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Kaum beachtet von der Weltöffentlichkeit, bahnt sich der erste internationale Strafprozess gegen die Verantwortlichen und Strippenzieher der Corona‑P(l)andemie an. Denn beim Internationalem Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wurde im Namen des britischen Volkes eine Klage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegen hochrangige und namhafte Eliten eingebracht. Corona-Impfung: Anklage vor Internationalem Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit! – UPDATE

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Radio München · Argumente gegen die Herrschaft der Angst - Dr. Wolfgang Wodarg im Gespräch


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Corona Transition

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Feed Titel: Transition News


Das andere «Wort zum Sonntag» oder: Kleine Neuanfänge

Die Kriegstreiberei steigert sich in unerträglichem Maße; kleine Kinder werden schamlos und in verbrecherischer «Pädogogik» sexualisiert; Messermorde und Vergewaltigungen − registierte − geschehen in Deutschland an manchen Tagen in dreistelliger Zahl; neuberechnete Krankenkassenbeiträge können zu einer Verarmung breiter Schichten beitragen. Und das sind nur einige wenige Schlaglichter.

Der Journalist Wolfgang Herles hat schon recht, wenn er fordert: «Wir brauchen einen Aufstand der Bürger», «parteienunabhängig; es muss ein Aufstand der normalen Leute sein.» Wer wollte ihm da nicht zustimmen, wenn er sagt:

«Es muss sich in dieser Gesellschaft 'was bewegen, und nicht ‹Macht 'mal, ihr dort oben.› (…) Es wird auch nichts passieren, solange nicht auf den Straßen demonstriert wird. (…) Die Leute stehen nicht auf. Die Leute müssen aufstehen, sonst passiert nichts.»

Bilder vom «Aufstand der normalen Leute», mit Straßen voller Menschen, hunderttausender von Menschen, waren in den letzten Monaten aus anderen europäischen Ländern zu sehen: aus Albanien, aus Bulgarien, aus England. Für die oben beschriebenen existentiellen Anliegen und Nöte gehen in Deutschland oder gar in der Schweiz keine entsprechenden Scharen auf die Straße.

Als den wesentlichsten Grund dafür betrachte ich − neben spezifischen Ursachen in der Geschichte − das unselige Dreibein, auf dem unsere Regierungen sich niedergelassen haben: ein höriger bestallter Staatsfunk, eine direkt (Deutschland) oder indirekt (Schweiz) gelenkte Justiz und geistlich kastrierte Großkirchen. Vereint sorgen sie für die passende öffentliche Meinung, für mahnende volkserzieherische Urteile und für ein gegen Wahrheit und Gerechtigkeit gepolstertes Gewissen.

So weit, so unschön. Umso mehr kann ich Herrn Herles verstehen, wenn er sich nun gleichsam die Haare rauft und ausruft: «Die Leute stehen nicht auf. Die Leute müssen aufstehen, sonst passiert nichts.»

Irgendwie scheint dafür kein Boden vorhanden, keine innere Verbundenheit, vorauszusetzen zu sein unter denen, die man gerne als jene «normalen Leute» betrachten möchte. Wurde in Deutschland vor bald hundert Jahren das Ethos aus Geschichte und Kultur aufs schändlichste in Blut und Boden gestampft und damit Volk und Land langfristig gelähmt (regionale Ausnahmen vorbehalten), so scheint mir in der Schweiz ein ungutes positives Ethos den Blick auf strukturelle Nöte zu verstellen: «Die da oben» gelten landläufig immer noch als «welche von uns», und drum «können sie es ja letztlich nicht böse meinen».

Schauen wir's anders herum an: Was bräuchte, was braucht es für einen neuen und wahrhaften Aufstand der Anständigen, der trotz aller Verdrehungen und Manipulationen anständig Gebliebenen, damit ihre Zahl und ihre Stimme wahrgenommen wird und zu guten Veränderungen beiträgt? Aus dem Stand geht das ganz offenbar nicht; Appelle wie der oben zitierte verdeutlichen halt auch eine Ohnmacht der Einsichtigen selber.

Ich lege im Folgenden einige Gedanken des christlichen Sprachphilosophen Eugen Rosenstock-Huessy dar, die mir hilfreich erscheinen, und gebe sie sozusagen in die Bewährung.

Entscheidend und maß-gebend für jedes Miteinander, schrieb er im Jahr 1950 in dem Buch «Der Atem des Geistes», sei das, was wir heute Korrespondenz nennen: Der eine antwortet auf den anderen. Ein nur wechselseitiges Reden, bei dem sich der eine gegen den anderen durchsetzen will, führt nicht nur an der Sache − es führt auch am Menschsein vorbei. Das Wort «ko-respondere» bedeutet nach Wörterbuch «versichern, entsprechen, übereinstimmen». Laut Rosenstock entsteht das im ehrlichen Gespräch, das dem anderen einen Vorschuss an Vertrauen entgegenbringt.

So weit, so banal, möchte man meinen. Wie soll das gehen angesichts der weitverbreiteten Gehirnwäsche, der zunehmenden Denkunwilligkeit wie -unfähigkeit und der hand- wie gerichtsfest erschlagenden Machtverhältnisse? In der Breite ist der Boden dafür nicht vorhanden, und in der Tiefe der Interessensgruppen schaut es ja nicht besser aus. Auch Wahrheitsbewegte versuchen oft nur «sich» (selber) Gehör zu verschaffen, ohne dass mit der anderen Seite Worte gewechselt würden.

Bezogen auf das in jenem Buch erörterte Gespräch zwischen Augustin und seinem Sohn Adeotus, schreibt Rosenstock: «Er [Augustin] will ja nicht empor zu irgendwelchen Idealen. Er bittet nur um den nächsten Schritt in seinem Leben [mit seinem Sohn].» Das heißt für unseren Zusammenhang: Das Ideal einer Breitenwirkung könnte dem nächsten Schritt des konkreten Lebens, ins konkrete Leben, entgegenstehen.

Was meine ich damit? Es hat in den vergangenen Jahren an vielen Orten in unseren Ländern kleine Begegnungen zwischen Opponenten verschiedener Richtungen gegeben: zu Fragen der Justiz, der Corona-Politik, der Verkehrspolitik und anderem. Sie waren unauffällig, und es war nur wenig darüber berichtet worden. Eben solche Gespräche betrachte ich als Dünger für eine neue Atmosphäre.

Diese Fäden gilt es meines Erachtens wieder aufzunehmen und überall weiterzuspinnen. Ich denke dabei gar nicht gleich an öffentliche Podiumsveranstaltungen mit ihrer Tendenz, dass jeder für «sein Lager» ein gutes Bild abgeben möchte. Sondern ich denke an viele kleine regionale Begegnungen zwischen Vor-und Mitdenkern verschiedener Richtungen und Gruppen.

Keiner muss sich dort vor dem anderen rechtfertigen, es gibt keine beobachtende Menge, und niemand hat etwas zu verlieren. «Die Lager» im Hintergrund wissen anfangs vielleicht nicht einmal davon, sondern man kommt einfach zusammen für ein freies Reden. «Wer bist du selber eigentlich? Worum geht es dir wirklich? Tragen meine eigenen Überzeugungen?»

Beide legen sie für diese Stunden ihre Waffen ab, wie es Jonatan, der Sohn von König Davids Erzfeind Saul, es tat vor deren Wiedersehen. Sie begegneten sich als Menschen und beendeten ihr kurzes Miteinander mit einem «Geh hin in Frieden».

Zu fromm, um wahr zu sein? Wer sagt das denn? Mein Plädoyer ist: Schaffen wir dort, wo wir sind, Frei-Räume für diese Tarnkappen- und Inkognito-Politik im ganz kleinen, vielhundertfach und mit einem feinen Gespür für

  • den rechten Ort
  • den richtigen Zeitpunkt
  • die Anständigen beider Seiten

Ein letzter Einwand geht mir durch den Sinn: «Haben wir dafür überhaupt noch Zeit? Die Probleme sind viel zu dringend. Wir müssen doch hier und jetzt die Menschen aufwecken!» − Ich antworte mir selber mit dem alten Liedvers von Johann Daniel Herrnschmidt:

«Wenn die Stunden sich gefunden,
bricht die Hilf mit Macht herein;
und dein Grämen zu beschämen,
wird es unversehens sein.»

Die Zeit dürfte reif sein für solche stillen unscheinbaren Aktionen. Was draus wird, auch überregional, das geben wir dem Herrn der Zeiten in Seine Hände. Jedenfalls kann es schnell gehen, wenn viele regionale Machtpfeiler «korrespondiv» angesägt sind.

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Das andere «Wort zum Sonntag» vom 16. August 2026: «Moralische Rauchzeichen»

Lothar Mack war als Gemeindepfarrer und bei verschiedenen Hilfswerken und Redaktionen tätig. Sein kritischer Blick auf Kirche und Zeitgeschehen hat ihn in die Selbständigkeit geführt. Er sammelt und ermutigt Gleichgesinnte über Artikel und Begegnungen und ruft in Gottesdiensten und an Kundgebungen zu eigenständigem gläubigem Denken auf. Sein Telegram-Kanal lautet StimmeundWort.

Neue Buchreihe von Bodo Schiffmann: «Die Menschenretter»

Der Arzt Bodo Schiffmann war einer der ersten und schärfsten Kritiker der Corona-Maßnahmen. Das brachte ihm – wie vielen anderen – eine «Spezialbehandlung» seitens der deutschen Politik und Justiz ein. Seine Praxisräume wurden 2020 und 2021 von der Polizei gestürmt, weil ihm die Staatsanwaltschaft Heidelberg vorgeworfen hatte, Personen bundesweit von der Maskenpflicht befreit zu haben, ohne sie zuvor untersucht zu haben.

Das Sinsheimer Krankenhaus bezichtigte ihn des ruf- und geschäftsschädigenden Verhaltens und kündigte ihm seine Praxisräume außerordentlich und fristlos. Die Approbationsbehörde leitete im Dezember 2020 wegen der Ausstellung «unrichtiger Gesundheitszeugnisse» die Überprüfung seiner Zulassung als Arzt ein. Schiffmanns berufliche Existenz wurde zerstört, er «flüchtete» mit seiner Familie nach Tansania.

Jetzt hat Bodo Schiffmann die dreiteilige Buchreihe «Die Menschenretter» veröffentlicht. Darin geht er der Frage nach: «Wer rettet die Menschen vor den Menschen, die überzeugt sind, die Menschheit retten zu müssen?»

Was als Frage nach einer möglichen «Gates-Verschwörung» begann, entwickelte sich zu einer wesentlich größeren Untersuchung: Wie konnte ein über Jahrzehnte gewachsenes Netzwerk aus privaten Stiftungen, internationalen Gesundheitsorganisationen, Regierungen, Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen, Finanzwelt, Medien und Technologiekonzernen die globale Reaktion auf eine «Pandemie» prägen?

In seiner dreibändigen Ermittlungsakte rekonstruiert Schiffmann, welche Strukturen bereits vor 2020 existierten, wie sie während der Krise aktiviert wurden und warum die Frage nach Verantwortung bis heute nicht beantwortet ist. Im ersten Band zeigt der Mediziner auf, wie das System vorbereitet wurde. Im zweiten Band untersucht er, wie aus dieser Vorbereitung politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht entstand. Im dritten Band setzt Schiffmann das gesamte Netzwerk zusammen und fragt, wer es kontrolliert. Ein wichtiger Aspekt, der beleuchtet werden sollte, bevor die nächste Krise beginnt.

Insgesamt zeichnet die Reihe das Bild eines moderneres Machtmodells: Ein dezentrales Netzwerk, in dem viele Akteure aus wirtschaftlichen Interessen, institutionellen Abhängigkeiten oder moralischer Überzeugung in dieselbe Richtung handeln können. So entsteht eine enorme Gesamtwirkung, während Verantwortung in unzählige Einzelzuständigkeiten zerfällt.

In seinem Werk eruiert Schiffmann, wer die Gefahr definiert, wer die Lösung finanziert, wer den Markt schafft und die Information kontrolliert. Und letztendlich geht er der Frage nach, wer das Risiko und die Schäden trägt – und wer die Rendite absahnt. Kurzum: «Die Menschenretter» ist eine dokumentengestützte Rekonstruktion über globale Gesundheitspolitik, private Macht und die Grenzen demokratischer Kontrolle.

Der erste Band beginnt dort, wo die offizielle Pandemiegeschichte ihre stärksten Bilder und Behauptungen entwickelte. Schiffmann beschäftigt sich mit Bergamo, mit den frühen Einschätzungen Anthony Faucis, PCR-Tests, Modellrechnungen, Pandemieübungen, Gain-of-Function-Forschung und mit der bereits vor 2020 vorbereiteten Impfstoff- und Biosicherheitsarchitektur. Die Spur führt von Rockefeller über internationale Gesundheitsorganisationen zu CEPI, GAVI, dem Event 201, BioNTech, Moderna und zur Gates-Stiftung.

Die entscheidende Frage lautete für Schiffmann: Welche politischen, wissenschaftlichen, finanziellen und technischen Strukturen waren bereits vorhanden, bevor die «Pandemie» begann?

Der zweite Band untersucht, wie aus Vorbereitung konkrete Macht wurde. Wer saß vor 2020 bei «Pandemie»-Übungen am Tisch – und wer befand sich während der realen Krise an den politischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Schaltstellen? Fallstudien aus Deutschland, Österreich, Kanada, Australien und Neuseeland zeigen, wie ähnliche Krisenmechanismen unter unterschiedlichen politischen Bedingungen umgesetzt wurden.

Im Mittelpunkt stehen Christian Drosten, das RKI, internationale Beraternetzwerke, Informationskontrolle, wirtschaftliche Gewinner, Haftungsfreistellungen, verdrängte Behandlungsmöglichkeiten und die Frage nach Entschädigung.

In seinem dritten Band setzt Schiffmann die gesamte Maschinerie zusammen. CEPI, GAVI, WHO und COVAX. Market Shaping und öffentliche Beschaffung. Biodefense, DARPA, In-Q-Tel und Palantir. Private Stiftungen, internationale Organisationen, Finanzwelt, Technologiekonzerne und staatliche Entscheidungsträger.

Am Ende steht nicht die Suche nach einem einzelnen König an der Spitze. Es stellt sich die Frage: Wer kontrolliert ein Netzwerk, das zu verteilt ist, um einen einzigen Verantwortlichen zu benennen – und zugleich zu mächtig, um sich selbst überlassen zu bleiben? Und wen können wir dafür haftbar und Schadensersatzpflichtig machen?

Hier können sie «Die Menschenretter» bestellen.

Haben Psychopharmaka zur grausamen dreifachen Kindstötung geführt?

In der Psychiatrie geht es heute vor allem darum, Pillen zu verkaufen. Das hat dramatische Folgen. Manche dieser Medikamente können unter anderem Selbstmord- und Mordgedanken verursachen und verstärken. So standen die Schützen nahezu aller Massenschießereien in den USA offenbar unter der Wirkung von verschreibungspflichtigen Antidepressiva.

Das hat den US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. auf den Plan gerufen: Im September 2025 hat er die Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Medikamenten und Amokläufen angeordnet. Und ebenfalls im letzten Jahr deckte eine Neuanalyse zum weit verbreiteten Antidepressivum Prozac auf, dass unerwünschte Ereignisse dramatisch unterbewertet und Selbstmorde unter den Teppich gekehrt wurden.

Ein besonderer Fall von Gewalt, die mutmaßlich durch Psychopharmaka verursacht wurde, ist der erschütternde Fall der US-Amerikanerin Lindsay Clancy, gegen die derzeit ein Prozess läuft. Wie die BBC berichtet, hat sie im Januar 2023 ihre eigenen drei Kinder im Keller des Familienhauses in Massachusetts mit Trainingsbändern erwürgt. Danach sprang sie aus einem Fenster im ersten Stock. Die heute 36-jährige Clancy ist seitdem gelähmt und nimmt im Rollstuhl am Prozess teil.

Die Krankenschwester Clancy bestreitet dem Sender zufolge die Tötungen nicht. Sie bekenne sich aber im Sinne der Anklage bezüglich der Vorwürfe des Mordes für nicht schuldig. Laut ihren Anwälten litt sie zum Tatzeitpunkt an einer Wochenbettpsychose, fachlich eine postpartale Psychose. Gesundheitsbehörden zufolge handelt es sich dabei um eine seltene, schwere psychische Erkrankung, die kurz nach der Geburt eines Kindes auftreten kann und als medizinischer Notfall behandelt werden sollte. Sie unterscheidet sich demnach stark vom sogenannten «Babyblues».

Gemäß der BBC wirft die Staatsanwaltschaft Clancy jedoch vor, eine kalkulierte Entscheidung getroffen zu haben, um ihre Kinder – die fünfjährige Cora, den dreijährigen Dawson und den acht Monate alten Callan – vorsätzlich zu töten. Sie sei wegen dreifachen Mordes ersten Grades angeklagt.

Nach drei Wochen mit Zeugenaussagen von dutzenden Personen schloss die Staatsanwaltschaft laut dem Sender am Montag ihre Beweisaufnahme ab. Die Verteidigung habe daraufhin mit der Darlegung ihrer Argumente anhand persönlicher Anekdoten von Familienmitgliedern begonnen.

Lindsay Clancy habe vor der Tötung ihrer drei Kinder «um Hilfe gefleht», sagte demnach ihre ehemalige Schwiegermutter Susan Clancy vor Gericht aus. Nach der Geburt ihres jüngsten Sohnes habe die «sehr fürsorgliche, sehr liebevolle» Mutter unter Schlaflosigkeit gelitten und ihren Appetit verloren. Sie sei «sehr ängstlich und traurig» gewesen. Damit bestätigte sie die Aussagen anderer Zeugen, die berichteten, dass sich Lindsays psychischer Zustand nach der Geburt ihres jüngsten Sohnes verschlechtert habe. Auf die Frage eines Verteidigers, ob Lindsay jederzeit «daran interessiert gewesen sei, dass es ihr besser geht und Ärzte aufzusuchen», antwortete Susan Clancy: «Sehr sogar.»

Laut Paula Musgrove, Clancys Mutter, wollte sie «schon immer Mutter sein und viele Kinder haben». Sie habe das Gefühl gehabt, «dass es das Beste war, was ihr je passiert ist.» Dann soll Clancy jedoch Schlafprobleme bekommen und in einer Textnachricht mitgeteilt haben, dass sie «wirklich krank» sei.

Einen Monat vor den Tötungen sei ihre Tochter zu ihr und Clancys damaligem Ehemann, Patrick Clancy, gekommen, so Musgrove. Sie habe ihnen gesagt, «dass sie Gedanken daran hatte, den Kindern etwas anzutun», und ergänzt: «Das bin nicht ich, so war ich noch nie.» Musgrove habe ihr zugestimmt, denn sie sei tatsächlich «noch nie so gewesen».

Der BBC zufolge erklärte die Verteidigung, Clancy habe nach der Geburt von Callan unter Halluzinationen und Wahnvorstellungen gelitten und sich wegen psychiatrischer Probleme in medizinischer Behandlung befunden. Kurz vor den Todesfällen habe sie sich selbst für einige Tage in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Sie habe ihrer Schwester außerdem erzählt, im Monat vor den Tötungen jeden Tag von Suizidgedanken geplagt worden zu sein.

Worauf die BBC nicht näher eingeht, ist die psychiatrische Behandlung von Lindsay Clancy. CNN weist hingegen auf eine Notiz hin, die laut der Staatsanwaltschaft auf ihrem Handy gefunden wurde. Demnach wurde sie Ende Dezember 2022 verfasst und zuletzt am Tag vor der Tötung ihrer drei kleinen Kinder geändert. Clancy schrieb:

«Die Medikamente haben mir meine Mutterschaft und mein Leben geraubt. Ich war die gesündeste und glücklichste Mutter. Ich habe jeden Morgen trainiert, meditiert und auf mich geachtet, damit ich für meine Kinder die Beste sein konnte. Bis mir verschreibungspflichtige Medikamente meinen eigenen Körper geraubt haben. Es begann mit leichten postpartalen Angstzuständen.»

In anderen Aufzeichnungen, die auf ihrem Handy gefunden wurden, beschrieb Clancy laut CNN ausführlich ihre Ängste und Depressionen, die Herausforderungen bei der Erziehung ihrer Kinder und ihr Zögern, neue Medikamente einzunehmen. Zudem sei eine Liste mit «positiven Affirmationen» enthalten gewesen, wie etwa:

«Ich werde das durchstehen. Ich werde meine postpartalen Ängste und meine Depression überwinden. Ich bin eine tolle Mutter. Ich liebe meine Kinder.»

In der am 23. Januar 2023 zuletzt geänderten Notiz hat Clancy festgehalten, dass sie nach der Geburt ihres jüngsten Kindes, das keine Flasche annehmen wollte und einen strengen Schlafplan hatte, mit Angstzuständen zu kämpfen hatte.

«Ich musste mich um drei kleine Kinder kümmern und war ein bisschen ängstlich. Also tat ich, was man so tut (...), ich bat einen Psychiater um etwas Zoloft», steht weiter in der Notiz.

Nachdem Clancy ihre Dosis gemäß den Anweisungen des Arztes erhöht hatte, konnte sie dem Eintrag zufolge «kein Auge zutun». Ihr Psychiater habe ihr geraten, die Einnahme von Zoloft einzustellen, und ihr empfohlen, das Benzodiazepin Ativan und das Beruhigungsmittel Benadryl einzunehmen, um besser schlafen zu können. «Da ging es dann bergab», stellte Clancy fest und erklärte, sie sei «abhängig» von den Medikamenten geworden, um einschlafen zu können.

Laut CNN stimmen Teile des Schreibens mit den Aussagen von Zeugen im Prozess überein, darunter mehrere von Clancys behandelnden Ärzten, die ausgesagt hätten, dass sie mit Angstzuständen und Schlaflosigkeit zu kämpfen gehabt hätte. Zwei Ärzte hätten erklärt, Clancy habe nach der Einnahme von Zoloft Schlafprobleme gehabt. Ein anderer habe berichtet, sie habe angegeben, 48 Stunden lang ununterbrochen wach gewesen zu sein.

Clancys Psychiaterin, Dr. Jennifer Tufts, sagte aus, sie habe Clancy daraufhin Ativan verschrieben, das sie bei starken Angstzuständen einnehmen sollte. Anfang November habe sie sich mit Clancy auf einen Plan geeinigt, das Benzodiazepin schrittweise abzusetzen, da dieses Medikament das Risiko einer Abhängigkeit berge. Doch bereits im folgenden Monat habe Tufts erfahren, dass Clancy begonnen hatte, mehrere andere Medikamente einzunehmen, die ihr von einem anderen Arzt verschrieben worden waren.

«Ohne das Ativan hatte sie große Schlafprobleme», sagte die Psychiaterin aus.

Gemäß CNN geht aus den Aussagen hervor, dass Clancy in den Monaten vor der Tötung ihrer Kinder mehrere Ärzte aufgesucht hatte, wiederholt ihre Medikamente wechselte und verschiedene Behandlungseinrichtungen besuchte – darunter auch einen mehrtägigen Aufenthalt in einer geschlossenen Abteilung Anfang Januar 2023.

Clancys Verteidiger habe auf zahlreiche Internetsuchen auf ihrem Handy hingewiesen, die sich auf die Betreuung und das Spielen mit Kindern bezogen haben, darunter Suchanfragen zu Trampolinen und Kinderfilmen. Bei anderen Suchanfragen im Januar 2023 sei es hingegen um verschreibungspflichtige Medikamente und psychische Störungen gegangen, darunter Schizophrenie, Psychosen, Halluzinationen und bipolare Störungen. Auch Suchanfragen zum Thema Selbstmord habe das Handy enthalten.

Detailliert befasst sich der US-Journalist Benjamin Bartee auf Armageddon Prose mit Clancys psychischer Behandlung. Er bestätigt, dass Clancy in den vier Monaten vor den Tötungen mehrere Psychiater aufgesucht hatte. Von September 2022 bis zu dem Zeitpunkt, als sie im Januar 2023 ihre eigenen Kinder ermordete und aus dem Fenster sprang, wurden Clancy laut Bartee nicht weniger als 13 Psychopharmaka von verschiedenen Anbietern verabreicht. Keiner von ihnen habe sich die Mühe gemacht, die verschriebenen Therapien aufeinander abzustimmen, obwohl sie gewusst hätten, dass sie bei anderen Ärzten in Behandlung war und unter extremen Nebenwirkungen litt. So erhielt die Krankenschwester:

  • Sertralin (Zoloft)
  • Lorazepam (Ativan)
  • Hydroxyzin
  • Clonazepam (Klonopin)
  • Buspiron
  • Amitriptylin
  • Trazodon
  • Fluoxetin (Prozac)
  • Zolpidem (Ambien)
  • Mirtazapin (Remeron)
  • Quetiapin (Seroquel)
  • Diazepam (Valium)
  • Lamotrigin (Lamictal)

Clancys Psychiaterin, Dr. Jennifer Tufts, sagte laut Bartee bei dem Prozess aus, dass sie alle «Therapie»-Sitzungen mit Clancy, die insgesamt 17 Minuten dauerten, über Zoom oder ein ähnliches Programm durchgeführt habe, also mittels dessen, was man in der Branche als «Telemedizin» bezeichnet. Der Journalist weiter:

«Sie hatte Clancy, ihre eigene Patientin, der sie zahlreiche starke Medikamente gleichzeitig verschrieben hatte, buchstäblich noch nie persönlich gesehen, bis sie bei der Verhandlung aussagte – eine Tatsache, die Clancys Anwalt aus ihrer katastrophalen Aussage herausarbeitete.»

Tufts habe bei der Befragung ferner zugegeben, dass sie nicht einmal den Standard-Diagnosetest für postpartale Depressionen, die Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS), durchgeführt hatte. Darüber hinaus habe sie zugeben müssen, dass sie selbst nicht mit den Einzelheiten dieses Tests vertraut war.

Bartee zufolge hat Lindsay den angesehenen medizinischen Fachkräften, die mit ihrer Heilung betraut waren, tatsächlich wiederholt berichtet, dass die Medikamente, die sie ihr verabreicht hatten, sie noch tiefer in die Psychose getrieben haben:

  • Sie fühlte sich «wie ein Zombie».
  • «Ich bekam plötzlich sehr aufdringliche Gedanken, die ich zuvor nie gehabt hatte.»
  • «Das Gefühl, ich würde sterben» als Reaktion auf Remeron.
  • «Düstere Gedanken».
  • Das Gefühl, eine Abhängigkeit von Ativan zu entwickeln.

Der Journalist fragt sich, wie sie hätten wissen sollen, welche Medikamente welche Wirkung hatten, wo sie doch ein Dutzend verschiedene einnahm. «Offensichtlich konnten sie das nicht. Vielmehr beschossen sie das Ziel wahllos mit automatischem Pharma-Feuer und hofften, dass etwas treffen würde», so die Antwort.

Bartee nennt die Psychiatrie eine «teuflische Pseudowissenschaft». Er wisse, wovon er spreche, denn er sagt, selbst schon einen Benzodiazepin-Entzug durchgemacht zu haben. Deshalb könne er allen, die das noch nicht erlebt haben, versichern:

«Wenn es eine Hölle gibt, in die diese Ärzte kommen, dann ähnelt sie wahrscheinlich sehr stark einem Benzodiazepin-Entzug. Natürlich warnen ‹Die Experten™› ihre Patienten niemals vor dem Suchtpotenzial, wenn sie diese Medikamente wie Bonbons verschreiben, und viele wissen buchstäblich nicht einmal, dass dieses Risiko überhaupt besteht.»

Der Journalist fügt seinem Beitrag ein Video bei, das eine Frau zeigen soll, die unter Benzodiazepin-Entzug leidet. Kurz nachdem das Video aufgenommen worden sei, habe sie sich umgebracht. Zu Clancys Fall meint er sarkastisch:

«Clancy trug ihre Bedenken ihren vertrauten Ärzten vor. Um ihrer Patientin bei ihrer medikamenteninduzierten Psychose zu helfen, bestand ihre Lösung darin, ihr neue Medikamente zu verschreiben. Und dann noch ein paar mehr. Nur um mal zu sehen, was passiert. Dann findet die Polizei drei erwürgte Kinder in einem Keller und eine Frau, die im Schnee unter einem Fenster liegt, aus dem sie gesprungen war, mit einer Körperkerntemperatur von 82 Grad [Fahrenheit].»

Abschließend behandelt Bartee die Frage, warum man die Psychiater nicht anklagt. Denn für ihn ist klar:

«Die Psychiatrie hat Clancys Kinder höchstwahrscheinlich ermordet.»

Der Journalist argumentiert, dass sich alle Ärzte von Clancy an die «plausible Leugnung» (plausible deniability) halten. Dabei werde standardmäßig argumentiert, dass Clancy bereits psychisch krank gewesen sei, bevor sie überhaupt «behandelt» wurde – folglich hätte sie ihre Kinder wahrscheinlich ohnehin getötet. Bartee resümiert:

«Wenn man jemandem mit einem Revolver in den Kopf schießt, gibt es einen ziemlich eindeutigen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, für dessen Aufklärung man keinen Sherlock Holmes braucht – und eine Fülle forensischer Beweise.
Wenn man sie hingegen vergiftet, es ‹Medizin› nennt und dann jeden, der Verdacht hegt, als ‹Verschwörungstheoretiker› diffamiert, kommt man plötzlich ungeschoren davon – und wird noch gut bezahlt.
Selbst wenn ihre Schuld offensichtlich wäre, zahlt die Industrie genug Bestechungsgelder an Gesetzgeber und Strafverfolgungsbehörden, um sicherzustellen, dass keiner der Täter jemals zivilrechtlich, geschweige denn strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird.»

Laut CNN droht Clancy im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe. Tragische Ironie der Geschichte: Sollten die Geschworenen zu dem Schluss kommen, dass sie strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, würde das Gericht voraussichtlich das Verfahren zur Einweisung in eine psychiatrische Klinik einleiten.

WHO: Entscheidungen über «Pandemien» können ohne Krankheitsnachweis getroffen werden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) baut ihre Macht aus, um «Pandemien» nach eigenen Interessen anheizen zu können. In ihrer neuesten Bewertung «Influenza an der Schnittstelle zwischen Mensch und Tier», die den Zeitraum vom 8. Juli bis 7. August 2026 umfasste, stellt sie klar, dass ein Krankheitsnachweis nicht erforderlich ist, damit eine «laborbestätigte» Influenza-Infektion beim Menschen, die «das Potenzial hat, eine Pandemie auszulösen», zur internationalen Meldepflicht führt.


Jon Fleetwood: Auszug WHO-Bericht

Für den US-Journalisten Jon Fleetwood wirft diese Aussage eine naheliegende Frage auf: Wenn keine Krankheitsanzeichen erforderlich sind, um eine autoritäre internationale «Pandemie»-Bekämpfung auszulösen, welche Nachweise sind dann notwendig?

Die WHO verweist auf einen «laborbestätigten» Befund. Und im Influenza-Laborhandbuch der WHO wird angegeben, dass solche Feststellungen mithilfe von Echtzeit-RT-PCR-Tests getroffen werden. Fleetwood betont:

«Bei der PCR wird ein Virus nicht direkt nachgewiesen. Er misst die Fluoreszenz (die Menge des emittierten Lichts) von Testchemikalien, die mit einer Probe vermischt wurden. Die WHO beschreibt PCR-Methoden unter Verwendung von Fluoreszenzfarbstoffen und Sonden, die einen fluoreszierenden Reporter und einen Quencher tragen. Fluoreszenz kann jedoch auch durch unbeabsichtigte Vorgänge verstärkt werden, was möglicherweise zu einem falsch-positiven Ergebnis beiträgt.»

Zu diesen Mechanismen würden Kreuzreaktionen von Reagenzien gehören, Spaltung oder Abbau von Sonden, Ablösung oder Abbau von Reporter oder Quencher, optisches Crosstalk sowie Veränderungen im Verhalten von Reporter und Quencher durch Hitze – die bei der PCR während des Tests absichtlich wiederholt auf die Probe einwirke.

Das WHO-Handbuch bestätige, dass das Testmaterial bei der PCR wiederholt erhitzt werde, unter anderem auf 95 °C, und dass die Ergebnisse der Echtzeit-PCR danach bewertet werden, ob die Fluoreszenz einen Schwellenwert überschreite. Es weise zudem «ausdrücklich auf Hintergrundsignale, Kontaminationen und falsch-positive Ergebnisse» hin.

Die Auswirkungen sind für Fleetwood klar: Die WHO gebe an, dass für ihr Meldesystem kein Krankheitsnachweis erforderlich sei. Aber ihre «laborbestätigten» Beweise würden auf schwachen Messwerten beruhen, die anfällig für falsch-positive Signale seien.

Der Journalist erinnert deshalb an die COVID-19-«Pandemie» und deren Folgen: Lockdowns, Geschäfts- und Schulschließungen, Masken- und Distanzierungsvorschriften, Reisebeschränkungen und Impfpflicht.

Nun behaupte die WHO, dass für bestimmte «laborbestätigte» Infektionen mit pandemischem Potenzial «kein Krankheitsnachweis erforderlich» sei. Fleetwood fragt: «Wenn niemand krank sein muss und die «Laborbestätigung» letztendlich auf einer Fluoreszenzmessung beruht, welche Beweise für eine tatsächliche Erkrankung müssen dann vorliegen, bevor Regierungen beginnen, Pandemiebefugnisse auszuüben?»

Neutralitätsrat warnt vor einseitigem Kurs in der Schweizer Sicherheitspolitik

Der neu gegründete Neutralitätsrat ist am 20. August in Bern mit seinem zweiten Bericht an die Öffentlichkeit getreten. Unter dem Titel «Verpasste Chancen» nimmt das aus zwölf Persönlichkeiten aus Diplomatie, Militär und Wissenschaft bestehende Gremium die «Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2026» sowie den Lagebericht des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) unter die Lupe.

Die Grundthese des Berichts ist deutlich: Die Schweiz brauche eine eigenständige sicherheitspolitische Lagebeurteilung, die sich konsequent an den eigenen Interessen sowie am Völkerrecht orientiere. Aus Sicht des Neutralitätsrats weisen die untersuchten Dokumente dabei sowohl methodische als auch inhaltliche und rechtliche Schwächen auf. Insbesondere vermisst der Rat klare Begriffsdefinitionen, nachvollziehbare Szenarien und eine ausgewogene Abwägung der Chancen und Risiken einer engeren Zusammenarbeit mit NATO und EU.

Ein zentraler Punkt ist für den Rat die unterschiedliche Einschätzung der Bedrohungslage. Während die Sicherheitspolitische Strategie Russland als wesentliche Bedrohung für Europa hervorhebe, verweise der NDB gleichzeitig darauf, dass ein militärischer Angriff Russlands auf einen europäischen Staat sehr unwahrscheinlich sei. Der Neutralitätsrat sieht darin einen Widerspruch, der vor weitreichenden strategischen Entscheidungen geklärt werden müsse. Statt allgemeiner Bedrohungsbilder fordert er eine stärker szenariogestützte Analyse, die Fähigkeiten, Absichten, Wahrscheinlichkeiten und mögliche Entwicklungen konkret unterscheidet.

Besonders kritisch beurteilt der Bericht die internationale Kooperation. Der Neutralitätsrat stellt dabei nicht die Zusammenarbeit als solche infrage, sondern verlangt eine systematischere Prüfung ihrer Folgen für Neutralität, Unabhängigkeit und politische Handlungsfreiheit. Für Kooperationen mit NATO und EU sollten deshalb Nutzen und Risiken einander gegenübergestellt, Alternativen geprüft und gegebenenfalls klare Ausstiegs-, Suspendierungs- und Überprüfungsmöglichkeiten vorgesehen werden.

Eine solche Abwägung sei gerade für einen neutralen Staat wichtig, argumentiert der Rat. Die Schweiz müsse auch im Fall einer internationalen Krise in der Lage bleiben, eigenständig über Sanktionen, militärische Unterstützung, die Nutzung ihres Hoheitsgebiets und ihre internationalen Stellungnahmen zu entscheiden. Kooperation dürfe nicht schleichend zu Abhängigkeit führen.

Breiten Raum nimmt zudem das Völkerrecht ein. Der Neutralitätsrat möchte die UNO-Charta zum verbindlichen Prüfstein für die weitere sicherheitspolitische Annäherung der Schweiz an internationale Organisationen machen. Kooperationen mit NATO und EU sollten demnach daraufhin überprüft werden, ob sie mit den Verpflichtungen der Schweiz aus der UNO-Charta vereinbar sind. Auch bei militärischen Auslandeinsätzen will der Rat am Erfordernis eines UNO- oder OSZE-Mandats festhalten.

Damit verbindet der Rat eine grundsätzliche Vorstellung von Schweizer Neutralität: Sie soll nicht lediglich ein historisches Prinzip bleiben, sondern als Voraussetzung für die außenpolitische Glaubwürdigkeit und die guten Dienste der Schweiz verstanden werden. Völkerrechtler Alfred de Zayas stellte an der Präsentation entsprechend die UNO-Charta ins Zentrum. Eine glaubwürdige Vermittlerrolle der Schweiz setze aus seiner Sicht voraus, Konfliktparteien gleich zu behandeln und sich nicht in die Propagandafeldzüge einer Seite hineinziehen zu lassen.

Auch die staatliche Kommunikation über Bedrohungen und Desinformation beschäftigt den Neutralitätsrat. Er plädiert für einen hohen Sorgfaltsstandard: Bedrohungen sollten möglichst symmetrisch beurteilt, die Grundlagen entsprechender Einschätzungen offengelegt und abweichende Positionen nicht vorschnell delegitimiert werden.

Trotz der deutlichen Kritik enthält der Bericht auch positive Punkte. So begrüsst der Neutralitätsrat ausdrücklich die im sicherheitspolitischen Strategiepapier vorgesehenen diplomatischen Bemühungen und die Stärkung der guten Dienste. Gerade darin sieht er einen eigenständigen Beitrag, mit dem die Schweiz ihre besondere Rolle in der internationalen Konfliktbearbeitung nutzen könne.

Am Ende richtet der Neutralitätsrat konkrete Forderungen an Bundesrat, Verwaltung, Nachrichtendienst, Armeeführung und Parlament. Verlangt werden unter anderem verbindliche Definitionen zentraler sicherheitspolitischer Begriffe, eigenständige Szenarien des NDB, transparente Risiko-Nutzen-Abwägungen bei Kooperationen sowie eine systematische völkerrechtliche Prüfung. Die beiden untersuchten Dokumente sollten nach Auffassung des Rates in ihrer jetzigen Form überarbeitet werden.

Mit seinem zweiten Bericht positioniert sich der Neutralitätsrat damit als Stimme für eine sicherheitspolitisch selbstbewusste Schweiz, die internationale Kooperation nicht grundsätzlich ablehnt, sie aber an klare Bedingungen knüpfen will. Im Zentrum steht die Forderung, sicherheitspolitische Entscheidungen aus einer eigenständigen Schweizer Perspektive zu treffen – mit Neutralität, Handlungsfreiheit und Völkerrecht als Leitplanken.



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