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Feed Titel: Transition News


Sahel-Offensive erschüttert Mali und Russlands Afrika-Strategie

Koordinierte Angriffe auf Militärstützpunkte Malis und die Tötung des dortigen Verteidigungsministers Sadio Camara haben das Land Ende April in eine schwere Krise gestürzt.

Besonders brisant: Erstmals arbeiteten die säkulare Tuareg-Allianz FLA und die Al-Qaida-nahe JNIM offen zusammen. Analysten sprechen von einer beispiellosen militärischen Koordination, die Russlands Africa Corps und die Junta in Bamako massiv unter Druck setzt.

Michael Hollister argumentiert, dass hinter der Offensive weniger Frankreich als vielmehr eine internationalisierte Stellvertreterstruktur steht. Im Zentrum stünden ukrainische Geheimdienstkontakte zu Tuareg-Rebellen, die seit 2024 in der Ukraine im Umgang mit FPV-Drohnen ausgebildet worden seien. Mali wirft Kiew vor, auch jihadistische Gruppen indirekt unterstützt zu haben.

Die Krise zeigt laut Analyse, wie der globale Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zunehmend auf Afrika übergreift. Mali, im Nordwesten Afrikas gelegen, werde damit zur zweiten Front eines geopolitischen Stellvertreterkriegs im Sahel.

Hantavirus-Panikmache: Das mRNA-«Impf»-Projekt läuft schon seit 2023

Seit Anfang Mai beherrscht eine neue Viruspanikmache die Schlagzeilen: So wird berichtet, auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius sei ein Cluster von Hantavirus-Infektionen gemeldet worden, mit Toten und Infizierten. Die WHO informierte über den Ausbruch, Quarantänemaßnahmen wurden eingeleitet – und die Systemmedien schalteten in den Krisenmodus.

Während die Berichterstattung an die frühen Corona-Meldungen erinnert (wir berichteten), bleibt ein zentrales Detail weitgehend im Hintergrund: Die Entwicklung eines passenden mRNA-Impfstoffs gegen Hantaviren ist längst angelaufen – lange vor dem aktuellen Ausbruch. Bereits im September 2023 starteten das Vaccine Innovation Center der Korea University (VIC-K) und Moderna eine Forschungsvereinbarung für einen mRNA-basierten Hantavirus-Impfstoff. Darauf macht NEXT LEVEL in seinem Telegram-Kanal aufmerksam (siehe auch hier).

Am 4. Juli 2024 wurde das Projekt im Rahmen des mRNA Access Partnership Seminars als «H Project» vorgestellt. Laut offiziellen Angaben lieferte VIC-K Hantavirus-Antigen-Sequenzinformationen an Moderna. Das Unternehmen hat daraufhin mRNA-Material bereitgestellt, das VIC-K für Antigenexpressionsstudien genutzt hat. Zudem sollen präklinische mRNA-Impfstoffkandidaten von Moderna zum Einsatz kommen, um einen Impfstoff gegen mehrere Virusstämme zu entwickeln (siehe auch hier).

Moderna selbst bestätigte gegenüber Bloomberg, dass die Forschungsarbeiten an Hantavirus-Impfstoffen – darunter auch in Kooperation mit dem U.S. Army Medical Research Institute of Infectious Diseases (USAMRIID) – bereits vor dem behaupteten Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff liefen.

Die zeitliche Abfolge ist bemerkenswert. Dazu NEXT LEVEL:

«Seit der WHO-Meldung zum Hantavirus-Ausbruch stieg die Moderna-Aktie bis zum 8. Mai 2026 um rund 20 Prozent. Mit anderen Worten: Noch bevor 2026 der große Hantavirus‑Alarm über die Bildschirme lief, waren akademische Partner, Big Pharma und Militärforschung längst im Hantavirus‑Impfspiel.

Und das alles basiert – wie in der Virologie üblich – nicht auf wissenschaftlich nachgewiesenen ‹Hantaviren›, sondern auf rein virtuellen Genmodellen ohne durchgeführte Negativkontrollen.»

Statt realer, physisch isolierter Viren stünden computergenerierte Sequenzen im Mittelpunkt, denen reale Spritzen folgen sollen (siehe dazu hier). Die Parallelen zur Corona-Inszenierung sind frappierend: Ähnliche Muster aus angstmachenden Bildern, angeblichen PCR-basierten Nachweisen, widersprüchlichen Meldungen und der raschen Einbindung der WHO (siehe dazu diesen Artikel von Ende 2021, in dem skizziert wird, dass nicht nur das berüchtigte «Event 201» vom Oktober 2019 auf die gezielte Planung einer weltweiten «Pandemie» hinweist, sondern bereits einen Monat zuvor EU und WHO einen «Globalen Impfgipfel» hatten stattfinden lassen und indirekt angekündigt hatten, was dann auch umgesetzt wurde).

Wohlgemerkt, bereits 2021 hatte die Impfallianz GAVI Hantaviren als mögliche nächste Pandemie thematisiert.

Und auch wenn so jemand wie Karl Lauterbach wieder seine Schlagzeile bekommt und sagt, «eine Pandemie droht nicht» durch das Hantavirus, so sollte das einen nicht weniger skeptisch machen. Besteht doch der Verdacht, dass es jetzt gar nicht die Absicht war, eine neue Pandemie auszurufen, sondern nur die Virusangst hochzuhalten, damit den Menschen im Bewusstsein bleibt, es könnte jederzeit wieder eine Pandemie ausbrechen.

Erstaunlich ist dabei besonders auch, dass die Systemmedien wieder völlig unkritisch berichten – als hätte es all die Lügen in Bezug auf die Wirksamkeit von Masken, «Impfungen» und Lockdowns sowie die Aussagekraft von PCR-Tests bei Corona nie gegeben.

«Statt mit falschen Behauptungen Ängste zu schüren, muss sich der Bundesrat auf die Neutralität besinnen»

Der Bundesrat hat am 6. Mai 2026 «den jährlichen Bericht zur Beurteilung der Bedrohungslage gemäß Artikel 70 des Nachrichtendienstgesetzes (NDG) gutgeheißen. Er stellt eine erhebliche Verschlechterung der Sicherheitslage in Europa und der Schweiz fest. Russland bleibt die größte Bedrohung für Europa auch aufgrund hybrider Konfliktführung».

Dass Russland die größte Bedrohung sei, hat der abgetretene Armeechef Süssli schon im letzten Dezember behauptet. Dass das nicht stimmt, hat der ehemalige Oberstleutnant im Generalstab, Ralph Bosshard [1], in einem Interview ausführlich dargelegt. Auf die Frage, ob die Schweiz durch Russland bedroht sei, antwortete Ralph Bosshard:

«Ich wüsste nicht, was die Russen hier sollten. Bei Thomas Süssli müssen Sie einfach davon ausgehen, dass er das sagt, was die nationale Presse sagt, basierend auf dem, was die Pressedienste in Brüssel sagen. Ich höre von alten Kollegen aus dem militärischen Nachrichtendienst eine gewisse Frustration. Sie sagen: Wir beschaffen Nachrichten, wir werten diese aus, wir schreiben sorgfältige Berichte, die an die Armeeführung gehen. Die Armeeführung wischt das alles einmal locker weg, weil sie sagt, sie sei ja von der nationalen Presse informiert. Sie wissen sowieso alles besser.»

Ralph Bosshard weist auch darauf hin, dass ukrainische Berichte unkritisch wiedergegeben werden:

«Nachrichtendienste hängen zum Teil bereits am Tropf der ukrainischen Nachrichtendienste, die übrigens zum Teil höchst korrupt und auch kriminell sind. Man hat bereits schon die britischen Nachrichtendienste dabei ertappt, dass sie unkritisch ungefilterte Informationen der ukrainischen Nachrichtendienste verbreitet haben.»

Auch die Qualität der Berichte der Nachrichtenoffiziere habe spürbar abgenommen:

«Ich bin zum Teil auch überrascht über gewisse Milizorganisationen, so auch über die Gesellschaft der Nachrichtendienstoffiziere, Milizoffiziere, die Berichte verfassen, ohne auch nur eine einzige russischsprachige Quelle zu nutzen. Von einem Nachrichtenoffizier erwarte ich etwas anderes. Und ich weiß auch, dass ein paar sehr gute Russlandkenner aus dem militärischen Nachrichtendienst gegangen sind, nachdem Jean-Phillipe Gaudin als Chef des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) geschasst worden ist. Das waren ein paar gute Leute.»

Die Behauptung, Russland wolle Europa angreifen, geistert seit Beginn des Ukrainekrieges durch die Medien. Schon im Kalten Krieg behaupteten die USA, die Sowjetunion wolle Europa erobern. Dass das nicht gestimmt hat, wurde in den Archiven bestätigt. Dazu Ralph Bosshard:

«Lesen Sie den elften Band der Schweizerischen Generalstabsgeschichte, den Band über die Geschichte des Kalten Krieges von Professor Hans-Rudolf Fuhrer und Matthias Wild. Fuhrer war Dozent für Militärgeschichte an der Militärakademie, milizmäßig Oberst im Generalstab, der hat genau das geschrieben. Die Vermutung, dass der Warschauer Pakt die Schweiz erobern wollte, hat sich in den Archiven nicht bestätigt.»

Dass die Behauptung einer russischen Gefahr seit 2022 gebetsmühlenartig in den Medien wiederholt wird, hat – so Ralph Bosshard – folgendes Ziel:

«Dass in den Medien jetzt diese Stimmung gemacht wird, Russland sei eine große Gefahr, hat zum Ziel, dass all jene, die eigentlich neutral bleiben wollen, Angst bekommen und zu zweifeln anfangen, ob man sich nicht doch unter den militärischen Schutz der NATO und der EU begeben sollte. Genau darum geht es. Die Leute sollen mit der Angst Richtung NATO und EU mobilisiert werden, und dazu sind die absurdesten Behauptungen recht.»

Statt mit falschen Behauptungen Ängste zu schüren, muss sich der Bundesrat auf die Neutralität besinnen: Eine Schweiz der guten Dienste hat die Aufgabe, auf diplomatischem Wege dazu beizutragen, dass Russland und die Ukraine Verhandlungen führen und der Krieg so schnell wie möglich beendet wird.

***

Die Autorin dieses Beitrages ist Vorstandmitglied der Bewegung für Neutralität (bene.swiss).

[1] Ralph Bosshard, Oberstleutnant im Generalstab, war Berufsoffizier der Schweizer Armee, u. a. Ausbilder an der Generalstabsschule und Chef der Operationsplanung im Führungsstab der Armee. Nach der Ausbildung an der Generalstabs-Akademie der russischen Armee in Moskau diente er als militärischer Sonderberater des Ständigen Vertreters der Schweiz bei der OSZE, als Senior Planning Officer in der Special Monitoring Mission to Ukraine und als Operationsoffizier in der hochrangigen Planungsgruppe der OSZE. Zivilberuflich ist Ralph Bosshard Historiker (lic. phil., Universität Zürich).

reCAPTCHA-Update: Googles nächster Coup gegen abtrünnige Nutzer

Google zwingt Android-Nutzer künftig dazu, seine proprietären Play-Dienste zu verwenden, nur um zu beweisen, dass sie Menschen sind. Das Unternehmen hat die «nächste Generation» seines weit verbreiteten reCAPTCHA-Systems an diese Softwarekomponente gekoppelt. Nutzer von älteren Apple-Geräten werden eine entsprechende Anwendung aus dem App Store installieren müssen.

Das vom Einsatz auf Millionen Websites bekannte Bilder-Puzzle als Verifikationsmethode wird durch einen QR-Code ersetzt. Das neue System solle nicht nur klassische Bots, sondern auch autonome KI-Agenten abwehren, so der Konzern bei der Präsentation seiner «Cloud Fraud Defense» genannten Plattform, in die reCAPTCHA nun eingebettet wird.

Das System, das Websites vor Spam und Missbrauch schützen soll, arbeitet schon lange mit einer Analyse des Nutzerverhaltens und anderer Faktoren wie Browserinformationen. So sollen im Hintergrund «verdächtige Aktivitäten» erkannt werden, um zu entscheiden, ob eine manuelle Verifizierung erfolgen oder sogar die Interaktion ganz blockiert werden sollte. Insofern darf das nervige Bilderrätsel auch als Teil des Spionage- und Trackingsystems des Tech-Giganten betrachtet werden.

Durch die Änderungen wird in Zukunft jeder, der ein von Google befreites Telefon und beispielsweise GrapheneOS oder eine andere Custom-ROM benutzt, automatisch bei der Überprüfung scheitern. Googles neues System bestrafe die Entscheidung datenschutzbewusster Konsumenten, indem es das Fehlen seiner eigenen Software standardmäßig als verdächtig einstuft, kommentiert Reclaim The Net.

Dadurch, dass der Konzern die Verifizierung an Play-Dienste koppelt, schaffe er einen Präzedenzfall. Der Zugriff auf grundlegende Webinhalte werde demnach die Ausführung von konzerneigener Software und die Übertragung von Daten an Googles Server erfordern.

Diese Strategie des allgegenwärtigen US-Unternehmens ist indessen nicht ganz neu. Das Portal PiunikaWeb wies kürzlich auf einen Beitrag in Googles Supportcenter vom Oktober 2025 hin. Darin wurde bereits detailliert erklärt, dass für die reCAPTCHA-Verifizierung ein «kompatibles mobiles Gerät» benutzt werden müsse.

Für Reclaim The Net sind die dortigen Angaben zum iOS-Betriebssystem aufschlussreich. Diese bedeuteten nämlich, dass Apple-Geräte mit iOS 16.4 oder höher den Test auch ohne Installation zusätzlicher Apps bestehen. Google sperre also nur Android-Nutzer, welche die Play-Dienste ablehnen, aus. Diese Asymmetrie offenbare den wahren Kern der Sache: nicht Sicherheit, sondern die Kontrolle über das Ökosystem.

Webentwickler, die dieses reCAPTCHA einsetzen würden, sollten sich der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst sein, so das Portal. Jede Website, die es implementiere, signalisiere Android-Nutzern, die Google-Dienste meiden, dass sie nicht willkommen seien.

Die mögliche Absicht des Unternehmens, mit dieser Maßnahme auch seine eigene Position weiter auszubauen, ist durchaus plausibel. Wie bereits letztes Jahr bekanntgegeben, werden Software-Entwicklungen außerhalb seiner Kontrolle ab September 2026 deutlich erschwert.

Ab dann wird Google nämlich alle Android-Apps blockieren, deren Entwickler sich nicht beim Konzern registriert haben. Zu diesem Prozess gehört neben der Abgabe eines amtlichen Ausweises auch die Zahlung einer Gebühr. Betroffen sind nicht nur Apps aus dem Play Store, sondern alle, auch solche aus alternativen Stores wie F-Droid oder eigene Entwicklungen. Was die Konsumenten mit sich machen lassen und was nicht, wird sich zeigen.

Labour im Absturz: Wie Farage und die Regionalparteien Großbritanniens globalistische Politik erschüttern

Die Regional- und Kommunalwahlen vom Mai 2026 markieren einen tiefen Einschnitt in der politischen Geschichte Großbritanniens. Das jahrzehntelang stabile Zweiparteiensystem aus Labour und Konservativen zerbröselt vor den Augen der Öffentlichkeit. Während Premierminister Keir Starmer mit seiner Labour-Regierung eine historische Niederlage einstecken muss, gelingt Nigel Farage und seiner Partei Reform UK der politische Durchbruch. Gleichzeitig wachsen in Schottland, Wales und Nordirland separatistische Kräfte.

Die Ergebnisse zeigen nicht nur eine Abstrafung der Regierung, sondern auch einen tiefen Vertrauensverlust gegenüber dem gesamten politischen Establishment in Westminster.

Labour: Absturz einer Regierungspartei

Für Labour ist das Wahlergebnis ein politisches Erdbeben. Die Partei verlor in England mehr als 1.400 Gemeinderatssitze und büßte auch in Schottland sowie Wales massiv an Unterstützung ein. Besonders dramatisch fällt die Niederlage in Wales aus – einer traditionellen Labour-Hochburg, die über Jahrzehnte als nahezu uneinnehmbare Bastion galt. Im dortigen Regionalparlament fiel die Partei von 30 auf 9 Sitze zurück.

Innerhalb der Labour-Partei wächst deshalb der Druck auf Starmer massiv. Gewerkschaften, linke Parteiflügel und einzelne Abgeordnete fordern offen einen Führungswechsel. Besonders kritisch sehen viele die technokratische und distanzierte Amtsführung des Premiers. Statt eines Aufbruchs nach den chaotischen Tory-Jahren erleben viele Briten eine Regierung, die unentschlossen und ideenarm wirkt.

Hinzu kommt die Sorge der Finanzmärkte. Britische Staatsanleihen stehen unter Druck, die Renditen langfristiger Gilts erreichten zeitweise den höchsten Stand seit den späten 1990er Jahren. Analysten verweisen auf Zweifel an der fiskalischen Stabilität des Landes sowie auf politische Unsicherheit in Westminster.

Die Tories: Vom Machtzentrum zur orientierungslosen Opposition

Doch nicht nur Labour steht unter Druck. Auch die Konservative Partei erlebt einen historischen Niedergang. Nach den turbulenten Jahren unter Boris Johnson, Liz Truss und Rishi Sunak ist es den Tories bis heute nicht gelungen, ein glaubwürdiges Profil zurückzugewinnen.

Viele konservative Wähler wandern inzwischen trotz der beherzten Oppositionsführerin Kemi Badenoch zu Reform UK ab. Die Partei von Nigel Farage profitiert besonders in ländlichen Regionen Südenglands sowie in ehemaligen Brexit-Hochburgen im Norden und in den Midlands. Das Hauptproblem der Tories ist ihre strategische Zerrissenheit, auch wenn die Verluste nicht ganz so schlimm waren wie prognostiziert. Ein Teil der Partei fordert eine schärfere Linie bei Migration, Energiepolitik und nationaler Souveränität, während moderatere Kräfte eine Rückkehr zur politischen Mitte anstreben. Diese innere Spaltung macht die Partei derzeit kaum regierungsfähig.

Reform UK: Farage gelingt der Durchbruch

Der große Gewinner der Wahlen ist Reform UK. Die Partei konnte aus dem Stand hunderte Sitze gewinnen und sich vielerorts als stärkste Protestkraft etablieren. Nigel Farage präsentiert sich dabei als Sprachrohr jener Wähler, die sich von Labour und den Tories gleichermaßen enttäuscht fühlen.

Besonders erfolgreich ist Reform UK in klassischen Arbeiterregionen, die einst Labour-Hochburgen waren und bereits beim Brexit-Referendum 2016 für politische Erschütterungen sorgten. Farage profitiert von mehreren Faktoren:

  • der Unzufriedenheit über aggressive Globalisierung, hohe Migration und Islamisierung,
  • wirtschaftlicher Stagnation,
  • steigenden Lebenshaltungskosten,
  • Frustration über das politische Establishment,
  • sowie von dem Eindruck, dass Westminster den Kontakt zur Bevölkerung verloren habe und die Brexit-Versprechungen nicht eingehalten wurden, dafür aber die Nachteile sichtbar sind.

Zugleich bleibt Reform UK jedoch politisch fragil. Anders als traditionelle Parteien verfügt die Bewegung bislang nur über begrenzte lokale Strukturen und wenig Regierungserfahrung. Kritiker werfen Farage vor, komplexe Probleme mit einfachen Parolen beantworten zu wollen. Trotzdem verändert Reform UK bereits jetzt das politische Kräfteverhältnis im Vereinigten Königreich grundlegend.

Schottland und Wales: Die Einheit des Königreichs wackelt

Besonders brisant sind die Entwicklungen außerhalb Englands. In Schottland bleibt die Scottish National Party (SNP) stärkste Kraft, auch wenn sie leichte Verluste hinnehmen musste. Labour hoffte lange auf ein Comeback im Norden, scheiterte jedoch deutlich. Gleichzeitig erzielte Reform UK auch dort überraschend starke Ergebnisse. Die SNP gewann mit 58 Sitzen die relative Mehrheit, dann kommen abgeschlagen ex aequo Labour und aus dem Stand Reform UK mit 17 Sitzen.

In Wales wiederum triumphierte Plaid Cymru. Die nationalistische Partei profitierte vom Einbruch Labours und gewann massiv hinzu. Zusammen mit Reform UK dominierte sie die Schlagzeilen des Wahlabends und stellt mutmaßlich den neuen walisischen Regierungschef.

Damit verschärft sich die verfassungsrechtliche Krise Großbritanniens. In Schottland, Wales und Nordirland gewinnen Kräfte an Einfluss, die eine stärkere Eigenständigkeit oder sogar die Loslösung von Westminster anstreben. Parteien wie Sinn Féin in Nordirland, SNP in Schottland und Plaid Cymru in Wales, die diese Landesteile dominieren, haben in England kaum eine Bedeutung. Das Vereinigte Königreich wirkt politisch fragmentierter denn je.

Liberaldemokraten und Grüne profitieren vom Chaos

Auch kleinere Parteien konnten zulegen. Die Liberaldemokraten gewannen vor allem in wohlhabenderen und proeuropäischen Regionen hinzu. Sie profitieren von moderaten konservativen Wählern, die sich weder mit Reform UK noch mit den geschwächten Tories identifizieren. Die Partei war bis zum Ersten Weltkrieg dominant, fiel dann aber in einen Dornröschenschlaf, aus dem sie unter der dynamischen Führung von Ed Davey zu erwachen scheinen. Schon bei den Parlamentswahlen vor zwei Jahren hatten sie das beste Ergebnis in hundert Jahren eingefahren. Nun arbeitet sich diese Partei in England systematisch nach vorne. Sie war ausgesprochen anti-Brexit und damals auch gegen die Kriege in Jugoslawien und im Irak.

Die Grünen wiederum sind eine relativ neue Gründung und verzeichnen besonders in Großstädten, akademisch geprägten Regionen und bei den Moslems Erfolge. Themen wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Wohnungsnot verschaffen ihnen wachsenden Einfluss.

Allerdings erhöht die Zersplitterung des Parteiensystems auch die politische Instabilität. Das britische Mehrheitswahlrecht war jahrzehntelang auf zwei dominante Parteien ausgerichtet. Mit dem Aufstieg mehrerer mittelgroßer Kräfte wird das System zunehmend unberechenbar.

Die wirtschaftliche Dimension der Krise

Die politische Unsicherheit bleibt nicht ohne Folgen für die Wirtschaft. Großbritannien leidet weiterhin unter schwachem Wachstum, hoher Staatsverschuldung und strukturellen Problemen seit dem Brexit. Die Finanzmärkte beobachten die Lage mit wachsender Nervosität.

Besonders kritisch sehen Investoren die Möglichkeit weiterer politischer Instabilität innerhalb Labours. Ein möglicher Machtkampf könnte die Unsicherheit zusätzlich verschärfen. Zudem stehen enorme Herausforderungen bevor:

  • die Finanzierung des Gesundheitssystems,
  • steigende Verteidigungsausgaben,
  • Wohnraummangel,
  • Produktivitätsschwäche,
  • und die schwierige Balance zwischen staatlichen Ausgaben und Haushaltsdisziplin.

Viele Briten haben inzwischen den Eindruck, dass keine der großen Parteien überzeugende Antworten auf diese Probleme liefert.

Das Ende des alten Systems?

Die Wahlen 2026 könnten als Beginn einer neuen politischen Epoche in die Geschichte eingehen. Das traditionelle Machtkartell aus Labour gegen Tories verliert sichtbar an Stabilität. Für Keir Starmer werden die kommenden Monate entscheidend. Sollte sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern und der parteiinterne Widerstand wachsen, könnte seine Position unhaltbar werden. Nigel Farage hingegen sieht seine Chance gekommen. Er spricht offen davon, bei den nächsten Unterhauswahlen um die Regierung kämpfen zu wollen.

Reform UK entwickelt sich zunehmend zur dominierenden Kraft rechts der Mitte und bestätigt damit einen Trend, den Umfragen seit Monaten andeuten. Im Unterschied zu etablierten patriotischen Parteien wie der FPÖ in Österreich oder dem französischen RN verfügt die Bewegung von Nigel Farage jedoch bislang nur über begrenzte organisatorische Stabilität. In kurzer Zeit strömten zahlreiche ehemalige Tory-Funktionäre zur Partei, vielfach aus Sorge um ihre politische Zukunft. Inhaltlich setzt Reform UK zwar auf migrationskritische Töne, vermeidet jedoch eine besonders harte Linie gegenüber der fortschreitenden Islamisierung.

Gerade deshalb sorgt der erste Achtungserfolg von Rupert Lowes Bewegung Restore Britain für Aufmerksamkeit. Die klar islamkritische Partei, die auch von Tommy Robinson unterstützt wird, konnte in Great Yarmouth unter dem Namen «Yarmouth First» sämtliche neun Councillor-Sitze gewinnen.

Bereits in den kommenden Tagen könnte der Druck auf die Regierung weiter steigen. Unter dem Motto «Unite the West» ist in London eine Großdemonstration gegen Islamisierung und die Politik der Regierung geplant – was von den hiesigen Massenmedien totgeschwiegen wird. Organisiert wird sie vom Umfeld Tommy Robinsons, unterstützt unter anderem von Rupert Lowe und Elon Musk. Bereits im vergangenen September hatten ähnliche Proteste Hunderttausende bis Millionen Teilnehmer mobilisiert.

Ob daraus tatsächlich ein dauerhafter politischer Wandel entsteht oder nur eine weitere Protestwelle, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Großbritannien erlebt derzeit eine der tiefsten politischen Umbruchsphasen seit Jahrzehnten.


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