Berliner Zeitung: Militärschlag gegen Iran: Ohne diese US-Basis in Deutschland wäre der Angriff nicht möglich gewesen
Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE
Feed Titel: Transition News
Es gibt keine Rechtfertigung für den Angriff der USA und Israels auf den Iran und die Ermordung zahlreicher führender Personen dieses Landes – es handelt sich um ein Verbrechen, das auch durch nichts zu entschuldigen ist. Auch die politische Verfasstheit der Islamischen Republik Iran rechtfertigt nicht den erneuten Bruch jeglichen Völker- und internationalen Rechts sowie die begangenen Mordtaten.
Wer wie führende deutsche Politiker dieses erneute Verbrechen der US-Führung unter Donald Trump und der israelischen Regierung rechtfertigt oder auch nur relativiert, macht sich mitschuldig. Er ist mitverantwortlich dafür, dass der Mittlere Osten in Brand gesteckt wurde, und für alle daraus entstehenden Folgen, die über die Region hinauswirken.
Ich muss das so klar benennen, weil es so klar ist. Ich muss kein Völkerrechtsexperte sein, um zu erkennen, wie Trump und sein «Partner in Crime» Benjamin Netanjahu das Völkerrecht nicht nur missachten, sondern zerstören. Sie treten mit Füßen, was nach dem Sieg über den Faschismus 1945 aufgebaut und entwickelt wurde, so unvollkommen es bis heute ist.
Die Frage des politischen Systems des Iran kann nicht durch einen Angriff von außen beantwortet werden. Die Antwort darauf müssen die Menschen im Land finden. Darüber zu urteilen, steht einem US-Präsidenten nicht zu, der die iranische Führung als «eine bösartige Gruppe von brutalen und grausamen Menschen» bezeichnete.
Solche Aussagen zeugen nicht nur von dem unglaublich tiefen Niveau Trumps und seiner Sicht auf die Welt. Sie ignorieren auch die Rolle der USA beim Zustandekommen der politischen Verhältnisse im Iran. Die reicht vom Sturz des iranischen Regierungschefs Mohammad Mossadegh 1953 bis zum Wirtschaftskrieg gegen das Land nach der Revolution 1979, die den von den USA gestützten Schah entmachtete.
Dass der Iran zur Islamischen Republik wurde, ist eine der Folgen des US-Imperialismus, der sich wieder mit nackter Gewalt in der Welt zeigt. Der renommierte US-Journalist Stephen Kinzer hat kürzlich an die Verbrechen der USA in anderen Ländern erinnert:
«Schauen Sie sich Syrien an, schauen Sie sich den Irak an, schauen Sie sich Libyen und Afghanistan an. Ich glaube nicht, dass es jemals ein Ziel der Vereinigten Staaten war, Demokratie zu etablieren. Wir haben das Gegenteil getan. In Ländern wie Guatemala und Iran haben wir junge Demokratien gestürzt, um Diktaturen zu errichten.»
Der nach der islamischen Revolution gegen den Iran erneut begonnene Wirtschaftskrieg der USA gehört mit zu den Ursachen der Lage im Land. So galten die nach durch westlichen Druck gescheiterten Atom-Verhandlungen 2025 erlassenen UN-Sanktionen gegen den Iran laut Neuer Zürcher Zeitung als die «schärfsten seit zehn Jahren». Hinzu kommen in der Folge zahlreiche interne Probleme wie eine anhaltende Wasserversorgungskrise sowie steigende Inflation und sinkende Luftqualität in Teheran und anderen Großstädten.
Die neuen Angriffe der USA und Israels waren angekündigt, unter anderem vom US-Journalisten Seymour Hersh. Er hatte im Dezember 2025 geschrieben, Israel plane «im Frühjahr einen neuen, massiven Angriff auf den Iran», bevor die iranische Luftabwehr wieder aufgebaut ist. Das wurde nun umgesetzt, bei geringer iranischer Gegenwehr, die die Morde an führenden Personen des Landes nicht verhindern konnte.
Die irrationale und mörderische Politik von Trump und Netanjahu hat eine Region in Brand gesetzt, die seit mehr als einem Jahrhundert an der unseligen Einmischung westlicher Staaten leidet. Wie lange der Iran zu Gegenschlägen auf US- und andere westliche Einrichtungen in anderen arabischen Ländern, die ihn umzingeln, fähig ist, wird sich zeigen.
Es wird sich auch zeigen, ob zutrifft, wovor unter anderem der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs der USA, General Dan Caine, Berichten zufolge noch im Februar warnte: Dass ein erneuter Einsatz gegen den Iran die Fähigkeiten der US-Streitkräfte insgesamt zu überdehnen drohe. Als «politisch am brisantesten» sieht der Analytiker und ehemalige NATO-Mitarbeiter Rainer Rupp an, dass General Caine im Falle eines groß angelegten Angriffs auf den Iran nicht bereit war, «ähnliche Erfolgsgarantien zu geben, wie sie etwa vor der Operation zur Festnahme Nicolás Maduros im Januar 2026 formuliert worden waren».
US-Präsident Trump hatte den neuen Angriff mit einer klassischen Kriegslüge begründet: Irans «bedrohliche Aktivitäten gefährden direkt die Vereinigten Staaten, unsere Truppen, unsere Stützpunkte im Ausland und unsere Verbündeten auf der ganzen Welt». Abgesehen von der Absurdität dieses Vorwurfs wurde inzwischen bekannt, dass das US-Kriegsministerium Pentagon über keinerlei Informationen eines bevorstehenden Angriffs des Iran auf die USA verfügte, der Trumps «Präventivschlag» rechtfertigen würde. Auch für den Bau einer iranischen Atombombe gibt es bis heute keinerlei Beweise.
Sie produzieren mit ihrer Politik das, was sie zu bekämpfen vorgeben: Terrorismus. Und sie machen damit allen anderen Ländern klar: Atomwaffen – die der ermordete Khameini als «Sünde» bezeichnete, weshalb er sie für den Iran ablehnte – sind so etwas wie eine Lebensversicherung.
Dass auch deutsche Politiker die Lügen von der iranischen Gefahr wiederholen, kündet von deren ebenfalls tiefen Niveau und was von ihren Reden von der «regelbasierten internationalen Ordnung» zu halten ist. Sie machen sich wie erwähnt mitschuldig und geben wieder einmal Beweise für ihre Doppelzüngigkeit und Verlogenheit ab.
Die moralische Empörung über diese Politikdarsteller darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass – leider – nichts anderes von diesen Vertretern des deutschen Imperialismus, dem kleinen Bruder des US-Imperialismus, zu erwarten war und ist. Der Philosoph Elmar Treptow aus München stellte 2012 in seinem Buch über «Die widersprüchliche Gerechtigkeit im Kapitalismus» fest:
«Unter den Voraussetzungen des Kapitalismus herrscht permanente Friedlosigkeit. Das zeigen die Theorie und die Praxis des Kapitalismus in Geschichte und Gegenwart, einschließlich des Imperialismus damals und heute. Seit Jahrhunderten versuchen die kapitalistischen Länder, ihr System anderen Ländern aufzuzwingen, und zwar durch ökonomische Vorherrschaft, politische Gleichschaltung, kulturelle Bevormundung und militärische Gewalt. Dass Imperialismus und Demokratie sich nicht ausschließen, wurde seit dem Vietnam-Krieg deutlicher als je zuvor.»
Das ist alles mehr als nur politische oder philosophische Theorie, wie der aktuelle US-amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran zeigt. Es geht dabei nicht nur um das «Mullah-Regime», sondern um die Kontrolle des Mittleren Ostens und der Rohstoffströme in alle Welt – und damit auch gegen China, dass der US-Dominanz im Wege steht.
Dass US-Präsident Trump um sich schießt wie ein außer Kontrolle geratener und zu spät gekommener Cowboy, hat vermutlich auch mit dem Epstein-Skandal in den USA zu tun, von dem er wahrscheinlich ablenken will. Aber auch dieser Skandal ist nur ein Nebenschauplatz in einem grundlegend verbrecherischen System, das alle Grenzen überschreitet und alle Regeln bricht, wenn es um den Profit geht. Nach Venezuela hat es nun den Iran getroffen – welches Land ist als nächstes dran? Und wer stoppt diese Verbrecher?
ergänzt: 3.3.26; 9:35 Uhr
Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung von l'AntiDiplomatico übersetzt und übernommen.
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Wir sind daran gewöhnt, den Iran durch Stereotype zu betrachten, die geschaffen wurden, um farbige Revolutionen und Regimewechsel anzufachen. Für uns Kinder des Positivismus und der Aufklärung, des suprematistischen Narrativs unserer imperialistischen und kolonialistischen Geschichte, sowie zwanghafte Konsumenten und Sklaven des Neoliberalismus ist es schwer vorstellbar, dass es einen Synkretismus zwischen Spiritualität und politischem Handeln geben kann.
Wir Westler glauben, die Hüter der Demokratie und Freiheit zu sein: Wir sind mit Nutella, McDonald's und Freiheit aufgewachsen – der Freiheit, sich auf Kosten anderer zu bereichern, der Freiheit, die Schwächeren auszubeuten, der Freiheit, erfolgreich zu sein und reich zu werden, zu besetzen und zu plündern, das Recht des Stärkeren durchzusetzen, zu konsumieren und Konsumgüter zu Statussymbolen zu erheben ...
Außerdem dann auch frei zu sein, unseren Arbeitsplatz zu verlieren, niemanden zu finden, der bereit ist, uns zu helfen oder zumindest unser Leid mitfühlend zu teilen, frei zu sein, zu scheitern, «Verlierer» zu sein, Selbstmord zu begehen oder Drogen und Depressionen zu verfallen (...). Frei, den Körper der Frau zu kommerzialisieren, gleichgültig zu sein, wenn 20.000 Kinder in Gaza absichtlich getötet werden, wenn unsere Mächtigen (die Epstein-Koalition) Minderjährige missbrauchen, sie vergewaltigen, foltern, in kannibalistischen Ritualen töten ...
Im Iran ist alles öffentlich, es ist das Recht und die Pflicht eines jeden, gleichberechtigt am politischen Leben teilzunehmen. Die iranischen Bürger sind ein stolzes Volk, das sich seiner jahrtausendealten und zugleich sehr jungen Kultur bewusst ist, in der Tradition und Innovation stets ein Gleichgewicht und Synkretismus finden.
Und es ist das einzige Volk, das das Leiden des palästinensischen Volkes tief in sich spürt. Wenn wir an den Iran denken, haben wir ein stigmatisiertes Bild vor Augen: die verschleierte und unterwürfige Frau, unwissend und versklavt, getötet, wenn eine Haarsträhne unter dem Schleier hervorkommt. Für die Unaufmerksamsten gilt die Verschleierungspflicht nicht mehr.
Die Alphabetisierungsrate unter iranischen Frauen hat seit der Vertreibung des Schahs sehr hohe Zahlen erreicht und wird für junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren auf 97 bis 99 % geschätzt. Frauen stellen die Mehrheit der Universitätsstudenten. Im Jahr 2025 waren Berichten zufolge über 60 % der Studienbewerber Frauen, und etwa 64,3 % der iranischen Frauen besitzen einen Hochschulabschluss. Iranische Frauen sind in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik (STEM) stark vertreten und machen etwa 70 % der Absolventen in diesen Bereichen aus. Sie engagieren sich außerdem aktiv in der Politik und bekleiden wichtige Ämter, auch im Parlament.
Die Religionsausübung ist frei: Auch Christen gehören dem iranischen Parlament an, und die Verehrung der Jungfrau Maria ist auch unter Muslimen weit verbreitet.
Die tausendjährige Geschichte des persischen Volkes ist eng mit der jüngeren Geschichte verflochten, vom Zweiten Weltkrieg bis zum Regime von Mohammad Reza, das für seine politische Polizei Savak und das schreckliche Lager Qasr-e Qajar berüchtigt war, dem Hauptort der Inhaftierung von politischen Gegnern, Intellektuellen und Dissidenten des autoritären Regimes der Reza-Pahlavi-Dynastie. Während der Herrschaft von Reza Schah wurde das Gefängnis zur Unterdrückung politischer Parteien, Gewerkschaften und Intellektueller genutzt.
Qasr war für seine harten Bedingungen bekannt. Zu den berühmten Häftlingen dieser Zeit gehörte der Dichter Mohammad Farrokhi Yazdi, der vermutlich dort ermordet wurde. Auch der in Ungnade gefallene Hofminister Abdolhossein Teymourtash wurde 1933 im Gefängnis von Qasr inhaftiert und ermordet. Der Gefängnisarzt: Das Gefängnis von Qasr war berüchtigt für die Anwesenheit von Dr. Ahmad Ahmadi, genannt «Mouse» oder «Dr. Ahmadi», der im Auftrag des Regimes politischen Gefangenen tödliche Injektionen verabreichte. Qasr fungierte auch während der Herrschaft von Reza Shahs Sohn Mohammad Reza Pahlavi weiterhin als politisches Gefängnis, bevor es 2003, nach der Revolution von 1979 unter der Führung von Khomeini, in ein Museum umgewandelt wurde.
Die jüngste Geschichte des Iran ist geprägt vom Kampf General Soleimanis gegen den IS, der heute als Märtyrer verehrt wird und 2020 von Trump und Netanjahu bei einem Luftangriff auf den Flughafen von Bagdad getötet wurde, vom «seltsamen Flugzeugunfall», bei dem Präsident Raisi und der Außenminister ums Leben kamen, sowie von der konkreten und grundlegenden Unterstützung der palästinensischen Sache in all ihren Formen ...
Sie glauben, dass die Enthauptung einer Führungsspitze die Institution und das Volk ins Chaos stürzen kann: Das geschieht nicht in Palästina, das geschieht nicht im Jemen, das geschieht nicht im Libanon, das kann nicht im Iran geschehen. Sie glauben, dass durch die Ermordung von Khamenei alles auseinanderfällt und man eine Marionette einsetzen kann, die dem Westen am besten passt, vielleicht einen geputzten Halsabschneider wie in Syrien. Aber sie haben nichts verstanden.
Der Märtyrer ist ein Zeuge, ein Vorbild, jeder Märtyrer ist ein Versprechen, seine Mission fortzusetzen. Jeder Märtyrer vermehrt sich. Soleimani antwortete gerne denen, die ihn fragten, ob er Angst vor dem Tod habe:
«Aber wir alle müssen sterben, auch diejenigen, die in Luxus leben: Die einzige Wahl, die du treffen kannst, ist, WIE du leben willst.»
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Agata Iacono ist Soziologin und Anthropologin.
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