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Feed Titel: Verfassungsblog


Warum der erneute Angriff der USA und Israels auf den Iran offenkundig völkerrechtswidrig ist

Nach wochenlangen Drohungen haben die Vereinigten Staaten und Israel den Iran angegriffen. Noch ist offen, ob die MilitÀrschlÀge den Auftakt zu einem lÀngeren Konflikt markieren. Schon jetzt ist aber klar: Die Angriffe der USA und Israels sind offenkundig rechtswidrig. Sie verletzen das Gewaltverbot aus Art. 2 Abs. 4 der UN-Charta in einer Weise, wie sie kaum eindeutiger sein könnte.

Die rechtliche Bewertung unterscheidet sich im Kern nicht von jener der Angriffe, die beide Staaten im Juni vergangenen Jahres gegen iranische Nuklearanlagen gefĂŒhrt haben. Die damaligen Argumente mĂŒssen hier nicht wiederholt werden (NĂ€heres dazu hier und hier). Wichtiger ist, dass sich weder Israel noch die USA plausibel auf ihr Recht zur Selbstverteidigung nach Art. 51 der Charta berufen können – weder einzeln noch kollektiv. Der Iran hat die USA oder Israel nicht angegriffen, jedenfalls nicht in jĂŒngerer Zeit. Gab es Bedrohungen durch frĂŒhere Angriffe, sind diese lĂ€ngst entfallen. Es gab auch keinen andauernden bewaffneten Angriff Irans, der den RĂŒckgriff auf Selbstverteidigung hĂ€tte rechtfertigen können.

Wenn ĂŒberhaupt, dann ließe sich an die Verhinderung eines kĂŒnftigen iranischen Angriffs denken – nuklear oder auf andere Weise –, gestĂŒtzt auf eine Theorie der antizipierenden Selbstverteidigung gegen einen unmittelbar bevorstehenden Angriff. Doch selbst nach der weitestmöglichen, noch vertretbaren Auslegung wĂ€re ein Gewalteinsatz gegen den Iran nur dann rechtmĂ€ĂŸig, wenn drei Voraussetzungen erfĂŒllt wĂ€ren: Erstens mĂŒsste der Iran die Absicht gehabt haben, die USA oder Israel anzugreifen – also eine entsprechende Entscheidung seiner FĂŒhrung getroffen worden sein. Zweitens mĂŒsste der Iran dazu tatsĂ€chlich fĂ€hig gewesen sein. Und drittens mĂŒsste der Einsatz von Gewalt gerade jetzt notwendig gewesen sein, weil nur in diesem Moment das letzte Zeitfenster bestanden hĂ€tte, um den kĂŒnftigen Angriff zu verhindern.

Keine dieser Voraussetzungen liegt vor – ebenso wenig wie im vergangenen Sommer. Mehr noch: Das Argument der antizipatorischen Selbstverteidigung ist heute sogar noch schwĂ€cher, denn die Angriffe des letzten Sommers haben Irans FĂ€higkeit, eine Nuklearwaffe zu entwickeln, erheblich beeintrĂ€chtigt. PrĂ€sident Trump sprach damals davon, das iranische Atomprogramm sei „ausgelöscht“ worden. Belege dafĂŒr, dass der Iran sein Programm seither wiederaufgebaut, die Entscheidung zum Bau einer Waffe getroffen, sie auf eine ballistische Rakete montiert und ihren Einsatz gegen die USA oder Israel geplant hĂ€tte, wurden nicht vorgelegt. Mehrere ErklĂ€rungen amerikanischer AmtstrĂ€ger aus den letzten Tagen, die in diese Richtung deuten, sind im Gegenteil entweder unzutreffend oder unbelegt.

Kurzum: Es gab keinen unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Angriff Irans auf diese beiden Staaten – weder nuklear noch anderweitig. Das gilt selbst unter der weitestmöglichen – und keineswegs zwingenden – Auslegung des Begriffs der Selbstverteidigung gegen einen drohenden Angriff. Nach engerer Auffassung, wonach ein unmittelbar bevorstehender Angriff tatsĂ€chlich kurz vor seiner AusfĂŒhrung stehen muss, bestand erst recht kein Angriff des Irans. Hinzu kommen jene Staaten und Völkerrechtler:innen, die jede Form der Selbstverteidigung gegen einen noch nicht erfolgten Angriff grundsĂ€tzlich ablehnen. Nur wer prĂ€ventive Gewaltanwendung gegen jede beliebig wahrgenommene kĂŒnftige Bedrohung fĂŒr zulĂ€ssig hĂ€lt, könnte hier ĂŒberhaupt ein Argument konstruieren. Doch das wĂ€re keine Selbstverteidigung mehr, sondern die vollstĂ€ndige Entkernung des ius ad bellum.

Die Lage ist damit klar. Es lĂ€sst sich nicht ernsthaft vertreten, dass diese Angriffe nach der UN-Charta rechtmĂ€ĂŸig sind. Ebenso wenig ĂŒberzeugt die These, es handele sich um die Fortsetzung eines bereits bestehenden bewaffneten Konflikts – aus den bereits dargelegten GrĂŒnden. Ganz vielleicht wird sich daraus etwas Gutes ergeben – um Irans Diktator und sein mörderisches Regime werde ich gewiss nicht trauern –, doch viel spricht nicht dafĂŒr. Weitaus wahrscheinlicher ist, dass viele Unschuldige sterben werden – im Iran und womöglich auch in Israel – und dass ihr Tod vergeblich sein wird. FĂŒr die rechtliche Bewertung im Rahmen des ius ad bellum ist das allerdings unerheblich. Die Verletzung der UN-Charta liegt hier so offen zutage, wie es deutlicher kaum sein könnte.

Eine englische Fassung dieses Textes ist auf EJIL:Talk erschienen.

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MissverstÀndnisse zur Mietpreisbremse

Mit Beschluss vom 8. Januar 2026 hat das BVerfG die VerlĂ€ngerung der Mietpreisbremse fĂŒr verfassungsgemĂ€ĂŸ erklĂ€rt. Damit bestĂ€tigt es eine Entscheidung aus 2019, in der es bereits die – zunĂ€chst zeitlich befristete – EinfĂŒhrung der Mietpreisbremse gebilligt hatte. Auf den ersten Blick scheint die bloße BestĂ€tigung der frĂŒheren Entscheidung kaum der Rede wert. Wie so oft teilt Karlsruhe die relevanten Nachrichten aber nicht im Tenor, sondern zwischen den Zeilen mit. Bei genauerem Hinsehen rĂ€umt das Gericht nĂ€mlich mit einer Reihe von MissverstĂ€ndnissen auf, fĂŒr die seine frĂŒhere Entscheidung Anlass gegeben haben mag.

Unwirksam und doch grundrechtsverletzend?

Die Mietpreisbremse des § 556d Abs. 1 BGB begrenzt die maximale Miethöhe bei Vertragsschluss auf 10 % ĂŒber der ortsĂŒblichen Vergleichsmiete. Dabei gilt die Begrenzung nicht flĂ€chendeckend, sondern nur in Regionen, die die jeweilige Landesregierung als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt deklariert hat (§ 556d Abs. 2 Satz 1 BGB), was inzwischen die meisten GroßstĂ€dte betrifft. In der Theorie soll so gewĂ€hrleistet werden, dass Mietpreise in urbanen Regionen nicht mehr ungehindert steigen können. In der Praxis hat die Mietpreisbremse allerdings gleich in doppelter Hinsicht einen schlechten Ruf. So kritisieren die einen, dass die Mietpreisbremse Vermieter*innen in ihrer Eigentumsfreiheit zu stark einschrĂ€nke und eigentlich erwĂŒnschte Investitionen in den Wohnungsmarkt unattraktiv mache. Die anderen beklagen dagegen, dass sie nicht geeignet sei, den drastisch steigenden Mieten entgegenzuwirken. Trotz der Mietpreisbremse stiegen die Mieten in den letzten zehn Jahren in deutschen GroßstĂ€dten nĂ€mlich um durchschnittlich 47,55 %; in Berlin sogar um 81,06 %. Die GrĂŒnde hierfĂŒr liegen auch in den zahlreichen Ausnahmen und Umgehungsmöglichkeiten der Mietpreisbremse, die die Bundesjustizministerin Hubig nun zum Teil adressieren will: Schon von Gesetzes wegen sind sĂ€mtliche GebĂ€ude ausgenommen, die nach 2014 errichtet oder umfassend modernisiert wurden (§ 556f Satz 1 BGB). Zudem lĂ€sst die Regelung MöblierungszuschlĂ€ge zur Miete zu. Vor allem aber schreckt die ganz ĂŒberwiegende Mehrheit der Mieter*innen davor zurĂŒck, AnsprĂŒche durchzusetzen, sodass die Anzahl der geltend gemachten AnsprĂŒche im Promillebereich liegt.

Verfassungsrechtliche Altlasten

Gegen die EinfĂŒhrung der Mietpreisbremse hatte die zustĂ€ndige Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts keine Bedenken. Die Verfassungsbeschwerde einer Vermieterin aus Berlin nahm es 2019 nicht zur Entscheidung an. Warum also musste das Gericht ĂŒberhaupt erneut ĂŒber die Mietpreisbremse entscheiden? Die Mietpreisbremse durch Erlass einer Rechtsverordnung anzuwenden, war von Beginn an nur zeitlich befristet möglich, was bereits zweimal verlĂ€ngert wurde (derzeit gemĂ€ĂŸ § 556d Abs. 2 Satz 4 BGB bis Ende 2029). Gegen die erste VerlĂ€ngerung wendete sich nun die BeschwerdefĂŒhrerin.

Dass auch gegen die VerlĂ€ngerung der Mietpreisbremse Verfassungsbeschwerde(n) erhoben werden wĂŒrde(n), hat das Gericht möglicherweise selbst verursacht: In seinem Beschluss von 2019 stĂŒtzte es die VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit des Gesetzes unter anderem darauf, dass der Eingriff in seiner IntensitĂ€t dadurch gemildert wĂŒrde, dass die Mietpreisbremse nur fĂŒr den zunĂ€chst festgesetzten Zeitraum von fĂŒnf Jahren gelte (2019, Rn. 86). Daraus folgerten manche, das Gericht habe eine lĂ€ngerfristig geltende Mietpreisbremse fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. In der Reform von 2024 begrĂŒndete Marco Buschmann die vermeintliche Notwendigkeit einer Eingrenzung des Anwendungsbereichs mit der zeitlich zunehmenden EingriffsintensitĂ€t. Auch Vermietervereinigungen warnten vor Grundrechtsverletzungen. Hieraus entstand auch in der Rechtswissenschaft das Narrativ, das BVerfG habe entschieden, dass die Mietpreisbremse nur als vorĂŒbergehende Maßnahme verfassungsgemĂ€ĂŸ sei (bspw. Kreuter-Kirchhof, DÖV 2021, 103 (107)). Eine VerlĂ€ngerung intensiviere den Grundrechtseingriff, sodass er nicht mehr zu rechtfertigen sei (dazu schon kritisch auf diesem Blog).

Erinnerung an vergessen MaßstĂ€be

Die neue Entscheidung kann als Absage an jene Argumente verstanden werden. Deshalb nahm das BVerfG die Verfassungsbeschwerde bereits nicht zur Entscheidung an (§ 93b Satz 1 BVerfGG). Gleichzeitig hob es aber hervor, dass es die VerlĂ€ngerung fĂŒr verfassungsgemĂ€ĂŸ hĂ€lt und bediente sich dazu einer fĂŒr NichtannahmebeschlĂŒsse untypisch langen BegrĂŒndung. Die BegrĂŒndung nutzt das Gericht, um bisherige MaßstĂ€be zu rekapitulieren, wegen derer Preiseingriffe wie jene der Mietpreisbremse keine Verletzung der Eigentumsgarantie der Vermieter*innen darstellen. Darin liegt eine willkommene Erinnerung, werden diese im politischen Diskurs doch allzu oft vergessen.

So stellt das BVerfG erneut klar, dass Art. 14 Abs. 1 GG von vornherein nicht die eintrĂ€glichste Nutzung des Eigentums schĂŒtzt (2026, Rn. 45, zuvor schon BVerfGE 91, 294, Rn. 60). Art. 14 Abs. 1 GG schĂŒtzt aus Sicht des BVerfG zwar grundsĂ€tzlich die freie Nutzung des Eigentums, aber nicht die Erwartung auf maximalen Profit, beispielsweise aus dessen Vermietung. Diesem eigenen Obersatz kommt das BVerfG allerdings in der Folge nicht konsequent nach. Denn nimmt man das Gericht beim Wort, so lĂ€ge in einer Begrenzung der maximalen Renditeerwartung eigentlich schon kein Eingriff in Art. 14 Abs. 1 GG: Was nicht vom Schutzbereich umfasst ist, darin lĂ€sst sich schon nicht eingreifen.

Das Gericht bejaht dennoch einen Eingriff durch die Mietpreisbremse in „die Freiheit, aus der vertraglichen Überlassung des Eigentums zur Nutzung durch andere den Ertrag zu ziehen, der zur finanziellen Grundlage fĂŒr die eigene Lebensgestaltung beitrĂ€gt“ (2026, Rn. 26). Hier hĂ€tte die Chance gelegen, auf das hinzuweisen, was mit Blick auf die Eigentumsgarantie hĂ€ufig untergeht: Das Grundgesetz schĂŒtzt das Eigentum nicht als vorgefundenes Naturrecht. Erst die Rechtsordnung bestimmt den Inhalt des Eigentums (Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG); sie legt fest, was als schutzwĂŒrdiges Eigentum anerkannt und welcher Gebrauch geschĂŒtzt wird. Bei konsequenter Anwendung der eigenen MaßstĂ€be hĂ€tte das Gericht eigentlich keinen Eingriff in das Eigentumsgrundrecht nach Art. 14 Abs. 1 GG, sondern in die von der allgemeinen Handlungsfreiheit umfasste Privatautonomie prĂŒfen mĂŒssen.

Der in der Begrenzung der Höchstmiete liegende Eingriff ist nach stĂ€ndiger Rechtsprechung (2019, Rn. 69 sowie BVerfGE 91, 294, Rn. 60) des BVerfG allerdings erst dann nicht mehr verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, wenn die Miethöhenregulierung auf Dauer zu Verlusten fĂŒr die Vermieter*innen oder zu einer SubstanzgefĂ€hrdung der Mietsache fĂŒhrt (2026, Rn. 42). Vor dem Hintergrund dieses Maßstabs hĂ€tte das Gericht eigentlich nicht viel mehr sagen mĂŒssen. Dass eine 10 % oberhalb der ortsĂŒblichen Vergleichsmiete liegende Miete nicht geeignet wĂ€re, die Instandhaltungskosten zu tragen oder dass sie dauerhafte Verluste verursachen wĂŒrde, dĂŒrfte praktisch ausgeschlossen sein. Dass das Gericht dennoch in eine AbwĂ€gung einsteigt, relativiert den Maßstab wieder.

Mietenbegrenzung als legitime Reaktionsform

Auf Grundlage der ausfĂŒhrlichen EntscheidungsgrĂŒnde dĂŒrften nun jedenfalls einige MissverstĂ€ndnisse der Entscheidung aus 2019 aus der Welt geschafft sein: Das darin noch angefĂŒhrte Argument, die zeitlich vorĂŒbergehende Ausgestaltung mindere die EingriffsintensitĂ€t (2019, Rn. 87), sucht man in dieser neuen Entscheidung jedenfalls vergeblich. Dass die Mietpreisbremse nur als befristete Maßnahme verfassungskonform sein soll, lĂ€sst sich auch im Übrigen nicht mehr aus der aktuellen Entscheidung herauslesen. So betont das Gericht, dass sich auf angespannten MĂ€rkten Preise bilden können, die „im Hinblick auf die soziale Funktion des Eigentumsobjekts nicht mehr angemessen“ sind. Es sei daher verfassungsrechtlich legitim, „die Nutzung nicht völlig dem freien Spiel der KrĂ€fte und dem Belieben der Einzelnen zu ĂŒberlassen“ und regulierend in den Preismechanismus einzugreifen (2026, Rn. 32). Zwar kann nach dieser Argumentation ein entsprechender Eingriff nur gerechtfertigt sein, solange der Wohnungsmarkt unter (großer) Anspannung steht. Dass dies durch eine Befristung der Mietpreisbremse selbst sichergestellt werden muss, gibt das Gericht aber gerade nicht vor. Vielmehr deutet es an, dass der Verordnungsgeber schon durch die vorgegebene Maximalgeltungsdauer der Mietenbegrenzungsverordnungen die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit ausreichend regelmĂ€ĂŸig prĂŒft (2026, Rn. 47). Dem Gesetzgeber stĂŒnde es also frei, die derzeit in § 556d Abs. 2 Satz 4 BGB vorgesehene Befristung bis Jahresende 2029 aufzuheben und es stattdessen dem Verordnungsgeber zu ĂŒberlassen, regelmĂ€ĂŸig zu ĂŒberprĂŒfen, ob und wie lange eine (erneute) Mietenbegrenzung erforderlich ist.

Auch wenn es sich schon aus der Grenze der dauerhaften Verluste ergibt, sieht sich das Gericht hinsichtlich der konkreten Mietobergrenzen zu einem obiter dictum im Detail veranlasst. In einem Nebensatz fĂŒhrt es aus, dass Art. 14 Abs. 1 GG keine Orientierung der Mieten am unregulierten Markt (2026, Rn. 49) vorgebe. Hier deutet das Gericht (in Form der Kammer) zumindest an, dass es auch gegenĂŒber einer stĂ€rkeren Regulierung, etwa in Form eines Mietendeckels oder einer Wohnraumbewirtschaftung, keine grundlegenden materiell-verfassungsrechtlichen Bedenken hĂ€tte.

Dass gesetzliche Mietobergrenzen nicht zwingend am Markt orientiert sein mĂŒssen, entkrĂ€ftet auch einen weiteren Einwand, der gegen VerlĂ€ngerungen der Mietpreisbremse vorgebracht wurde: Mit fortschreitender Zeit unterfĂ€llt ein wachsender Anteil an MietvertrĂ€gen der Mietpreisbremse, sodass der Mietspiegel zunehmend von den bereits regulierten Mieten beeinflusst ist und dadurch seinerseits weniger stark ansteigt. Dass dieser Mechanismus wegen der kurzen Dauer noch nicht griff, diente 2019 noch als weiterer Grund fĂŒr die VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit (2019, Rn. 84 f.). Das Argument greift sieben Jahre spĂ€ter zwar weniger – muss es aber auch nicht, wenn die Mieten ohnehin nicht zwingend am Markt orientiert sein mĂŒssen. Jedenfalls die Möglichkeit der zehnprozentigen Überschreitung wiegt aus neuerlicher Sicht des Gerichts den Eingriff auf (2026, Rn. 50).

Finanzialisierung statt Gentrifizierung

Der vielleicht grĂ¶ĂŸte Unterschied zwischen beiden BeschlĂŒssen liegt aber gerade in dem, was das Gericht nun nur noch am Rande heranzieht: Der frĂŒhere Beschluss stĂŒtzte sich maßgeblich auf die Verhinderung von Gentrifizierung als Rechtfertigungsgrund fĂŒr die Begrenzung der Mieten. WĂ€hrend zweifelsfrei Gentrifizierung eine Rolle in der Mietentwicklung spielt, stellt die jĂŒngere stadtsoziologische Forschung deren Bedeutung in Frage. Wichtiger sei die Finanzialisierung, d. h. die wachsende Bedeutung von Immobilien als Objekte des Finanzmarktes. Mieten steigen danach vor allem aufgrund von Bodenspekulation und renditegetriebener Profitmaximierung. Eine Begrenzung der Mieten kann hier Abhilfe schaffen, indem sie zugleich Immobilien als Anlageobjekt weniger attraktiv macht. Das spricht das BVerfG zwar nicht ausdrĂŒcklich aus, aber zwischen den Zeilen an: Es stĂŒtzt seine Argumentation primĂ€r auf die allgemein problematische Wirkung steigender Mieten mit Blick auf soziale Ungleichheitslagen (insbesondere 2026, Rn. 31); Gentrifizierung tritt lediglich als ergĂ€nzendes Argument daneben (2026, Rn. 53). Die Mietpreisbremse ist also nicht erst gerechtfertigt, wenn Bevölkerungsteile verdrĂ€ngt werden, sondern bereits dann, wenn die Mieten fĂŒr alle in problematischem Ausmaß steigen. Sie verfolgt schlicht das Ziel, „drastische Mietanstiege einzudĂ€mmen und Mieterinnen und Mieter vor den negativen Effekten zu schĂŒtzen, die damit einhergehen, dass auf angespannten MietmĂ€rkten Vermieterinnen und Vermieter ErtrĂ€ge realisieren können, die mit der Sozialgebundenheit ihres Eigentums im Sinne des Art. 14 Abs. 2 GG nicht in Einklang stehen“ (Rn. 57). So rĂŒckt das BVerfG die problematische Mietpreisentwicklung an sich in den Vordergrund, ohne auf stadtpolitisch orientierte Hilfsargumente zurĂŒckgreifen zu mĂŒssen.

Rechtspolitische Folgen

Dass die VerlĂ€ngerung der Mietpreisbremse verfassungsgemĂ€ĂŸ ist, dĂŒrfte nur wenige ĂŒberraschen. Der Beschluss erinnert aber darĂŒber hinaus an die gesetzgeberischen SpielrĂ€ume im Mietpreisrecht. KĂŒnftige rechtspolitische Diskussionen sollten nicht erneut den MissverstĂ€ndnissen des frĂŒheren Beschlusses unterliegen. Dass Jan-Marco Luczak in der Entscheidung nun eine „klare Absage an ĂŒberbordende Regulierungsfantasien“ sieht, kann eigentlich nur als bewusste und interessengeleitete Fehlinterpretation der Entscheidung verstanden werden. Denn Karlsruhe lĂ€sst keinen Zweifel daran, dass eine Mietpreisbremse jedenfalls so lange zulĂ€ssig ist, wie die Lage auf den WohnungsmĂ€rkten in Ballungsgebieten derart angespannt ist. Mehr noch: Unter diesen Bedingungen kann der Gesetzgeber sogar darĂŒber hinausgehen, etwa mit einem Mietendeckel auf Bundesebene.

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“Muskism Proposes Something More Like Social War”

Elon Musk’s influence extends far beyond business. From his attempts to intervene in national elections to the deep reliance of governments on his companies, his power is felt across a wide range of public life – and it continues to grow. But to understand how powerful and how potentially dangerous for democracy Musk’s empire truly is, one has to examine the worldview that made his rise possible. In their new book, the historian Quinn Slobodian and the writer Ben Tarnoff trace the ascent of the self-styled “Technoking” and the idea of fusing human beings with machines. We spoke with them about Musk’s relationship with the state, “cyborg conservatism,” and whether anything can still counter the fusion of political and digital power.

1. Elon Musk is not only the richest person in the world; he has also become a major political force worldwide, with influence that extends even into the dynamics of war. In your book, you suggest that instead of asking who Musk is, the more interesting question is what he is a symptom of. So let’s start there: what kind of worldview lies behind his rise?

We treat Muskism the same way previous thinkers have treated Fordism: not as a worldview articulated in advance by a singular innovator-genius, but as a way of organizing production processes and social relations that offered both a novel model of accumulation and a novel form of social stabilization. Musk’s wealth has always hinged on his capacity to surf the vanguard of new means of enrichment – whether by tapping capital markets, finding commercial uses for the state-funded research network of the Internet, sniffing out new consumer niches as tastes change, or, time and again, aligning his own enterprises with government priorities.

The challenge, as we see it, is that his system has an adaptive economic logic but it often has difficulty finding its social complement. Whereas Fordism, at least ideally, was a system of social peace – reconciling workers to wage labor through rising incomes and intragenerational chances for mobility – Muskism proposes something more like social war, compensating for inequality through a language of violent exclusion and the vilification of outsiders.

Musk makes machines – and, famously, the machines that make the machines – but he also needs to make meaning-making machines. Hence, his interest in social media and, more recently, generative AI. Part of what drives Muskism is the quest for the equivalent of what Louis Althusser called “ideological state apparatuses”: institutions that can inculcate a particular set of values and beliefs in the broader population.

2. Many people associate Musk with an especially hardline version of libertarianism. You argue that this label misses the mark. Why?

Like all capitalists, Musk seeks to evade, dilute, and dismantle laws or regulations that threaten to constrain his freedom to accumulate. But it would be a mistake to suggest that he wants to shrink the state. On the contrary, Musk has always been keenly attuned to the advantages to be gained by partnering with the state and using its resources to his advantage.

We call this dynamic “state symbiosis,” and we trace its development from Musk’s early days as a dot-com entrepreneur in Silicon Valley in the 1990s. Perhaps its clearest expression is to be found in SpaceX, whose control of the orbital launch market – in 2025, the company was responsible for 95 percent of all U.S. orbital launches and more than half of all launches globally – has made many governments around the world, including and especially the US government, deeply reliant on Musk. The satellite service of the company, Starlink, owns over 70 percent of the satellites currently circling the earth.

SpaceX doesn’t want its client-governments to be weak. It wants them to be strong enough to assert their sovereignty – so long as the assertion of their sovereignty requires deepening their dependence on private providers like SpaceX. In this sense, Muskism is about increasing state capacity through private means. We call this “sovereignty as a service.”

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The ICJ’s Advisory Opinion on Climate Change
Edited by Maria Antonia Tigre, Maxim Bönnemann & Antoine De Spiegeleir

“The ICJ opinion is the most definitive statement ever made about international law and climate change. However, it is lengthy and complex. In this volume, the editors have assembled some of the world‘s leading scholars in the field to unravel the opinion and probe the subtleties of what it did and didn‘t say.”

– Michael Gerrard, Columbia Law School

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3. You place considerable weight on the influence of apartheid-era South Africa on Muskism, particularly on what you call “fortress futurism.” What do you mean by that?

Fortress futurism is the belief that technology can strengthen self-reliance and sovereignty in a hostile or unstable world. It presents itself as a successor ideology to the system of multilateralism that dominated the decades after the fall of the Berlin Wall. It is also a predecessor ideology, in the sense that we trace its origins to apartheid South Africa, where Musk grew up. The leaders of the apartheid regime saw themselves as an embattled garrison state surrounded by enemies, and to ensure the survival of their state, they had to embrace high technology and economic self-sufficiency. They pursued a model of militarized, modernizing isolation.

We can see fortress futurism as a theme surfacing throughout Musk’s career. One of its clearest expressions was in his early – and, at the time, deeply unfashionable – emphasis on vertical integration. Musk started SpaceX in 2002 and became CEO of Tesla in 2008. At both companies, he pushed to reduce his reliance on external suppliers and to concentrate production as much as possible within the walls of the firm. These decisions cut deeply against the globalizing currents of the 2000s, which positioned the factory as a node within an international production network woven together through global supply chains. Think of how Apple assembles its iPhones, for instance: “designed in California, assembled in China.” By contrast, Musk envisioned the factory as an enclave.

His industrial philosophy may have been out of step with the 2000s, but it would come in handy in the 2010s and 2020s, as SpaceX and Tesla navigated the tariffs, geopolitical tensions, and supply chain shocks of a deglobalizing world, not to mention the dislocations of the Covid-19 pandemic. As policy uncertainty multiplies, and export controls and license bans become part of the workaday repertoire of advanced industrial states rather than exceptions, fortress futurism has increasingly become mainstream.

4. Let me come back to Musk’s relationship with the state. You argue that Muskism no longer sees sovereignty mainly as a matter of territory, but of infrastructure. Why is that shift so significant?

Scholars like Frank Pasquale have argued that our increased reliance on digital platforms and technologies has produced a gap between what he calls “territorial sovereignty” and “functional sovereignty.” Although states may still retain the final say over traditional matters of defense in legal terms, they are nevertheless functionally reliant on private companies to realize their own ambitions, often even at the most basic level.

Our argument is that one critical component of Muskism is the acceleration of the state’s dependency on private service providers. This is why, for example, in the book’s final chapter, we do not frame the DOGE initiative as primarily an austerity or cost-cutting effort, but rather as a means of opening up and integrating sections of government that were previously siloed from one another, making them interoperable and accessible to data and systems integrators like Palantir. In many cases, states have willingly gone along with this rise of functional sovereignty; for example, by using websites like X as official portals for information. Musk’s decision to turn off internet connectivity to Ukrainian forces in the early months of the Russian conflict shows how high the stakes can be for this loss of functional sovereignty.

The twist we identify in Muskism, however, is that it promotes sovereignty not just at the national level, but at the household and individual level. Tesla offers an entire ecosystem of products around a vision of energy autonomy: not just cars, but battery storage and solar panels for your home. Lately, the still-rising valuation of Tesla is premised on the displacement of the automobile as its primary product by the humanoid robot Optimus, which Musk promises will become the best-selling product of all time. Here, individual sovereignty is augmented in a long-standing, even premodern way: through a servant, a laborer, a soldier and, as he has repeatedly promised, an on-demand sexual companion. Yet, as we make clear through many examples, what is sold as autonomy is in fact a deepened dependency on the systems Musk provides – systems that can be turned off at the press of a button, or subjected to new and higher subscription rates.

Scholars have long understood sovereignty to be not just a formal and legal category but a question of a state’s capacity to fulfill its aims. Muskism presents itself as an enabler of both individual and state sovereignty while in practice producing asymmetric dependency on himself and his products.

5, As you describe it, Muskism is also about machine power gradually displacing democratically legitimized forms of rule. Is there any realistic way to push back against the growing fusion of political authority and digital power?

Traditionally, scholars and activists have critiqued algorithmic systems for being depoliticizing. By giving the appearance of neutrality and impartiality, such systems conceal their fundamentally political character – that is, the fact that they both reflect and reinforce a particular distribution of social power. So, for example, when a government agency begins using software to help make certain choices – to evaluate people’s eligibility for social services, say, or to determine the length of a prison sentence – it looks “less political” even if politics is still at work.

What’s distinctive about Muskism is that, while it is eager to substitute machines for humans, it embraces technology as a political force. Musk’s DOGE initiative made reference to increasing the efficiency of government and reducing the federal deficit, but its main agenda was to purge Washington of “wokeness,” and, toward that end, replaced human workers with software wherever possible. Similarly, Grok represents Musk’s attempts to develop an “anti-woke” AI, in order to counter what he sees as the liberal bias of the tech industry. AI’s automation of human labor, in this view, goes hand in hand with the automated dissemination of “anti-woke” politics.

Understanding this aspect of Muskism helps us understand how its fusion of political authority and digital power might be resisted. It’s not that we need to insist on the fact that Musk’s technological ventures are political – he already insists that they are. It’s that they have the wrong kind of politics: they are explicitly designed to intensify social inequality and strengthen social hierarchies. He propagates what we call cyborg conservatism. Contra Donna Haraway and many others, under Muskism fusion with the machine should not scramble and rewrite traditional categories of gender, race, and national identity but buttress and harden them.

One response would be to say that the use of AI should be restricted. Certain spheres of human activity should be reserved for human deliberation and decision-making, especially when it comes to choices that are likely to affect the lives of millions. Equally important, however, is that we see politics not as a kind of “programming” coordinated from above – which is how Musk sees it – but rather as a process of collective intelligence and creativity that arises from below. Such politics can make use of digital technologies, of course, but for very different ends than those sought by Musk and Muskism.

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Editor’s Pick

by MARGARITA IOV

Man Soo, the protagonist of “No Other Choice” by Park Chan-wook, appears to have it all: a wife, two children, a beautiful house. But when he suddenly loses his job at the paper factory after 25 years, his status, security, and sense of self are at stake. If he does not find work soon, the house will have to be sold. In a desperate attempt to reclaim his place in the world, he begins to eliminate his competitors for a promising position at another paper factory, one by one. In each of them, he recognizes his own reflection. With dark humor and deep compassion, the film explores the meaning of work in late-stage capitalism and the fragility of social security. In the end, who will succeed in securing the very last spot in this new, depopulated world of work — and at what cost?

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The Week on Verfassungsblog

summarised by EVA MARIA BREDLER

Not just states, but all of us have become deeply dependent on private Big Tech companies: ChatGPT’s search function now reaches an average of 120.4 million users per month in the EU (and many of them likely trust the search results more than their own judgement – or even fall in love with them, but that’s another story). The European Commission is currently assessing whether ChatGPT can be classified as a “Very Large Online Search Engine” under the Digital Services Act. This is primarily a politically and economically sensitive question. JACOB SCHAAL, MAXIMILIAN LENNER, and TUNMISE AKINYEMI (ENG) make a case for a functional interpretation of the DSA, which would bring ChatGPT under EU regulatory oversight.

Big Tech regulation was also in the spotlight last week amid a proposed social media ban for minors. While Germany is still debating the issue, France has already put forward a draft law. LUC VON DANWITZ (GER) examines the French Council of State’s opinion on the law and draws lessons for constitutional and EU law that could inform similar regulation in Germany.

Aside from social media, young people spend most of their time in school (often mixing the two). Almost a decade ago, research at the Berlin Social Science Center sparked a debate over the increasing social selectivity of private schools in Germany. Yesterday, the Berlin House of Representatives passed a reform to make private school funding fairer, including tuition tables and social supplements. MICHAEL WRASE and FELIX WIRTH HANSCHMANN (GER) defend the reform as constitutional.

Money also governs the funding of democracy projects. Increasingly, the German government seeks to steer this funding directly towards specific policy aims. JANNIK JASCHINSKI and KLAAS MÜLLER (GER) warn that this threatens the sustainable work of civil society in support of the liberal democratic basic order.

A subtler threat comes from the return of the extremism clause, which obliges democracy project sponsors to affirm their commitment to the liberal-democratic order. MAXIMILIAN PICHL (GER) explains how democracy projects operate and why the AfD’s new extremism clauses could play into their hands.

Parity debates have returned as well: following a push from SPD and CDU politicians, gender-balanced electoral lists are once again on the political agenda. DANA-SOPHIA VALENTINER (GER) notes that the discussion is dominated by extreme positions and instead emphasises the room for manoeuvre available to policymakers.

At the EU level, the room for manoeuvre may be a little too wide: EU heads of state and government met on 12 February at Alden Biesen Castle. Under the banner of “simplification”, they approved reforms that could fundamentally reshape EU law-making. ALBERTO ALEMANNO (ENG) criticises what he calls the “castle method”: treaty-level change via informal summitry, bypassing Article 48 TEU and undermining institutional balance.

The EU has also engaged in global informal diplomacy: Commissioner Dubravka Ơuica’s participation in the inaugural meeting of Trump’s “Board of Peace” in Washington has drawn significant criticism. While several Member States questioned whether she even had any mandate to participate in such a politically contested initiative, the Commission defended her presence on the grounds of the EU’s direct interest in Gaza’s reconstruction. PETER VAN ELSUWEGE (ENG) highlights the serious EU law concerns this raises.

The institutional design of the African Union also raises concerns. Burundi has now assumed the AU’s rotating presidency, even as violence escalates in eastern Democratic Republic of Congo and thousands of Burundian troops are deployed there. The AU does not regulate how participation in an armed conflict affects the chairmanship. For HAKIM NKENGURUTSE (ENG), this exposes a structural tension at the heart of the Union’s peace mandate.

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Musk, Power, and the EU: Can EU Law Tackle the Challenges of Unchecked Plutocracy?
Alberto Alemanno & Jacquelyn D. Veraldi (eds.)

At a time when calls for the EU to respond to Musk’s actions are multiplying, the question of whether, why, and how the EU may react remains largely unanswered. What makes Musk’s conduct problematic under EU law? Is it a matter of disinformation, electoral integrity, foreign influence, unprecedented market concentration, or possible abuse of power? This edited volume unpacks whether and how (EU) law may tackle the existence and exercise of unprecedented plutocratic power.

Explore the Verfassungsbook here – as always, Open Access!

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In July last year, we made numerous, until-then largely unpublished memoranda and letters from Israeli international law scholars on the Gaza war publicly available, introduced and analysed by KAI AMBOS. We now present an updated version, including a further letter on the ground offensive in Gaza City and the “widespread bombing of residential buildings,” as well as a document on the duty to investigate war crimes.

The US intervention in Venezuela violated the UN Charter’s prohibitions on the use of force and non-intervention. At the same time, it created political space: Venezuela has recently adopted an amnesty law. KAI AMBOS and GUSTAVO URQUIZO (ENG) explain why the sweeping amnesty may entrench executive control over justice rather than promote reconciliation.

No amnesty was granted in South Korea: on 19 February, the Seoul Central District Court sentenced former President Yoon Suk Yeol to life imprisonment for leading an insurrection. His supporters refuse to recognise the verdict. JOSEPHINA LEE (ENG) argues that this delegitimisation of judicial decisions only deepens polarisation.

Italy, too, remains polarised. The latest symptom is the two “Security Decrees” issued by the Meloni government, restructuring the criminal justice system. FILIPPO VENTURI (ENG) traces how Italian populism has evolved into a punitive governance style that curtails protest and expands state coercion.

Space for dissent was also on the agenda at the Bavarian Administrative Court, which confirmed that far-right activist Björn Höcke may speak in municipal halls. RALF MICHAELS (ENG) describes Bavaria’s attempt to exclude certain political events from public venues – and why it conflicts with the Basic Law.

In a few decades, we may look back almost fondly on the headaches once caused by analogue public spaces. Or we may have closed digital spaces and fought for a fairer use of public space, where Optimus offers us clusters of grapes. Anything is possible if, as QUINN SLOBODIAN and BEN TARNOFF suggest above, politics is understood not as programming but “as a process of collective intelligence and creativity that arises from below”. Creativity is not a gift bestowed on a few geniuses by divine providence, but our everyday, instinctive way of living in this world: the bread we are baking at the weekend, the way we spread butter on it – even if the recipe is courtesy of ChatGPT.

*

That’s it for this week. Take care and all the best!

Yours,

the Verfassungsblog Team

 

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Feed Titel: Wissenschaft - News und HintergrĂŒnde zu Wissen & Forschung | NZZ


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Feed Titel: Vera Lengsfeld


Kochen fĂŒr Unbeugsame

Essen ist eine von den angebliche Woken erfundene neue SĂŒnde. Wer nicht zu den ca 1.5 % Veganern in Deutschland gehört, lebt verkehrt. Dabei ist es mit dem Veganismus so wie mit der wirklichen und gefĂŒhlten Temperatur. Laut Propaganda mĂŒsste mindestens die HĂ€lfte der Bevölkerung dem Veganismus zuneigen. Firmen, die darauf reingefallen sind und ihr 
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Heizungsgesetz gekippt – Achtung WĂ€hlerfang

Angeblich wurde die politische Missgeburt Heizungsgesetz gekippt. Die BĂŒrger sollen wieder die freie Wahl haben, welche Heizung sie bevorzugen. Die Überraschung und Erleichterung war spĂŒrbar. Selbst scharfe Analytikerinnen wie Joana Cotar sparten nicht mit Lob. Scheinbar hatte Friedrich Merz endlich einmal eines seiner zahlreichen Wahlversprechen eingelöst. Der Haken steckt wie hĂ€ufig im Kleingedruckten. Ab 2029 
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Merz möchte Klarnamen im Internet – wir möchten einen sofortigen Stopp staatlicher Repressionen!

Am Politischen Aschermittwoch wurde vor nicht allzu langer Zeit noch gegen den politischen Gegner ausgeteilt. Nicht immer fair, nicht immer respektvoll, eben wie im Karneval ĂŒblich. Schon bei den Narrenfesten im mittelalterlichen Europa ĂŒbernahmen die unteren Kleriker den Rang und die Privilegien der oberen Geistlichkeit und kritisierten nach Herzenslust kirchliche Rituale, krönten gar einen eigenen 
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Feed Titel: Verfassungsblog


Warum der erneute Angriff der USA und Israels auf den Iran offenkundig völkerrechtswidrig ist

Nach wochenlangen Drohungen haben die Vereinigten Staaten und Israel den Iran angegriffen. Noch ist offen, ob die MilitÀrschlÀge den Auftakt zu einem lÀngeren Konflikt markieren. Schon jetzt ist aber klar: Die Angriffe der USA und Israels sind offenkundig rechtswidrig. Sie verletzen das Gewaltverbot aus Art. 2 Abs. 4 der UN-Charta in einer Weise, wie sie kaum eindeutiger sein könnte.

Die rechtliche Bewertung unterscheidet sich im Kern nicht von jener der Angriffe, die beide Staaten im Juni vergangenen Jahres gegen iranische Nuklearanlagen gefĂŒhrt haben. Die damaligen Argumente mĂŒssen hier nicht wiederholt werden (NĂ€heres dazu hier und hier). Wichtiger ist, dass sich weder Israel noch die USA plausibel auf ihr Recht zur Selbstverteidigung nach Art. 51 der Charta berufen können – weder einzeln noch kollektiv. Der Iran hat die USA oder Israel nicht angegriffen, jedenfalls nicht in jĂŒngerer Zeit. Gab es Bedrohungen durch frĂŒhere Angriffe, sind diese lĂ€ngst entfallen. Es gab auch keinen andauernden bewaffneten Angriff Irans, der den RĂŒckgriff auf Selbstverteidigung hĂ€tte rechtfertigen können.

Wenn ĂŒberhaupt, dann ließe sich an die Verhinderung eines kĂŒnftigen iranischen Angriffs denken – nuklear oder auf andere Weise –, gestĂŒtzt auf eine Theorie der antizipierenden Selbstverteidigung gegen einen unmittelbar bevorstehenden Angriff. Doch selbst nach der weitestmöglichen, noch vertretbaren Auslegung wĂ€re ein Gewalteinsatz gegen den Iran nur dann rechtmĂ€ĂŸig, wenn drei Voraussetzungen erfĂŒllt wĂ€ren: Erstens mĂŒsste der Iran die Absicht gehabt haben, die USA oder Israel anzugreifen – also eine entsprechende Entscheidung seiner FĂŒhrung getroffen worden sein. Zweitens mĂŒsste der Iran dazu tatsĂ€chlich fĂ€hig gewesen sein. Und drittens mĂŒsste der Einsatz von Gewalt gerade jetzt notwendig gewesen sein, weil nur in diesem Moment das letzte Zeitfenster bestanden hĂ€tte, um den kĂŒnftigen Angriff zu verhindern.

Keine dieser Voraussetzungen liegt vor – ebenso wenig wie im vergangenen Sommer. Mehr noch: Das Argument der antizipatorischen Selbstverteidigung ist heute sogar noch schwĂ€cher, denn die Angriffe des letzten Sommers haben Irans FĂ€higkeit, eine Nuklearwaffe zu entwickeln, erheblich beeintrĂ€chtigt. PrĂ€sident Trump sprach damals davon, das iranische Atomprogramm sei „ausgelöscht“ worden. Belege dafĂŒr, dass der Iran sein Programm seither wiederaufgebaut, die Entscheidung zum Bau einer Waffe getroffen, sie auf eine ballistische Rakete montiert und ihren Einsatz gegen die USA oder Israel geplant hĂ€tte, wurden nicht vorgelegt. Mehrere ErklĂ€rungen amerikanischer AmtstrĂ€ger aus den letzten Tagen, die in diese Richtung deuten, sind im Gegenteil entweder unzutreffend oder unbelegt.

Kurzum: Es gab keinen unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Angriff Irans auf diese beiden Staaten – weder nuklear noch anderweitig. Das gilt selbst unter der weitestmöglichen – und keineswegs zwingenden – Auslegung des Begriffs der Selbstverteidigung gegen einen drohenden Angriff. Nach engerer Auffassung, wonach ein unmittelbar bevorstehender Angriff tatsĂ€chlich kurz vor seiner AusfĂŒhrung stehen muss, bestand erst recht kein Angriff des Irans. Hinzu kommen jene Staaten und Völkerrechtler:innen, die jede Form der Selbstverteidigung gegen einen noch nicht erfolgten Angriff grundsĂ€tzlich ablehnen. Nur wer prĂ€ventive Gewaltanwendung gegen jede beliebig wahrgenommene kĂŒnftige Bedrohung fĂŒr zulĂ€ssig hĂ€lt, könnte hier ĂŒberhaupt ein Argument konstruieren. Doch das wĂ€re keine Selbstverteidigung mehr, sondern die vollstĂ€ndige Entkernung des ius ad bellum.

Die Lage ist damit klar. Es lĂ€sst sich nicht ernsthaft vertreten, dass diese Angriffe nach der UN-Charta rechtmĂ€ĂŸig sind. Ebenso wenig ĂŒberzeugt die These, es handele sich um die Fortsetzung eines bereits bestehenden bewaffneten Konflikts – aus den bereits dargelegten GrĂŒnden. Ganz vielleicht wird sich daraus etwas Gutes ergeben – um Irans Diktator und sein mörderisches Regime werde ich gewiss nicht trauern –, doch viel spricht nicht dafĂŒr. Weitaus wahrscheinlicher ist, dass viele Unschuldige sterben werden – im Iran und womöglich auch in Israel – und dass ihr Tod vergeblich sein wird. FĂŒr die rechtliche Bewertung im Rahmen des ius ad bellum ist das allerdings unerheblich. Die Verletzung der UN-Charta liegt hier so offen zutage, wie es deutlicher kaum sein könnte.

Eine englische Fassung dieses Textes ist auf EJIL:Talk erschienen.

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MissverstÀndnisse zur Mietpreisbremse

Mit Beschluss vom 8. Januar 2026 hat das BVerfG die VerlĂ€ngerung der Mietpreisbremse fĂŒr verfassungsgemĂ€ĂŸ erklĂ€rt. Damit bestĂ€tigt es eine Entscheidung aus 2019, in der es bereits die – zunĂ€chst zeitlich befristete – EinfĂŒhrung der Mietpreisbremse gebilligt hatte. Auf den ersten Blick scheint die bloße BestĂ€tigung der frĂŒheren Entscheidung kaum der Rede wert. Wie so oft teilt Karlsruhe die relevanten Nachrichten aber nicht im Tenor, sondern zwischen den Zeilen mit. Bei genauerem Hinsehen rĂ€umt das Gericht nĂ€mlich mit einer Reihe von MissverstĂ€ndnissen auf, fĂŒr die seine frĂŒhere Entscheidung Anlass gegeben haben mag.

Unwirksam und doch grundrechtsverletzend?

Die Mietpreisbremse des § 556d Abs. 1 BGB begrenzt die maximale Miethöhe bei Vertragsschluss auf 10 % ĂŒber der ortsĂŒblichen Vergleichsmiete. Dabei gilt die Begrenzung nicht flĂ€chendeckend, sondern nur in Regionen, die die jeweilige Landesregierung als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt deklariert hat (§ 556d Abs. 2 Satz 1 BGB), was inzwischen die meisten GroßstĂ€dte betrifft. In der Theorie soll so gewĂ€hrleistet werden, dass Mietpreise in urbanen Regionen nicht mehr ungehindert steigen können. In der Praxis hat die Mietpreisbremse allerdings gleich in doppelter Hinsicht einen schlechten Ruf. So kritisieren die einen, dass die Mietpreisbremse Vermieter*innen in ihrer Eigentumsfreiheit zu stark einschrĂ€nke und eigentlich erwĂŒnschte Investitionen in den Wohnungsmarkt unattraktiv mache. Die anderen beklagen dagegen, dass sie nicht geeignet sei, den drastisch steigenden Mieten entgegenzuwirken. Trotz der Mietpreisbremse stiegen die Mieten in den letzten zehn Jahren in deutschen GroßstĂ€dten nĂ€mlich um durchschnittlich 47,55 %; in Berlin sogar um 81,06 %. Die GrĂŒnde hierfĂŒr liegen auch in den zahlreichen Ausnahmen und Umgehungsmöglichkeiten der Mietpreisbremse, die die Bundesjustizministerin Hubig nun zum Teil adressieren will: Schon von Gesetzes wegen sind sĂ€mtliche GebĂ€ude ausgenommen, die nach 2014 errichtet oder umfassend modernisiert wurden (§ 556f Satz 1 BGB). Zudem lĂ€sst die Regelung MöblierungszuschlĂ€ge zur Miete zu. Vor allem aber schreckt die ganz ĂŒberwiegende Mehrheit der Mieter*innen davor zurĂŒck, AnsprĂŒche durchzusetzen, sodass die Anzahl der geltend gemachten AnsprĂŒche im Promillebereich liegt.

Verfassungsrechtliche Altlasten

Gegen die EinfĂŒhrung der Mietpreisbremse hatte die zustĂ€ndige Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts keine Bedenken. Die Verfassungsbeschwerde einer Vermieterin aus Berlin nahm es 2019 nicht zur Entscheidung an. Warum also musste das Gericht ĂŒberhaupt erneut ĂŒber die Mietpreisbremse entscheiden? Die Mietpreisbremse durch Erlass einer Rechtsverordnung anzuwenden, war von Beginn an nur zeitlich befristet möglich, was bereits zweimal verlĂ€ngert wurde (derzeit gemĂ€ĂŸ § 556d Abs. 2 Satz 4 BGB bis Ende 2029). Gegen die erste VerlĂ€ngerung wendete sich nun die BeschwerdefĂŒhrerin.

Dass auch gegen die VerlĂ€ngerung der Mietpreisbremse Verfassungsbeschwerde(n) erhoben werden wĂŒrde(n), hat das Gericht möglicherweise selbst verursacht: In seinem Beschluss von 2019 stĂŒtzte es die VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit des Gesetzes unter anderem darauf, dass der Eingriff in seiner IntensitĂ€t dadurch gemildert wĂŒrde, dass die Mietpreisbremse nur fĂŒr den zunĂ€chst festgesetzten Zeitraum von fĂŒnf Jahren gelte (2019, Rn. 86). Daraus folgerten manche, das Gericht habe eine lĂ€ngerfristig geltende Mietpreisbremse fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. In der Reform von 2024 begrĂŒndete Marco Buschmann die vermeintliche Notwendigkeit einer Eingrenzung des Anwendungsbereichs mit der zeitlich zunehmenden EingriffsintensitĂ€t. Auch Vermietervereinigungen warnten vor Grundrechtsverletzungen. Hieraus entstand auch in der Rechtswissenschaft das Narrativ, das BVerfG habe entschieden, dass die Mietpreisbremse nur als vorĂŒbergehende Maßnahme verfassungsgemĂ€ĂŸ sei (bspw. Kreuter-Kirchhof, DÖV 2021, 103 (107)). Eine VerlĂ€ngerung intensiviere den Grundrechtseingriff, sodass er nicht mehr zu rechtfertigen sei (dazu schon kritisch auf diesem Blog).

Erinnerung an vergessen MaßstĂ€be

Die neue Entscheidung kann als Absage an jene Argumente verstanden werden. Deshalb nahm das BVerfG die Verfassungsbeschwerde bereits nicht zur Entscheidung an (§ 93b Satz 1 BVerfGG). Gleichzeitig hob es aber hervor, dass es die VerlĂ€ngerung fĂŒr verfassungsgemĂ€ĂŸ hĂ€lt und bediente sich dazu einer fĂŒr NichtannahmebeschlĂŒsse untypisch langen BegrĂŒndung. Die BegrĂŒndung nutzt das Gericht, um bisherige MaßstĂ€be zu rekapitulieren, wegen derer Preiseingriffe wie jene der Mietpreisbremse keine Verletzung der Eigentumsgarantie der Vermieter*innen darstellen. Darin liegt eine willkommene Erinnerung, werden diese im politischen Diskurs doch allzu oft vergessen.

So stellt das BVerfG erneut klar, dass Art. 14 Abs. 1 GG von vornherein nicht die eintrĂ€glichste Nutzung des Eigentums schĂŒtzt (2026, Rn. 45, zuvor schon BVerfGE 91, 294, Rn. 60). Art. 14 Abs. 1 GG schĂŒtzt aus Sicht des BVerfG zwar grundsĂ€tzlich die freie Nutzung des Eigentums, aber nicht die Erwartung auf maximalen Profit, beispielsweise aus dessen Vermietung. Diesem eigenen Obersatz kommt das BVerfG allerdings in der Folge nicht konsequent nach. Denn nimmt man das Gericht beim Wort, so lĂ€ge in einer Begrenzung der maximalen Renditeerwartung eigentlich schon kein Eingriff in Art. 14 Abs. 1 GG: Was nicht vom Schutzbereich umfasst ist, darin lĂ€sst sich schon nicht eingreifen.

Das Gericht bejaht dennoch einen Eingriff durch die Mietpreisbremse in „die Freiheit, aus der vertraglichen Überlassung des Eigentums zur Nutzung durch andere den Ertrag zu ziehen, der zur finanziellen Grundlage fĂŒr die eigene Lebensgestaltung beitrĂ€gt“ (2026, Rn. 26). Hier hĂ€tte die Chance gelegen, auf das hinzuweisen, was mit Blick auf die Eigentumsgarantie hĂ€ufig untergeht: Das Grundgesetz schĂŒtzt das Eigentum nicht als vorgefundenes Naturrecht. Erst die Rechtsordnung bestimmt den Inhalt des Eigentums (Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG); sie legt fest, was als schutzwĂŒrdiges Eigentum anerkannt und welcher Gebrauch geschĂŒtzt wird. Bei konsequenter Anwendung der eigenen MaßstĂ€be hĂ€tte das Gericht eigentlich keinen Eingriff in das Eigentumsgrundrecht nach Art. 14 Abs. 1 GG, sondern in die von der allgemeinen Handlungsfreiheit umfasste Privatautonomie prĂŒfen mĂŒssen.

Der in der Begrenzung der Höchstmiete liegende Eingriff ist nach stĂ€ndiger Rechtsprechung (2019, Rn. 69 sowie BVerfGE 91, 294, Rn. 60) des BVerfG allerdings erst dann nicht mehr verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, wenn die Miethöhenregulierung auf Dauer zu Verlusten fĂŒr die Vermieter*innen oder zu einer SubstanzgefĂ€hrdung der Mietsache fĂŒhrt (2026, Rn. 42). Vor dem Hintergrund dieses Maßstabs hĂ€tte das Gericht eigentlich nicht viel mehr sagen mĂŒssen. Dass eine 10 % oberhalb der ortsĂŒblichen Vergleichsmiete liegende Miete nicht geeignet wĂ€re, die Instandhaltungskosten zu tragen oder dass sie dauerhafte Verluste verursachen wĂŒrde, dĂŒrfte praktisch ausgeschlossen sein. Dass das Gericht dennoch in eine AbwĂ€gung einsteigt, relativiert den Maßstab wieder.

Mietenbegrenzung als legitime Reaktionsform

Auf Grundlage der ausfĂŒhrlichen EntscheidungsgrĂŒnde dĂŒrften nun jedenfalls einige MissverstĂ€ndnisse der Entscheidung aus 2019 aus der Welt geschafft sein: Das darin noch angefĂŒhrte Argument, die zeitlich vorĂŒbergehende Ausgestaltung mindere die EingriffsintensitĂ€t (2019, Rn. 87), sucht man in dieser neuen Entscheidung jedenfalls vergeblich. Dass die Mietpreisbremse nur als befristete Maßnahme verfassungskonform sein soll, lĂ€sst sich auch im Übrigen nicht mehr aus der aktuellen Entscheidung herauslesen. So betont das Gericht, dass sich auf angespannten MĂ€rkten Preise bilden können, die „im Hinblick auf die soziale Funktion des Eigentumsobjekts nicht mehr angemessen“ sind. Es sei daher verfassungsrechtlich legitim, „die Nutzung nicht völlig dem freien Spiel der KrĂ€fte und dem Belieben der Einzelnen zu ĂŒberlassen“ und regulierend in den Preismechanismus einzugreifen (2026, Rn. 32). Zwar kann nach dieser Argumentation ein entsprechender Eingriff nur gerechtfertigt sein, solange der Wohnungsmarkt unter (großer) Anspannung steht. Dass dies durch eine Befristung der Mietpreisbremse selbst sichergestellt werden muss, gibt das Gericht aber gerade nicht vor. Vielmehr deutet es an, dass der Verordnungsgeber schon durch die vorgegebene Maximalgeltungsdauer der Mietenbegrenzungsverordnungen die VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit ausreichend regelmĂ€ĂŸig prĂŒft (2026, Rn. 47). Dem Gesetzgeber stĂŒnde es also frei, die derzeit in § 556d Abs. 2 Satz 4 BGB vorgesehene Befristung bis Jahresende 2029 aufzuheben und es stattdessen dem Verordnungsgeber zu ĂŒberlassen, regelmĂ€ĂŸig zu ĂŒberprĂŒfen, ob und wie lange eine (erneute) Mietenbegrenzung erforderlich ist.

Auch wenn es sich schon aus der Grenze der dauerhaften Verluste ergibt, sieht sich das Gericht hinsichtlich der konkreten Mietobergrenzen zu einem obiter dictum im Detail veranlasst. In einem Nebensatz fĂŒhrt es aus, dass Art. 14 Abs. 1 GG keine Orientierung der Mieten am unregulierten Markt (2026, Rn. 49) vorgebe. Hier deutet das Gericht (in Form der Kammer) zumindest an, dass es auch gegenĂŒber einer stĂ€rkeren Regulierung, etwa in Form eines Mietendeckels oder einer Wohnraumbewirtschaftung, keine grundlegenden materiell-verfassungsrechtlichen Bedenken hĂ€tte.

Dass gesetzliche Mietobergrenzen nicht zwingend am Markt orientiert sein mĂŒssen, entkrĂ€ftet auch einen weiteren Einwand, der gegen VerlĂ€ngerungen der Mietpreisbremse vorgebracht wurde: Mit fortschreitender Zeit unterfĂ€llt ein wachsender Anteil an MietvertrĂ€gen der Mietpreisbremse, sodass der Mietspiegel zunehmend von den bereits regulierten Mieten beeinflusst ist und dadurch seinerseits weniger stark ansteigt. Dass dieser Mechanismus wegen der kurzen Dauer noch nicht griff, diente 2019 noch als weiterer Grund fĂŒr die VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit (2019, Rn. 84 f.). Das Argument greift sieben Jahre spĂ€ter zwar weniger – muss es aber auch nicht, wenn die Mieten ohnehin nicht zwingend am Markt orientiert sein mĂŒssen. Jedenfalls die Möglichkeit der zehnprozentigen Überschreitung wiegt aus neuerlicher Sicht des Gerichts den Eingriff auf (2026, Rn. 50).

Finanzialisierung statt Gentrifizierung

Der vielleicht grĂ¶ĂŸte Unterschied zwischen beiden BeschlĂŒssen liegt aber gerade in dem, was das Gericht nun nur noch am Rande heranzieht: Der frĂŒhere Beschluss stĂŒtzte sich maßgeblich auf die Verhinderung von Gentrifizierung als Rechtfertigungsgrund fĂŒr die Begrenzung der Mieten. WĂ€hrend zweifelsfrei Gentrifizierung eine Rolle in der Mietentwicklung spielt, stellt die jĂŒngere stadtsoziologische Forschung deren Bedeutung in Frage. Wichtiger sei die Finanzialisierung, d. h. die wachsende Bedeutung von Immobilien als Objekte des Finanzmarktes. Mieten steigen danach vor allem aufgrund von Bodenspekulation und renditegetriebener Profitmaximierung. Eine Begrenzung der Mieten kann hier Abhilfe schaffen, indem sie zugleich Immobilien als Anlageobjekt weniger attraktiv macht. Das spricht das BVerfG zwar nicht ausdrĂŒcklich aus, aber zwischen den Zeilen an: Es stĂŒtzt seine Argumentation primĂ€r auf die allgemein problematische Wirkung steigender Mieten mit Blick auf soziale Ungleichheitslagen (insbesondere 2026, Rn. 31); Gentrifizierung tritt lediglich als ergĂ€nzendes Argument daneben (2026, Rn. 53). Die Mietpreisbremse ist also nicht erst gerechtfertigt, wenn Bevölkerungsteile verdrĂ€ngt werden, sondern bereits dann, wenn die Mieten fĂŒr alle in problematischem Ausmaß steigen. Sie verfolgt schlicht das Ziel, „drastische Mietanstiege einzudĂ€mmen und Mieterinnen und Mieter vor den negativen Effekten zu schĂŒtzen, die damit einhergehen, dass auf angespannten MietmĂ€rkten Vermieterinnen und Vermieter ErtrĂ€ge realisieren können, die mit der Sozialgebundenheit ihres Eigentums im Sinne des Art. 14 Abs. 2 GG nicht in Einklang stehen“ (Rn. 57). So rĂŒckt das BVerfG die problematische Mietpreisentwicklung an sich in den Vordergrund, ohne auf stadtpolitisch orientierte Hilfsargumente zurĂŒckgreifen zu mĂŒssen.

Rechtspolitische Folgen

Dass die VerlĂ€ngerung der Mietpreisbremse verfassungsgemĂ€ĂŸ ist, dĂŒrfte nur wenige ĂŒberraschen. Der Beschluss erinnert aber darĂŒber hinaus an die gesetzgeberischen SpielrĂ€ume im Mietpreisrecht. KĂŒnftige rechtspolitische Diskussionen sollten nicht erneut den MissverstĂ€ndnissen des frĂŒheren Beschlusses unterliegen. Dass Jan-Marco Luczak in der Entscheidung nun eine „klare Absage an ĂŒberbordende Regulierungsfantasien“ sieht, kann eigentlich nur als bewusste und interessengeleitete Fehlinterpretation der Entscheidung verstanden werden. Denn Karlsruhe lĂ€sst keinen Zweifel daran, dass eine Mietpreisbremse jedenfalls so lange zulĂ€ssig ist, wie die Lage auf den WohnungsmĂ€rkten in Ballungsgebieten derart angespannt ist. Mehr noch: Unter diesen Bedingungen kann der Gesetzgeber sogar darĂŒber hinausgehen, etwa mit einem Mietendeckel auf Bundesebene.

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“Muskism Proposes Something More Like Social War”

Elon Musk’s influence extends far beyond business. From his attempts to intervene in national elections to the deep reliance of governments on his companies, his power is felt across a wide range of public life – and it continues to grow. But to understand how powerful and how potentially dangerous for democracy Musk’s empire truly is, one has to examine the worldview that made his rise possible. In their new book, the historian Quinn Slobodian and the writer Ben Tarnoff trace the ascent of the self-styled “Technoking” and the idea of fusing human beings with machines. We spoke with them about Musk’s relationship with the state, “cyborg conservatism,” and whether anything can still counter the fusion of political and digital power.

1. Elon Musk is not only the richest person in the world; he has also become a major political force worldwide, with influence that extends even into the dynamics of war. In your book, you suggest that instead of asking who Musk is, the more interesting question is what he is a symptom of. So let’s start there: what kind of worldview lies behind his rise?

We treat Muskism the same way previous thinkers have treated Fordism: not as a worldview articulated in advance by a singular innovator-genius, but as a way of organizing production processes and social relations that offered both a novel model of accumulation and a novel form of social stabilization. Musk’s wealth has always hinged on his capacity to surf the vanguard of new means of enrichment – whether by tapping capital markets, finding commercial uses for the state-funded research network of the Internet, sniffing out new consumer niches as tastes change, or, time and again, aligning his own enterprises with government priorities.

The challenge, as we see it, is that his system has an adaptive economic logic but it often has difficulty finding its social complement. Whereas Fordism, at least ideally, was a system of social peace – reconciling workers to wage labor through rising incomes and intragenerational chances for mobility – Muskism proposes something more like social war, compensating for inequality through a language of violent exclusion and the vilification of outsiders.

Musk makes machines – and, famously, the machines that make the machines – but he also needs to make meaning-making machines. Hence, his interest in social media and, more recently, generative AI. Part of what drives Muskism is the quest for the equivalent of what Louis Althusser called “ideological state apparatuses”: institutions that can inculcate a particular set of values and beliefs in the broader population.

2. Many people associate Musk with an especially hardline version of libertarianism. You argue that this label misses the mark. Why?

Like all capitalists, Musk seeks to evade, dilute, and dismantle laws or regulations that threaten to constrain his freedom to accumulate. But it would be a mistake to suggest that he wants to shrink the state. On the contrary, Musk has always been keenly attuned to the advantages to be gained by partnering with the state and using its resources to his advantage.

We call this dynamic “state symbiosis,” and we trace its development from Musk’s early days as a dot-com entrepreneur in Silicon Valley in the 1990s. Perhaps its clearest expression is to be found in SpaceX, whose control of the orbital launch market – in 2025, the company was responsible for 95 percent of all U.S. orbital launches and more than half of all launches globally – has made many governments around the world, including and especially the US government, deeply reliant on Musk. The satellite service of the company, Starlink, owns over 70 percent of the satellites currently circling the earth.

SpaceX doesn’t want its client-governments to be weak. It wants them to be strong enough to assert their sovereignty – so long as the assertion of their sovereignty requires deepening their dependence on private providers like SpaceX. In this sense, Muskism is about increasing state capacity through private means. We call this “sovereignty as a service.”

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The ICJ’s Advisory Opinion on Climate Change
Edited by Maria Antonia Tigre, Maxim Bönnemann & Antoine De Spiegeleir

“The ICJ opinion is the most definitive statement ever made about international law and climate change. However, it is lengthy and complex. In this volume, the editors have assembled some of the world‘s leading scholars in the field to unravel the opinion and probe the subtleties of what it did and didn‘t say.”

– Michael Gerrard, Columbia Law School

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3. You place considerable weight on the influence of apartheid-era South Africa on Muskism, particularly on what you call “fortress futurism.” What do you mean by that?

Fortress futurism is the belief that technology can strengthen self-reliance and sovereignty in a hostile or unstable world. It presents itself as a successor ideology to the system of multilateralism that dominated the decades after the fall of the Berlin Wall. It is also a predecessor ideology, in the sense that we trace its origins to apartheid South Africa, where Musk grew up. The leaders of the apartheid regime saw themselves as an embattled garrison state surrounded by enemies, and to ensure the survival of their state, they had to embrace high technology and economic self-sufficiency. They pursued a model of militarized, modernizing isolation.

We can see fortress futurism as a theme surfacing throughout Musk’s career. One of its clearest expressions was in his early – and, at the time, deeply unfashionable – emphasis on vertical integration. Musk started SpaceX in 2002 and became CEO of Tesla in 2008. At both companies, he pushed to reduce his reliance on external suppliers and to concentrate production as much as possible within the walls of the firm. These decisions cut deeply against the globalizing currents of the 2000s, which positioned the factory as a node within an international production network woven together through global supply chains. Think of how Apple assembles its iPhones, for instance: “designed in California, assembled in China.” By contrast, Musk envisioned the factory as an enclave.

His industrial philosophy may have been out of step with the 2000s, but it would come in handy in the 2010s and 2020s, as SpaceX and Tesla navigated the tariffs, geopolitical tensions, and supply chain shocks of a deglobalizing world, not to mention the dislocations of the Covid-19 pandemic. As policy uncertainty multiplies, and export controls and license bans become part of the workaday repertoire of advanced industrial states rather than exceptions, fortress futurism has increasingly become mainstream.

4. Let me come back to Musk’s relationship with the state. You argue that Muskism no longer sees sovereignty mainly as a matter of territory, but of infrastructure. Why is that shift so significant?

Scholars like Frank Pasquale have argued that our increased reliance on digital platforms and technologies has produced a gap between what he calls “territorial sovereignty” and “functional sovereignty.” Although states may still retain the final say over traditional matters of defense in legal terms, they are nevertheless functionally reliant on private companies to realize their own ambitions, often even at the most basic level.

Our argument is that one critical component of Muskism is the acceleration of the state’s dependency on private service providers. This is why, for example, in the book’s final chapter, we do not frame the DOGE initiative as primarily an austerity or cost-cutting effort, but rather as a means of opening up and integrating sections of government that were previously siloed from one another, making them interoperable and accessible to data and systems integrators like Palantir. In many cases, states have willingly gone along with this rise of functional sovereignty; for example, by using websites like X as official portals for information. Musk’s decision to turn off internet connectivity to Ukrainian forces in the early months of the Russian conflict shows how high the stakes can be for this loss of functional sovereignty.

The twist we identify in Muskism, however, is that it promotes sovereignty not just at the national level, but at the household and individual level. Tesla offers an entire ecosystem of products around a vision of energy autonomy: not just cars, but battery storage and solar panels for your home. Lately, the still-rising valuation of Tesla is premised on the displacement of the automobile as its primary product by the humanoid robot Optimus, which Musk promises will become the best-selling product of all time. Here, individual sovereignty is augmented in a long-standing, even premodern way: through a servant, a laborer, a soldier and, as he has repeatedly promised, an on-demand sexual companion. Yet, as we make clear through many examples, what is sold as autonomy is in fact a deepened dependency on the systems Musk provides – systems that can be turned off at the press of a button, or subjected to new and higher subscription rates.

Scholars have long understood sovereignty to be not just a formal and legal category but a question of a state’s capacity to fulfill its aims. Muskism presents itself as an enabler of both individual and state sovereignty while in practice producing asymmetric dependency on himself and his products.

5, As you describe it, Muskism is also about machine power gradually displacing democratically legitimized forms of rule. Is there any realistic way to push back against the growing fusion of political authority and digital power?

Traditionally, scholars and activists have critiqued algorithmic systems for being depoliticizing. By giving the appearance of neutrality and impartiality, such systems conceal their fundamentally political character – that is, the fact that they both reflect and reinforce a particular distribution of social power. So, for example, when a government agency begins using software to help make certain choices – to evaluate people’s eligibility for social services, say, or to determine the length of a prison sentence – it looks “less political” even if politics is still at work.

What’s distinctive about Muskism is that, while it is eager to substitute machines for humans, it embraces technology as a political force. Musk’s DOGE initiative made reference to increasing the efficiency of government and reducing the federal deficit, but its main agenda was to purge Washington of “wokeness,” and, toward that end, replaced human workers with software wherever possible. Similarly, Grok represents Musk’s attempts to develop an “anti-woke” AI, in order to counter what he sees as the liberal bias of the tech industry. AI’s automation of human labor, in this view, goes hand in hand with the automated dissemination of “anti-woke” politics.

Understanding this aspect of Muskism helps us understand how its fusion of political authority and digital power might be resisted. It’s not that we need to insist on the fact that Musk’s technological ventures are political – he already insists that they are. It’s that they have the wrong kind of politics: they are explicitly designed to intensify social inequality and strengthen social hierarchies. He propagates what we call cyborg conservatism. Contra Donna Haraway and many others, under Muskism fusion with the machine should not scramble and rewrite traditional categories of gender, race, and national identity but buttress and harden them.

One response would be to say that the use of AI should be restricted. Certain spheres of human activity should be reserved for human deliberation and decision-making, especially when it comes to choices that are likely to affect the lives of millions. Equally important, however, is that we see politics not as a kind of “programming” coordinated from above – which is how Musk sees it – but rather as a process of collective intelligence and creativity that arises from below. Such politics can make use of digital technologies, of course, but for very different ends than those sought by Musk and Muskism.

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Editor’s Pick

by MARGARITA IOV

Man Soo, the protagonist of “No Other Choice” by Park Chan-wook, appears to have it all: a wife, two children, a beautiful house. But when he suddenly loses his job at the paper factory after 25 years, his status, security, and sense of self are at stake. If he does not find work soon, the house will have to be sold. In a desperate attempt to reclaim his place in the world, he begins to eliminate his competitors for a promising position at another paper factory, one by one. In each of them, he recognizes his own reflection. With dark humor and deep compassion, the film explores the meaning of work in late-stage capitalism and the fragility of social security. In the end, who will succeed in securing the very last spot in this new, depopulated world of work — and at what cost?

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The Week on Verfassungsblog

summarised by EVA MARIA BREDLER

Not just states, but all of us have become deeply dependent on private Big Tech companies: ChatGPT’s search function now reaches an average of 120.4 million users per month in the EU (and many of them likely trust the search results more than their own judgement – or even fall in love with them, but that’s another story). The European Commission is currently assessing whether ChatGPT can be classified as a “Very Large Online Search Engine” under the Digital Services Act. This is primarily a politically and economically sensitive question. JACOB SCHAAL, MAXIMILIAN LENNER, and TUNMISE AKINYEMI (ENG) make a case for a functional interpretation of the DSA, which would bring ChatGPT under EU regulatory oversight.

Big Tech regulation was also in the spotlight last week amid a proposed social media ban for minors. While Germany is still debating the issue, France has already put forward a draft law. LUC VON DANWITZ (GER) examines the French Council of State’s opinion on the law and draws lessons for constitutional and EU law that could inform similar regulation in Germany.

Aside from social media, young people spend most of their time in school (often mixing the two). Almost a decade ago, research at the Berlin Social Science Center sparked a debate over the increasing social selectivity of private schools in Germany. Yesterday, the Berlin House of Representatives passed a reform to make private school funding fairer, including tuition tables and social supplements. MICHAEL WRASE and FELIX WIRTH HANSCHMANN (GER) defend the reform as constitutional.

Money also governs the funding of democracy projects. Increasingly, the German government seeks to steer this funding directly towards specific policy aims. JANNIK JASCHINSKI and KLAAS MÜLLER (GER) warn that this threatens the sustainable work of civil society in support of the liberal democratic basic order.

A subtler threat comes from the return of the extremism clause, which obliges democracy project sponsors to affirm their commitment to the liberal-democratic order. MAXIMILIAN PICHL (GER) explains how democracy projects operate and why the AfD’s new extremism clauses could play into their hands.

Parity debates have returned as well: following a push from SPD and CDU politicians, gender-balanced electoral lists are once again on the political agenda. DANA-SOPHIA VALENTINER (GER) notes that the discussion is dominated by extreme positions and instead emphasises the room for manoeuvre available to policymakers.

At the EU level, the room for manoeuvre may be a little too wide: EU heads of state and government met on 12 February at Alden Biesen Castle. Under the banner of “simplification”, they approved reforms that could fundamentally reshape EU law-making. ALBERTO ALEMANNO (ENG) criticises what he calls the “castle method”: treaty-level change via informal summitry, bypassing Article 48 TEU and undermining institutional balance.

The EU has also engaged in global informal diplomacy: Commissioner Dubravka Ơuica’s participation in the inaugural meeting of Trump’s “Board of Peace” in Washington has drawn significant criticism. While several Member States questioned whether she even had any mandate to participate in such a politically contested initiative, the Commission defended her presence on the grounds of the EU’s direct interest in Gaza’s reconstruction. PETER VAN ELSUWEGE (ENG) highlights the serious EU law concerns this raises.

The institutional design of the African Union also raises concerns. Burundi has now assumed the AU’s rotating presidency, even as violence escalates in eastern Democratic Republic of Congo and thousands of Burundian troops are deployed there. The AU does not regulate how participation in an armed conflict affects the chairmanship. For HAKIM NKENGURUTSE (ENG), this exposes a structural tension at the heart of the Union’s peace mandate.

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Musk, Power, and the EU: Can EU Law Tackle the Challenges of Unchecked Plutocracy?
Alberto Alemanno & Jacquelyn D. Veraldi (eds.)

At a time when calls for the EU to respond to Musk’s actions are multiplying, the question of whether, why, and how the EU may react remains largely unanswered. What makes Musk’s conduct problematic under EU law? Is it a matter of disinformation, electoral integrity, foreign influence, unprecedented market concentration, or possible abuse of power? This edited volume unpacks whether and how (EU) law may tackle the existence and exercise of unprecedented plutocratic power.

Explore the Verfassungsbook here – as always, Open Access!

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In July last year, we made numerous, until-then largely unpublished memoranda and letters from Israeli international law scholars on the Gaza war publicly available, introduced and analysed by KAI AMBOS. We now present an updated version, including a further letter on the ground offensive in Gaza City and the “widespread bombing of residential buildings,” as well as a document on the duty to investigate war crimes.

The US intervention in Venezuela violated the UN Charter’s prohibitions on the use of force and non-intervention. At the same time, it created political space: Venezuela has recently adopted an amnesty law. KAI AMBOS and GUSTAVO URQUIZO (ENG) explain why the sweeping amnesty may entrench executive control over justice rather than promote reconciliation.

No amnesty was granted in South Korea: on 19 February, the Seoul Central District Court sentenced former President Yoon Suk Yeol to life imprisonment for leading an insurrection. His supporters refuse to recognise the verdict. JOSEPHINA LEE (ENG) argues that this delegitimisation of judicial decisions only deepens polarisation.

Italy, too, remains polarised. The latest symptom is the two “Security Decrees” issued by the Meloni government, restructuring the criminal justice system. FILIPPO VENTURI (ENG) traces how Italian populism has evolved into a punitive governance style that curtails protest and expands state coercion.

Space for dissent was also on the agenda at the Bavarian Administrative Court, which confirmed that far-right activist Björn Höcke may speak in municipal halls. RALF MICHAELS (ENG) describes Bavaria’s attempt to exclude certain political events from public venues – and why it conflicts with the Basic Law.

In a few decades, we may look back almost fondly on the headaches once caused by analogue public spaces. Or we may have closed digital spaces and fought for a fairer use of public space, where Optimus offers us clusters of grapes. Anything is possible if, as QUINN SLOBODIAN and BEN TARNOFF suggest above, politics is understood not as programming but “as a process of collective intelligence and creativity that arises from below”. Creativity is not a gift bestowed on a few geniuses by divine providence, but our everyday, instinctive way of living in this world: the bread we are baking at the weekend, the way we spread butter on it – even if the recipe is courtesy of ChatGPT.

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That’s it for this week. Take care and all the best!

Yours,

the Verfassungsblog Team

 

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The post “Muskism Proposes Something More Like Social War” appeared first on Verfassungsblog.

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