damit meine, und bat um weitere Details zu Epsteins Beziehung zu dem Wissenschaftler und der Kontroverse um die Kalte Fusion. Epstein antwortete, dass die ursprüngliche Finanzierung der Forschung zur Kalten Fusion durch den Senat vom Kongress gekommen sei, und dass er sich dagegen ausgesprochen habe. Er habe an Diskussionen mit Senator Wayne Owens aus Utah teilgenommen und sich im Zusammenhang mit diesem Thema mit dem Oberhaupt der Mormonenkirche getroffen. Epstein behauptet also, er habe durch politische Kanäle und nicht durch wissenschaftliche Debatten dazu beigetragen, Pons' Forschung zu beenden.

Ji zufolge belegen die Dokumente nicht, dass Epsteins Behauptung wahr ist. Möglicherweise habe er seine Rolle übertrieben dargestellt. Die Behauptung werde durch die Unterlagen der Bundesbehörden nicht bestätigt und müsse anhand der Kongressunterlagen unabhängig überprüft werden.

Interessant ist auch, dass in Epsteins Korrespondenznetzwerk 2009 Argumente kursierten, dass demokratisierte Gesundheitsinformationen und unabhängige Verlage gefährlich seien, und dass institutionelle Filter den öffentlichen Diskurs kontrollieren sollten. Ji weist darauf hin, dass ähnliche Ideen später während der «Covid-Pandemie» auftauchten, wie zum Beispiel in Initiativen des Institute for Strategic Dialogue und des Center for Countering Digital Hate.

So bezeichnete ein Bericht des Institute for Strategic Dialogue aus dem Jahr 2020, der von der Bill & Melinda Gates Foundation und den Open Society Foundations finanziert wurde, bestimmte Diskussionen über die finanziellen Interessen von Philanthropen während der Pandemie als «rechtsextrem». Ji kommentiert:

«Dies ist kein Beweis dafür, dass Seckel mit seinen E-Mails aus dem Jahr 2009 diese späteren Operationen verursacht oder angeordnet hat. Es ist ein Beweis dafür, dass das Argument – dass demokratisierte Gesundheitsinformationen gefährlich sind, dass unabhängige Verlage eine Bedrohung darstellen und dass institutionelle Filter wieder eingeführt werden müssen, um den öffentlichen Diskurs zu kontrollieren – in Epsteins Netzwerk nach seiner Verurteilung unter Personen mit direktem Zugang zur Führung von CNN und zu den Investitionsentscheidungen der mächtigsten Unternehmen des Silicon Valley kursierte, Jahre bevor es auf institutioneller Ebene eingesetzt wurde.»

***

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Ex-US-Offizier Daniel Davis: «Die USA können den Krieg gegen den Iran nicht gewinnen»

Der neue Krieg der USA gemeinsam mit Israel gegen den Iran beruhe auf einer «erheblichen Fehleinschätzung», die schon vorher offensichtlich gewesen sei. Das erklärte der ehemalige US-Oberstleutnant Daniel Davis in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Gespräch mit dem norwegischen Politikwissenschaftler Glenn Diesen.

Er habe angesichts des militärischen Aufmarsches der USA in der Region in den letzten Wochen mit dem Überfall auf den Iran trotz der laufenden Verhandlungen gerechnet. Auch das weitreichende Entgegenkommen des Irans kurz vor dem Angriff habe nichts genutzt. Als der dann am 28. Februar erfolgte, «wurde damit sehr deutlich, dass es nie um Verhandlungen ging», so Davis gegenüber Diesen.

Für den Ex-Militär ist klar, «dass dies ein Krieg ist, den man nicht gewinnen kann. Man setzt sich unerreichbare militärische Ziele.» Die iranische Führung habe zuvor berechnet, «dass ein Krieg mit den USA weniger riskant sei als sich den USA zu unterwerfen». Das habe selbst die US-Zeitung New York Times berichtet.

Die iranische Führung habe das Land auf den Krieg vorbereitet und könne in der Lage sein, diesen «über einen längeren Zeitraum hinweg zu überstehen». Wenn Teheran nicht kapituliere, stünden die USA und Israel «in echten Schwierigkeiten».

Davis schätzte ein, dass der ermordete Oberste Führer Irans, Ali Khameini, sich bereitwillig geopfert habe, «um als Märtyrer zu dienen». Durch den gezielten Mord an ihm sei die Unterstützung für den Iran im Land selbst und in der gesamten schiitischen Welt gestärkt worden, was die sich ausweitenden Proteste in muslimischen Ländern bestätigten.

Die Entscheidung zum Angriff auf den Iran und die Ermordung seiner Führungspersonen sei ein «schwerwiegender Fehler» und eine große Fehleinschätzung, weil vorher bekannt gewesen sei, welche Folgen das haben würde. Der Ex-Offizier sieht als Problem, dass US-Präsident Trump sein eigenes Denken auf sein Gegenüber projiziert:

«Ja, wenn ich hereinkäme und jemand aus einer stärkeren Position hereinkäme, würde er einfach anfangen, mich zu bombardieren und einige Leute zu töten, und ich würde aufgeben.»

Trump habe nach dem Vorgehen gegen Venezuela eine entsprechende Reaktion der iranischen Führung erwartet, «ohne die radikalen und tiefgreifenden Unterschiede zwischen Venezuela und dem schiitischen Iran zu erkennen». Davis gestand ein, davon überrascht zu sein, dass der Iran sich von Beginn an massiv verteidigt und, wie vorher angekündigt, zurückschlägt, auch auf Nachbarländer mit US-Basen. Die Botschaft aus Teheran sei:

«Hey Leute, wir leiden unter den USA. Seit 2010 leiden wir unter Israel und seit 2019 unter den Morden durch die USA. Wir wurden gnadenlos angegriffen und ihr schützt sie. Ihr errichtet dort diese Stützpunkte und sie nutzen das gegen uns. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch ihr etwas Schmerz spürt.»

Für den Iran handele es sich um eine existenzielle Krise, die er aber für durchstehbar halte, um am Ende bei Verhandlungen die eigenen Bedingungen durchsetzen zu können. Davis sieht die USA nicht in der Lage, einen langanhaltenden Zermürbungskrieg durchzustehen. Die US-Führung habe einen Fehler gemacht, als sie verkündete, sie werde in wenigen Wochen siegen.

Er rechnet damit, dass mit anhaltender Kriegsdauer und der steigenden Opferzahl auf der eigenen Seite die Menschen in den USA und Israel die eigenen Führungen kritisieren. Dann werde es «einen unglaublichen politischen Druck auf Jerusalem und Washington geben, nach einer Lösung zu suchen». Das sei das Ziel Teherans, schätzte der Ex-Offizier ein.

Die «Kriegslüsternen und Kriegstreiber», die Trump zum Angriff gedrängt hätten, würden diesen dann dafür verantwortlich machen, dass der erhoffte Sieg ausblieb. Der Angriff habe nicht zum erhofften Sturz der politischen Führung des Irans geführt, sondern das Land eher wieder zusammengeführt. Selbst die Kritiker der Mullahs seien wütend auf Israel und wollten nicht den Schah-Sohn Reza Pahlavi als neuen Führer des Landes.

Diejenigen Politiker in den USA wie Lindsey Graham, die einen entsprechenden Regimewechsel anstrebten, würden «völlig falsch» liegen. Die Menschen im Iran würden sich jetzt nicht gegen ihr eigenes Land wenden «und sich nicht dem anschließen, was sie seit 47 Jahren als den kleinen Satan oder in unserem Fall als den großen Satan bezeichnen», so der Ex-US-Offizier. Den Iranern sei die Verlogenheit der US-Versprechen klar:

«Wir wissen also, dass es hier nicht um uns geht. Und dann werdet ihr nichts für uns tun, sobald ihr bekommen habt, was ihr wollt, nämlich den Sturz dieses Regimes.»

Zu den inzwischen gemeldeten toten und verwundeten US-Soldaten in diesem Krieg sagte Davis, dass die bisher niedrigen Zahlen nach seinen Informationen nicht stimmen und zu niedrig seien. Aus seiner Sicht entscheiden neben der Willenskraft auf beiden Seiten die Quantität über den Krieg.

Das gilt demnach nicht nur für die Zahl der Raketen, sondern auch für die der Opfer, was bei den USA der entscheidende Druckpunkt sei. Deshalb greife der Iran US-amerikanische Ziele an, die hohe Opferzahlen hervorbringen. Bei den Schlägen gegen Israel gehe es vor allem gegen dessen militärisches und Geheimdienst-Potenzial, um die Zahl der iranischen Opfer zu vermindern. Der Ex-Oberstleutnant befürchtet, dass die Eskalation noch zunehmen wird.

Ein Tor zur Hölle

In der westlichen Welt finden sich heute erschreckend viele Politiker und Medien, die den militärischen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf die Islamische Republik Iran rechtfertigen oder sogar begrüßen. Getragen von jener uns so vertrauten Selbstgerechtigkeit glauben viele, die USA stünden hier erneut für das Gute im Kampf gegen das Böse.

Gerade deshalb wäre es dringend notwendig, innezuhalten und nachzudenken. Denn mit diesem Krieg begehen die USA und Israel ein Verbrechen von gewaltigem Ausmaß – nicht nur am Iran, sondern letztlich auch an sich selbst und an uns allen. Dieser Krieg könnte ein Tor zur Hölle aufgestoßen haben, an dessen Ende der Westen als Verlierer dasteht.

Dieser Krieg dürfte lange und blutig werden

Vieles mahnt an den Beginn des Irakkriegs 2003. Auch damals war ein amerikanischer Präsident geradezu besessen von der Idee, den Irak von seinem Diktator zu «befreien». Auch damals behauptete George W. Bush, das Regime verfüge über Massenvernichtungswaffen, vor denen die Welt geschützt werden müsse. Und ein sich andienender britischer Premierminister Tony Blair erklärte sogar, Saddam Hussein könne London innerhalb von 15 Minuten angreifen. Nichts davon stimmte.

Der Krieg sollte rasch beendet sein; bereits einen Monat später verkündete Bush: «mission accomplished». Doch auch das erwies sich als Illusion. Der Irak versank in einem brutalen Bürgerkrieg und auf den Trümmern des Landes entstand eine der gefährlichsten Terrororganisationen unserer Zeit: der sogenannte Islamische Staat.

Viele der Iraker, die angeblich «befreit» werden sollten, zahlten mit ihrem Leben und mit der Zerstörung ihres Landes. Schätzungen sprechen von bis zu einer Million Toten, manche sogar von zwei oder drei Millionen. Die Folgen dieses Krieges lasten noch heute, 23 Jahre später, schwer auf dem Irak.

An all das sollten wir uns erinnern, denn vieles scheint sich nun zu wiederholen. Die USA und Israel führen heute Krieg gegen den Iran und begründen dies mit angeblichen Atomwaffen – wohlwissend, dass der Iran keine Atombomben besitzt und auch keine baut. Wieder heißt es, die Iraner müssten «befreit» werden, wieder soll alles schnell gehen.

Doch im Iran könnten die Folgen der Invasion noch verheerender werden als im Irak. Die Bevölkerung ist doppelt so groß, hoch gebildet, und trotz interner Spannungen ist das Land organisatorisch stabiler. Es verfügt über ein stärkeres Militär, und sein politisches System bricht nicht durch die Eliminierung einzelner Führungspersonen zusammen.

Zudem ist Iran heute Mitglied der BRICS und wird – wenn auch nicht offen – von Russland und China unterstützt. Während die Bush-Regierung zumindest den Anspruch erhob, den Irak politisch und wirtschaftlich wiederaufzubauen, zielen die Maßnahmen der USA und Israels heute ausschließlich auf Zerstörung aus der Luft. Das wird die Lage mit Sicherheit nicht verbessern.

Könnten die USA und Israel auch diesen Krieg verlieren?

Entgegen den Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump dürfte dieser Konflikt kaum rasch beendet sein. Vielmehr spricht vieles dafür, dass uns ein langer, äußerst blutiger und verlustreicher Krieg bevorsteht – ein Krieg, den die USA und Israel sowohl militärisch als auch politisch-moralisch verlieren könnten. Die Folgen wären für den gesamten Westen äußerst gefährlich.

Der Ausgang dieses Krieges könnte weniger auf dem Schlachtfeld als durch die internen politischen Entwicklungen jeweils im Iran, in den USA, in Israel und in den arabischen Nachbarstaaten entschieden werden. In dieser Hinsicht scheinen die USA und Israel im Nachteil zu sein.

Ihre Strategie – sofern man überhaupt von einer klaren Strategie sprechen kann – setzt auf einen «Enthauptungsschlag». Die Hoffnung war, dass die rasche Ausschaltung der iranischen Führung zu massiven Aufständen im Iran führen und Teile der Streitkräfte auf die Seite der Aufständischen wechseln würden, so dass die Islamische Republik kollabiert.

Zwar scheint der Enthauptungsschlag gelungen zu sein, doch weder ein Aufstand noch ein militärischer Putsch haben sich bislang ereignet – trotz wiederholter Appelle Trumps. Wir befinden uns bereits am vierten Kriegstag, und die iranische Führung hat diesen Schlag erstaunlich gut absorbiert. Von Spannungen zwischen den zahlreichen Machtzentren im Iran ist nichts bekannt.

Mit jedem weiteren Tag sinkt die Wahrscheinlichkeit eines inneren Umsturzes. Damit wäre die US-Israeli Strategie gescheitert. In den USA ist der Krieg äußerst unpopulär – insbesondere unter Trump-Wählern, die seinem Versprechen vertraut hatten, keine neuen Kriege zu beginnen.

Mit jeder neuen Meldung über Zerstörungen, über zivile Opfer – darunter die 160 getöteten Schulmädchen – und über gefallene US- Soldaten wird der innenpolitische Widerstand wachsen. Hinzu kommt die Gefahr eines politischen Bruchs zwischen den USA und Israel, deren Interessen in diesem Konflikt weit auseinandergehen.

Schon jetzt verliert Israel in den USA an Rückhalt, selbst unter evangelikalen Gruppen im «Bible Belt». Der drastische Anstieg der Energiepreise infolge der Sperrung der Straße von Hormuz belastet die Stimmung zusätzlich.

Trump steht vor den Zwischenwahlen im November. Gelingt es ihm nicht, den Krieg rasch mit einem Sieg zu beenden, könnten die Wahlen für ihn verheerend ausgehen. Ihm läuft die Zeit davon – während sie für den Iran arbeitet.

Es überrascht daher nicht, dass Trump inzwischen mehrfach die Möglichkeit neuer Verhandlungen mit Teheran ins Spiel gebracht hat. Doch Teheran dürfte darauf kaum eingehen.

Auch in den arabischen Golfstaaten, die dicht mit US-Militärbasen übersät sind, könnte ein Umdenken einsetzen. Der Iran greift nicht nur die dortigen US-Basen an, sondern zunehmend auch Ziele in den Golfstaaten selbst.

Mit einfachen, kostengünstigen Drohnen zwingt er die USA und ihre Partner, teure und schwer ersetzbare Abwehrraketen einzusetzen. Viele Golfstaaten dürften sich deshalb fragen, wie belastbar die amerikanischen Sicherheitsgarantien tatsächlich sind – zumal die USA den iranischen Angriffen bislang wenig entgegensetzen konnten.

Für Israel stellt sich die Frage, wie lange es einem noch intensiveren iranischen Raketenbeschuss standhalten kann. Bereits jetzt durchbrechen iranische Raketen die Systeme «Iron Dome», «David's Sling» sowie Arrow 2 und 3. Die Lage könnte sich weiter zuspitzen. Israel hat sich mit diesem Krieg einem enormen Risiko ausgesetzt.

Keinen seiner jüngeren Konflikte – weder in Gaza, der Westbank, in Syrien noch gegen die Hisbollah im Libanon oder die Huthi im Jemen – konnte es klar für sich entscheiden. Eine Niederlage im Krieg gegen den Iran könnte den israelischen Staat daher vor bislang ungekannte existenzielle Herausforderungen stellen.

Der Krieg gegen den Iran fügt dem Westen schweren Schaden zu

Der Krieg gegen den Iran begann am 28. Februar mit einer Skrupellosigkeit, die kaum zu überbieten ist. Noch während vielversprechender Verhandlungen und entgegen allen internationalen Normen hat Israel durch einen massiven Raketenangriff einen Großteil der iranischen Führung getötet – darunter den religiösen und staatlichen Führer sowie Mitglieder seiner Familie in deren Residenz.

Die auf Al Jazeera gezeigten Bilder lassen nur pulverisierte Mauerreste erkennen; man wollte offenbar sicherstellen, dass niemanden überlebt. Den Angriff als «Enthauptungsschlag» zu bezeichnen, zeugt bereits für sich von einem tiefen moralischen Verfall. Dass auch die europäischen Regierungen zu diesem Vorgehen schweigen, wird den gesamten Westen auf lange Zeit schwer belasten.

Dabei hatten die iranischen Unterhändler am 26. Februar in Genf bedeutende Zugeständnisse gemacht. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte dem Magazin Axios, dass erhebliche Fortschritte erzielt worden seien. Auch der omanische Außenminister, der als Vermittler fungierte, sprach von einem Durchbruch.

Noch am 27. Februar erklärte Präsident Trump, er ziehe eine diplomatische Lösung einem Krieg vor. Allerdings musste zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung zum Angriff am folgenden Tag bereits gefallen sein.

War es also – wie viele Beobachter vermuteten – so, dass die USA und Israel die Verhandlungen nur zum Schein führten, um die iranische Regierung in Sicherheit zu wiegen? Ein solcher Vorgang wäre ein in der modernen Welt beispielloser Vertrauensbruch.

Dieser Krieg hat nicht nur das Vertrauen in die Aufrichtigkeit des Westens zerstört. Mit ihm wurde auch das auf der UN-Charta beruhende Völkerrecht endgültig zerstört – jenes Recht, das der Westen einst selbst geschaffen hat.

Das Verhältnis zur UN-Charta war schon immer angespannt, insbesondere in Israel und den USA. Doch der Bruch im Zusammenhang mit dem Angriff auf den Iran ist beispiellos. Hatte Präsident George W. Bush 2003 noch – wenn auch vergeblich – versucht, ein Mandat des Sicherheitsrats für den Irakkrieg zu erhalten, so hat Präsident Trump niemanden mehr gefragt, nicht einmal den eigenen Kongress.

Damit hat er das Tor zu einer Weltordnung weit aufgestoßen, die sich ausschließlich auf das Recht des Stärkeren gründet. Dass all dies geschieht, ohne dass es in der westlichen Welt einen Aufschrei gibt, sagt viel über den geistigen und moralischen Zustand unserer Gesellschaften aus.

Der Krieg wird zudem alle Bemühungen untergraben, die Ausbreitung von Atomwaffen einzudämmen. Obwohl die USA und Israel behaupten, mit diesem Krieg die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen verhindern zu wollen, werden sie wohl das Gegenteil erreichen. Ihr Handeln wird in vielen Ländern die Überzeugung stärken, dass nur der Besitz von Atomwaffen vor solchen Angriffen schützt.

Die USA und Israel – beide Nuklearmächte – konnten den Iran nur angreifen, weil er eben keine Atomwaffen besitzt und auch nicht unmittelbar davorstand, welche zu entwickeln. Hätte der Iran Atomwaffen, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit nie zu diesem Krieg gekommen.

Und was bedeutet all dies für uns Europäer? Wieder einmal finden wir nicht die richtigen Worte und nicht die richtige Haltung. Wie schon im verlorenen Ukrainekrieg übernehmen wir – ohne eigenen Einfluss – dieselbe kriegerische Rhetorik und dieselben hohlen Drohgebärden.

Doch lange nachdem sich die US-Amerikaner über den Atlantik in Sicherheit gebracht haben, werden wir auf den Trümmern und den enormen Kosten eines verlorenen Iran-Krieges sitzen bleiben. Europa könnte so nicht nur für einen verlorenen Ukraine-Krieg, sondern bald auch für einen verlorenen Iran-Krieg die Rechnung bezahlen.

Einst hatten viele US-amerikanische Politiker bedauert, je in den Irak-Krieg gezogen zu sein. Den jetzigen Iran-Krieg werden wir alle schon bald als einen Kardinalfehler beklagen. Nur dann ist es zu spät. Das Unheil ist bereits angerichtet.

Michael von der Schulenburg arbeitete 34 Jahre für die Vereinten Nationen und danach kurzzeitig für die OSZE in vielen Krisen- und Kriegsgebieten der Welt, zuletzt im Rang eines UN Assistant Secretary-Generals. Seit 2024 ist Schulenburg für das BSW Mitglied des Europäischen Parlaments und beschäftigt sich hauptsächlich mit außen- und sicherheitspolitischen Fragen.


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