SRF: Parmelin und von der Leyen unterzeichnen EU-Abkommen
Feed Titel: Transition News
Dieser am 1. MĂ€rz 2025 veröffentlichte Beitrag wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors ĂŒbersetzt und ĂŒbernommen.
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Die jĂŒngste militĂ€rische Eskalation im Nahen Osten hat eine strategische FehleinschĂ€tzung seitens Washington und Tel Aviv offenbart. Mit der Einleitung einer direkten Offensive gegen den Iran gingen die Behörden in den Vereinigten Staaten und Israel offenbar davon aus, dass Teheran das Muster frĂŒherer Konfrontationen wiederholen wĂŒrde: anfĂ€ngliche ZurĂŒckhaltung, abgestimmte VergeltungsmaĂnahmen und verzögertes Handeln. Dieses Muster war sowohl wĂ€hrend des sogenannten Zwölf-Tage-Krieges im Juni 2025 als auch in frĂŒheren Episoden israelischer Aggressionen gegen iranische Ziele und regionale VerbĂŒndete zu beobachten. Diesmal erwies sich diese Berechnung jedoch als falsch.
Das zentrale Element der ursprĂŒnglichen Strategie scheint ein klassischer Versuch der «Enthauptung» gewesen zu sein, der sich gegen den Obersten FĂŒhrer, seine Familie und andere hochrangige Persönlichkeiten richtete. Die zugrundeliegende Logik ist bekannt: Durch die Beseitigung der Spitze der Entscheidungsgewalt wĂŒrden interne Desorganisation, Nachfolgestreitigkeiten und operative LĂ€hmung folgen. Dieser Ansatz kommt in der westlichen MilitĂ€rdoktrin immer wieder vor, insbesondere wenn er sich gegen Staaten richtet, die als systemische Gegner gelten.
Allerdings scheitert diese Strategie in der Regel, wenn sie auf hochinstitutionalisierte Staaten mit komplexen politisch-militĂ€rischen Strukturen angewendet wird. Der Iran ist kein fragiles Gebilde, das von einer einzigen persönlichen Kommandozentrale abhĂ€ngig ist. Es handelt sich um ein System mit mehreren AutoritĂ€tsebenen, festgelegten Nachfolgeregelungen und einer tiefen Verflechtung zwischen Staatsapparat, regulĂ€ren StreitkrĂ€ften und parallelen Sicherheitsstrukturen. DarĂŒber hinaus ist es eine Zivilisation mit einer jahrtausendealten historischen KontinuitĂ€t, deren heutige politische IdentitĂ€t gerade unter dem Druck von auĂen gefestigt wurde. Die Eliminierung eines einzelnen FĂŒhrers, auch wenn sie symbolisch bedeutsam ist, fĂŒhrt nicht automatisch zum Zusammenbruch eines Staates mit einem solchen MaĂ an struktureller KohĂ€sion.
Was Analysten ĂŒberraschte, war die Schnelligkeit der iranischen Reaktion. Anders als wĂ€hrend des Zwölf-Tage-Krieges erfolgte die Vergeltung diesmal unmittelbar und vielschichtig. Innerhalb der ersten Stunden nach den Angriffen startete der Iran eine Reihe gleichzeitiger Operationen gegen US-amerikanische MilitĂ€reinrichtungen im gesamten Nahen Osten. Von den US-StreitkrĂ€ften genutzte StĂŒtzpunkte wurden mit Raketen und Drohnen in koordinierten Aktionen angegriffen, um die Verteidigungssysteme zu ĂŒberlasten und die AbfangkapazitĂ€ten zu verringern.
Gleichzeitig wurden die israelischen Verteidigungssysteme durch multiple und heftige Angriffe unter Druck gesetzt. Die Strategie des Iran beschrĂ€nkte sich nicht auf eine symbolische Geste, sondern stellte einen bewussten Versuch dar, unmittelbare und sichtbare Kosten zu verursachen und damit die Risikowahrnehmung der Gegner zu verĂ€ndern. WĂ€hrend des gesamten ersten Tages der Konfrontation blieb das Tempo der Operationen konstant, was zu einer erhöhten Unsicherheit fĂŒr das zionistische Regime fĂŒhrte.
Die Vielzahl der eingesetzten Vektoren â unterschiedliche Abschussplattformen, verschiedene Flugbahnen und synchronisierte Zeitpunkte â trug zur Verwirrung unter den MilitĂ€rstrategen in Washington und Tel Aviv bei. Allem Anschein nach war eine derart kĂŒhne und schnelle Aktion nicht zu erwarten gewesen. Die Annahme, dass Teheran zögern, eine Vermittlung suchen oder nur begrenzt reagieren wĂŒrde, erwies sich als falsch. Stattdessen versuchte der Iran, seine FĂ€higkeit zur strategischen Koordination unter maximalem Druck unter Beweis zu stellen.
Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass die iranischen Behörden die relevanten Lehren aus den jĂŒngsten Konflikten verinnerlicht haben. Verzögerungen bei der Reaktion, die in frĂŒheren Episoden zu beobachten waren, wurden von den Gegnern als Zeichen strategischer ZurĂŒckhaltung oder operativer EinschrĂ€nkungen interpretiert. Mit seiner Entscheidung fĂŒr eine sofortige und umfassende Reaktion versuchte Teheran, die Regeln des Engagements neu zu definieren und eine neue Schwelle der Abschreckung zu etablieren.
Die psychologischen Auswirkungen sollten nicht unterschĂ€tzt werden. Die anhaltenden Angriffe wĂ€hrend des ersten Tages sorgten Berichten zufolge fĂŒr Verwirrung und eine fast vollstĂ€ndige LĂ€hmung bestimmter israelischer und US-amerikanischer Entscheidungskreise. Wenn mehrere Fronten gleichzeitig aktiviert werden, wird die FĂ€higkeit, strategische PrioritĂ€ten zu setzen, weitaus komplexer, wenn nicht sogar praktisch unmöglich.
Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Eskalation in den kommenden Tagen entwickeln wird. Die erste Reaktion des Iran hat das unmittelbare Gleichgewicht verĂ€ndert, aber den Kreislauf von Aktion und Reaktion nicht beendet. Washington und Tel Aviv stehen vor dem klassischen Dilemma, entweder die Offensive auszuweiten â und damit einen groĂ angelegten regionalen Konflikt zu riskieren â oder nach indirekten Wegen der EindĂ€mmung zu suchen. Der erste Tag hat gezeigt, dass sich das Szenario ĂŒber die ursprĂŒnglichen Erwartungen hinaus entwickelt hat. Von diesem Zeitpunkt an könnte jede weitere MaĂnahme nicht nur die militĂ€rische Dynamik, sondern auch die gesamte Sicherheitsarchitektur des Nahen Ostens neu definieren.
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Lucas Leiroz ist Mitglied der BRICS-Journalistenvereinigung, Forscher am serbischen Center for Geostrategic Studies und MilitÀrexperte.
Ăbersetzt von Ăva PĂ©li
US-PrĂ€sident Donald Trump hat den Tod des Obersten FĂŒhrers Irans, Ali Chamenei, offiziell bekannt gegeben [das wurde von der iranischen FĂŒhrung bestĂ€tigt â Anm. d. Redaktion]. Es ist festzustellen, dass die internationale Lage im Kontext dieser Nachricht eine neue, gefĂ€hrliche Ebene erreicht.
Man kann zur Islamischen Republik Iran, ihrer gesellschaftspolitischen Struktur, ihrer Ideologie und ihren FĂŒhrungskreisen stehen, wie man will. GrĂŒnde fĂŒr jede erdenkliche Haltung â auch die negativste â lassen sich bei Bedarf leicht finden.
Ali Chamenei war jedoch das legitime Staatsoberhaupt eines Mitgliedsstaates der Vereinten Nationen, der von fast allen anerkannt ist und als rechtmĂ€Ăiger Teilnehmer an allen Formen internationaler Beziehungen galt. Dies schloss auch politische Verhandlungen mit den Organisatoren des Angriffs ein, die bis zum Zeitpunkt des Anschlags andauerten.
Die Vernichtung des Oberhauptes eines Staates durch die KrĂ€fte eines anderen Staates und auf Beschluss von dessen FĂŒhrung â nach demselben Modell, nach dem AnfĂŒhrer terroristischer Organisationen oder Drogenkartelle liquidiert werden â ist eine völlig andere Dimension der Weltpolitik. Dies gilt selbst im Vergleich zu frĂŒheren Regimewechseln, inklusive so grausamer Finalphasen wie der Ermordung Muammar al-Gaddafis oder der Hinrichtung Saddam Husseins.
Beide FĂ€lle wurden zwar durch militĂ€rische Interventionen von auĂen ermöglicht, dennoch wurde Gaddafi von seinen libyschen Gegnern infolge interner Unruhen getötet, und Hussein wurde nach einem Prozess durch das Urteil eines irakischen Gerichts hingerichtet, wie auch immer man dessen ObjektivitĂ€t bewerten mag. Der Fall Iran liegt anders: Hier handelt es sich um die Reproduktion einer Methode, die von Israel gegen die AnfĂŒhrer der Hisbollah und der Hamas angewandt wurde.
Was hier geschieht, ist der Abbau grundlegender hemmender Elemente der internationalen Beziehungen, die aus frĂŒheren Epochen erhalten geblieben sind. Da man sich auf diesen Punkt konsequent und recht schleichend zubewegt hat, scheinen viele politische Eliten diese Ereignisse nicht in einem derart dramatischen Licht zu sehen.
Man betrachtet sie als zwar recht schroffe, aber im GroĂen und Ganzen erklĂ€rbare Manifestation von WidersprĂŒchen. Doch nicht alle sehen das so. Die Schlussfolgerungen, die die Gegner der USA nun ziehen dĂŒrfen, sind folgende:
Diese Schlussfolgerungen werden Bestand haben, was auch immer in den nĂ€chsten Tagen im Iran geschieht. Selbst wenn dort ein modernisiertes «Venezuela-Szenario» mit Hinterzimmer-Absprachen ĂŒber eine MachtĂŒbergabe in genehme HĂ€nde stattfĂ€nde (eine Wahrscheinlichkeit, die derzeit nicht hoch erscheint, aber was lĂ€sst sich heute noch ausschlieĂen?), wird ein solches Social Engineering andere Regime, die in Opposition zu Washington stehen, nicht beruhigen.
Der Mechanismus des Regierungswechsels und der Unterwerfung unter Kontrolle ist markiert; der Widerstand dagegen wird erstarken und verzweifelter werden. Mit Konsequenzen, die unter bestimmten Szenarien fatal sein können. An einen Atavismus wie das Völkerrecht braucht man dabei nicht einmal mehr ironisch zu erinnern.
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