Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Vom Wahn zur Wirklichkeit
Die Änderungen sind so unscheinbar, dass sie fast nicht auffallen. Wie eine Nebensächlichkeit kommen sie daher, die beiden kleinen Wendungen, die laut dem österreichischen Bundesgesetzblatt vom 8. Mai jetzt in zwei Bestimmungen aufgenommen sind.
Die «Verordnung betreffend anzeigepflichtige übertragbare Krankheiten» und die sogenannte Absonderungsverordnung beziehen jetzt auch «von Mensch zu Mensch übertragbare Hanta-Virus-Infektionen» mit ein. Der Erreger tritt seinen Siegeszug durch die juristischen Instanzen an, und was im Gesetz steht, gilt als mindestens ebenso bewiesen, wie wenn es im Fernsehen gekommen wäre. Jede weitere Diskussion erübrigt sich damit; es geht jetzt nur noch ums fachgerechte Managen.
Man könnte also zur Tagesordnung übergehen − wenn mit diesen Eingriffen nicht gar so viel Weiteres vorgespurt wäre. Nur schon der volle Titel des zweitgenannten Erlasses lässt aufhorchen: die «Verordnung betreffend die Absonderung Kranker, Krankheitsverdächtiger und Ansteckungsverdächtiger und die Bezeichnung von Häusern und Wohnungen».
Was genau ist ein Kranker? Gemäß den «Vorläufigen Empfehlungen für Gesundheitsbehörden» ist das jemand mit einem positiven PCR- oder Antikörpertest.
Was ist ein Krankheits- und Ansteckungsverdächtiger? Das sind bereits «asymptomatische Personen mit Kontakt zu Erkrankungsfällen». Es reicht schon eine «mögliche ANDV- [Hanta-] Exposition», und die «Empfehlungen» schlagen zu; spätestens jedoch bei den Allerweltssymptomen «Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Erschöpfungsgefühl», wie es in den «Empfehlungen» heißt.
Bis zum Beweis vom Gegenteil kann man dann weggesperrt werden; im Mediziner-Deutsch «bis zum Ausschluss der Infektion bzw. für die Dauer der Ansteckungsfähigkeit», wobei diese «nach aktuellem Wissensstand nicht eindeutig geklärt» sei. So lange, also auf grundsätzlich unbestimmte Zeit, wäre dann eine «Krankenanstalt mit Intensivkapazität und erhöhten Isolationsmaßnahmen» das Zuhause.
Die kleinen Anpassungen in den genannten Verordnungen haben es also in sich, wenn sie auf Ärzte nd Juristen treffen, denen das PMV-2 in die Gene übergegangen ist: das Paternalistische Macht-Virus zweiter Auflage.
Wie erkennt man die daran Erkrankte? Zum Beispiel daran, dass ihnen ein PCR-Test für die entsprechende Diagnose «Hanta» (ANDV, Anden‑Virus) ausreicht, weil er ja ein − notabene noch nie isoliertes − Hanta-Virus belegen könne.
Wer ist bei PMV-2 ein Ansteckungsverdächtiger? Jemand, der diese Geschichten nicht hinterfragt. Er dispensiert sich von der Lektüre kritischer Artikel und folgt «der Wissenschaft», wie sie propagiert wird.
Spaß beiseite: Die Kritiklosigkeit, mit der hier eine offenkundig inszenierte Panik in juristische Vorgaben und ärztliche Handlungsanweisungen umgegossen wird, erschreckt mich zutiefst. Ausgerechnet am 8. Mai erfolgte in Österreich diese Kriegserklärung an Ratio, Ethik und medizinisches Gewissen.
Es bräuchte nicht viel Recherche, um sich ein eigenes Bild von dem Angst-Treiben zu machen. Die entsprechenden Berichte und Hinweise sind leicht auffindbar (hier, hier, hier und hier zum Beispiel); ich muss sie nicht eigens referieren. Aber dass sie so nahe liegen, dann aber von den Machern der Gesetze und «Empfehlungen» nicht zur Kenntnis genommen werden, ist unverantwortlich. Woran sind diese Menschen gebunden? Was behindert ihren Verstand und Geist? Hier wäre jeder zur Selbstprüfung eingeladen.
Wir brauchen eine Richtschnur für unser Denken und Handeln, am besten eine nachweislich bewährte. Ich finde sie in der Bibel. Was dort über die christliche Lehre und das Leben der Gläubigen ausgesagt und ihnen geraten wird, das sind immer auch Hinweise fürs allgemeine Leben. Und was der Bibelleser an sich herankommen und in sein Leben hinein lässt, das hat immer zu tun mit allen Bereichen des Denkens und Handelns.
So rät zum Beispiel der frühere Jesus-Jünger Johannes:
«Glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind.» 1. Johannes 4,1
Heißt dann: Vertraut nicht jeder Robe und jedem Kittel, sondern fragt euch, ob sie wirklich dem Leben dienen.
Oder der Arzt Lukas erzählt in seiner Apostelgeschichte von einem «Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samarien in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes».
«Und alle hingen ihm an, klein und groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird. Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte.» Apostelgeschichte 8,10-11
Heißt: Lukas warnt vor dem blinden Glauben an eine Autorität. Auch und gerade sie kann von Suggestion und Verführung getrieben sein.
Die Juden im mazedonischen Beröa lehnten Paulus und Silas nicht von vornherein ab. Sie hörten sich an, was sie zu sagen hatten. Aber dann vergewisserten sie sich erst einmal, ob das auch stimmt:
«Sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte.» Apostelgeschichte 17,11
Heißt: Nicht jede neue Theorie ist gleich schon Propaganda. Ob etwas dran ist, merkt man nicht sofort. Sondern hier ist der eigene kritische Verstand gefragt.
Das Bibelwort bringt es auf den Punkt. Wir ziehen es aus zu einer Linie ins Leben. Und werden dabei immer mündiger, in Österreich und anderswo.
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Das andere «Wort zum Sonntag» vom 10. Mai 2026: «Danken für alles? Wirklich?»
Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenständigem gläubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.