Trump: «Ich meine es ernst damit, Venezuela zum 51. Bundesstaat zu machen»
US-PrÀsident Donald Trump hat ernsthaft die Möglichkeit angesprochen, Venezuela zum 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten zu machen. Das berichtet Slay News. Die Aussage fiel am 11. Mai 2026 in einem Telefonat mit dem Fox News-Moderator John Roberts. Wörtlich sagte Trump:
«John, ich möchte Ihnen nur sagen, dass ich es damit sehr ernst meine. Sie können also darĂŒber reden. Ich meine es ernst damit, einen Prozess einzuleiten, um Venezuela zum 51. Bundesstaat zu machen.»
Trump begrĂŒndete dies vor allem mit den gewaltigen Ălreserven des Landes, die er auf rund 40 Billionen Dollar schĂ€tzt. «Venezuela loves Trump», fĂŒgte er hinzu.
ZunĂ€chst lieben aber vor allem die US-Ălkonzerne den US-PrĂ€sidenten. «Die Trump-Administration verwaltet den venezolanischen Ălsektor», wie Fox News schreibt. Und seitdem dies der Fall ist, hĂ€tten «die Exporte mehr als 1 Million Barrel pro Tag â den höchsten Stand seit 2018». Fox News zufolge erklĂ€rte ein Sprecher des WeiĂen Hauses:
«Wie der PrĂ€sident bereits sagte, sind die Beziehungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten auĂergewöhnlich. Die Ăllieferungen beginnen wieder zu flieĂen, und groĂe Geldsummen, die seit vielen Jahren nicht mehr gesehen wurden, werden bald dem venezolanischen Volk zugutekommen. (...) Die Wiederbelebung dieser neu geknĂŒpften Partnerschaft ist allein PrĂ€sident Trump zu verdanken â und das Beste kommt erst noch!»
Dass das Beste am Ende auch fĂŒr die venezolanische Allgemeinbevölkerung kommen wird, darf derweil bezweifelt werden. So zeigen Beispiele von LĂ€ndern wie Syrien und Libyen, bei denen die USA entscheidend am Regimewechsel beteiligt waren, dass sich die Situation danach nicht gebessert oder sich sogar noch verschlechtert hat.
Das gilt laut Politanalysten wie Shahed Bolsen auch fĂŒr die USA selbst. Ihm zufolge schlachtet die Elite das Land regelrecht aus. Bolsen vergleicht die Situation von Gesellschaften wie der in den Vereinigten Staaten mit der Abholzung eines Waldes: Die BĂ€ume (die Bevölkerung) und das HolzfĂ€llerunternehmen (die Elite) machen zwei völlig verschiedene Erfahrungen mit dem, was ablĂ€uft (siehe hier).
Zur Lage in Venezuela schrieb CNN Ende April:
«Trotz eines gewissen Optimismus hinsichtlich politischer und wirtschaftlicher Reformen haben Venezolaner, die von CNN befragt wurden, das GefĂŒhl, dass sich ihr Alltag nicht verĂ€ndert hat, selbst nach AnkĂŒndigungen von Investitionen und Prognosen fĂŒr Wirtschaftswachstum.»
Trumps ĂuĂerung, Venezuela zum US-Bundesstaat machen zu wollen, kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Venezuela nach der Festnahme von LangzeitprĂ€sident NicolĂĄs Maduro durch US-SpezialkrĂ€fte im Januar 2026 im Fokus steht. Die von vielen als völkerrechtswidrige EntfĂŒhrung kritisierte Operation markierte einen drastischen Machtwechsel im Land (TN berichtete). Maduro wurde in die USA gebracht, wĂ€hrend die von Washington anerkannte Opposition um Edmundo GonzĂĄlez die Kontrolle ĂŒbernahm.
WĂ€hrend die Meldung ĂŒber eine mögliche Staatswerdung in konservativen Kreisen teils als kĂŒhner strategischer Schachzug gefeiert wird, sehen Kritiker darin den Beginn einer neuen Ăra offener US-Hegemonialpolitik in Lateinamerika. Das Vorgehen in Venezuela wird gar als «Anfang eines Kolonialkriegs» bezeichnet. Demnach gehe es nicht allein um den Zugriff auf die weltgröĂten nachgewiesenen Ălreserven, sondern um die Wiederherstellung einer umfassenden US-Dominanz in der westlichen HemisphĂ€re im Sinne der Monroe-Doktrin. Ziel sei es, EinflussmĂ€chte wie China und Russland aus der Region zu verdrĂ€ngen und eine weitgehende wirtschaftliche und geopolitische Kontrolle zu erlangen.
Bereits kurz nach der MachtĂŒbernahme hatte Trump eine Executive Order unterzeichnet, die venezolanische Ăleinnahmen unter US-Kontrolle stellt. Die Einnahmen werden auf Treasury-Konten umgeleitet und unter Aufsicht des AuĂenministeriums verwaltet â offiziell zum Wiederaufbau des Landes, faktisch jedoch als Instrument der Einflussnahme.
Venezuela leidet unter enormen Schulden in Höhe von 150 bis 170 Milliarden Dollar, darunter Verbindlichkeiten gegenĂŒber China und Russland. Experten bezweifeln, dass die aktuellen Ăleinnahmen von 15 bis 20 Milliarden Dollar pro Jahr ausreichen, um gleichzeitig Schulden zu bedienen und den dringend nötigen Wiederaufbau von Infrastruktur, Gesundheitswesen und Energieversorgung zu finanzieren.
Ob Trumps Aussage zur Einverleibung Venezuelas als ernsthafter Plan, als Verhandlungstrumpf oder als provokante Markierung seiner «America First»-Doktrin gemeint ist, bleibt offen. Verfassungsrechtlich wĂ€re eine solche Eingliederung eines souverĂ€nen Staates ohnehin mit erheblichen HĂŒrden verbunden.