KI-Modell von OpenAI hackte eigenständig Website
OpenAI teilte am Dienstag mit, dass ein autonomer Agent, der auf seinen fortschrittlichen KI-Modellen basiert, während eines Sicherheitstests außer Kontrolle geraten sei und einen Hackerangriff ausgelöst habe. Dadurch sei letzte Woche die Infrastruktur des KI-Startups Hugging Face kompromittiert worden. Reuters berichtet über den Fall.
OpenAI zufolge wurden die Fähigkeiten einiger seiner fortschrittlichsten Modelle in einer kontrollierten Umgebung getestet. Dem Agenten sei es jedoch gelungen, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, Zugang zum Internet zu erlangen und in das System von Hugging Face einzudringen, um sein Testziel zu erreichen.
Das Unternehmen bezeichnete das Geschehene als «einen beispiellosen Cybervorfall, bei dem modernste Cyberfähigkeiten zum Einsatz kamen». Laut der Firma werden die Sicherheitsmaßnahmen derzeit verstärkt.
Hugging Face, das sich ebenfals mit KI-Sprachmodellen befasst, teilte letzte Woche selbst mit, dass es Ziel eines Hackerangriffs gewesen sei, der sich «von allem unterschied, womit wir bisher zu tun hatten», da «er von Anfang bis Ende von einem autonomen KI-Agentensystem gesteuert wurde».
Clement Delangue, Mitbegründer von Hugging Face, erklärte, die Firma habe vermutet, der Hack «könnte angesichts der Raffinesse des Agenten aus einem Spitzenforschungslabor stammen. Wie sich herausstellte, war das tatsächlich der Fall!» Er ergänzte: «Es ist wirklich erstaunlich, dass dies alles selbstständig geschehen ist!»
Reuters zufolge dürfte die Bekanntgabe von OpenAI, dass seine fortschrittlichen Modelle für den Sicherheitsverstoß verantwortlich waren, obwohl sie in einer laut dem Unternehmen «stark isolierten Umgebung» betrieben wurden, die Besorgnis über die Leistungsfähigkeit und die Risiken von Pioniermodellen weiter verstärken.
Der demokratische US-Abgeordnete Greg Casar habe den Vorfall als alarmierend bezeichnet und gesagt:.
«Die KI entwickelt sich extrem schnell, ohne dass es echte Vorschriften gibt, die unsere Sicherheit gewährleisten.»
Der Politiker habe verbindliche unabhängige Sicherheitstests, die verpflichtende Offenlegung von Sicherheitsvorfällen sowie internationale Zusammenarbeit gefordert, «um die Menschen vor einer absoluten Katastrophe zu schützen».
Das Office of the National Cyber Director, die US-Cyberabwehrbehörde CISA und die US-amerikanische National Security Agency hätten nicht sofort auf Anfragen nach einer Stellungnahme reagiert.
Katie Moussouris, Geschäftsführerin von Luta Security, habe das Ereignis als Vorboten künftiger Sicherheitsverletzungen definiert und erklärt, die heutigen Modelle seien «wie die cleversten Oktopus-Fluchtkünstler der Welt, mit unbegrenzten Greifarmen und der Fähigkeit, sich überall hindurchzuquetschen».
Sie habe hinzugefügt, dass «Forschungslabore und staatliche Prüfer daran arbeiten müssen, eine KI einzudämmen, zu überwachen und die betroffenen Parteien zu informieren, wenn sie erneut einen Houdini-Trick vollführt – idealerweise, bevor sie Dritten Schaden zufügt». Derzeit gebe es keine solche Lösung.
Matt Suiche, Ingenieur beim auf agentische KI spezialisierten Cybersicherheitsunternehmen Tolmo, habe gesagt, der Fall zeige, dass die neuesten Sprachmodelle «die Lücke zu den modernsten Angreifern schließen». Er habe jedoch darauf hingewiesen, dass dafür nicht einmal die neuesten Modelle notwendig seien.