Deutschland im Aufrüstungswahn
Diese Tendenz sollte bereits jedem aufgefallen sein: Deutschland übernimmt zunehmend eine Führungsrolle bei der Kriegstreiberei im Ukraine-Russland-Konflikt. Unter der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz findet eine Aufrüstungskampagne statt, die unangenehme Erinnerungen an die deutsche Geschichte weckt.
Schon letzte Woche berichtete die Zeit, dass in den nächsten vier Jahren fast jeder dritte Euro für Panzer, Drohnen und Kampfflugzeuge ausgegeben werden soll. Das sehe der Haushaltsentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor. Die politische Botschaft sei eindeutig: Die Bundesrepublik Deutschland mobilisiere einen großen Teil ihrer finanziellen Ressourcen für die Aufrüstung.
In den kommenden vier Jahren sollen demnach 607 Milliarden Euro in die Verteidigung investiert werden. Allein im Jahr 2030 würden die Militärausgaben somit auf 183 Milliarden Euro steigen, das sind der Zeit zufolge rund 30 Prozent des gesamten Haushaltsvolumens (635 Milliarden Euro).
Zum Vergleich: In den 1970er und 1980er Jahren betrug das deutsche Verteidigungsbudget etwa 20 Prozent des Gesamthaushalts, nach dem Fall der Mauer waren es sogar nur zehn Prozent.
Dafür macht Deutschland so viele Schulden wie nie zuvor. Die sogenannte Nettokreditaufnahme beläuft sich gemäß der Zeit auf 203,7 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon entfalle auf die Bundeswehr. Der Anteil der für die Landesverteidigung genutzten Kredite steige bis zum Jahr 2030 sogar auf 70 Prozent. Der Bund nutze seine Verschuldungskapazität dann also zu mehr als zwei Dritteln für militärische Zwecke.
«Das ist ein für Friedenszeiten einmaliger Wert», schreibt die Zeit, und lamentiert, das werde «uns alle ärmer machen». Kritik an dieser kriegerischen Entwicklung angesichts der deutschen Geschichte wird dagegen nicht geübt. Auch wird mit keinem Wort erwähnt, dass ein großer Teil dieser Rekordsummen zur Unterstützung eines Landes ausgegeben werden, das für seine Korruption bekannt ist.
Ukraine macht Krieg zum Geschäft
Auch Lost in Europe berichtet darüber, dass Deutschland im Eiltempo aufrüstet, erfüllt dabei aber im Gegensatz zur Zeit seine journalistische Pflicht und beleuchtet das Geschehen kritisch.
Anlässlich des NATO-Gipfels, der gerade im türkischen Ankara zu Ende ging, informiert das Portal, dass die Bundesregierung der NATO für das laufende Jahr einen Betrag von 124,7 Milliarden Euro zugesichert hat. Dies entspreche einer Steigerung um 25,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In absoluten Zahlen sei der Anstieg um rund 25,4 Milliarden Euro der höchste, der für Deutschland in der jüngeren Geschichte registriert worden sei.
Außerdem habe Berlin einen rekordverdächtigen Rüstungsdeal bekannt gegeben. Kanada wolle zwölf U-Boote beim deutschen Hersteller TKMS bauen lassen. Die Bestellung werde auf mehr als zwölf Milliarden Dollar geschätzt.
Der Deal soll angeblich die transatlantische Zusammenarbeit stärken – allerdings ohne beziehungsweise gegen die USA. Lost in Europe schreibt:
«Nicht nur US-Präsident Trump dürfte sich fragen, wofür Kanada so viele U-Boote braucht. Gegen die Russen?»
Wenn es um Aufrüstung und Kriegstreiberei geht, sind Deutschland und Ursula von der Leyens EU-Kommission auf Linie. Davon profitiert der ukrainische Präsident Selenskyj, der nun Drohnen in alle Welt verkauft – mithilfe der überaus großzügig gewährten Steuergelder. Am Rande des NATO-Gipfels hat die Ukraine drei weitere Drohnen-Abkommen mit Dänemark, Estland und den Niederlanden abgeschlossen.
Damit sei die Zahl dieser Vereinbarungen auf neun gestiegen, erklärte Selenskyj. Sein Land gebe dabei die im Krieg gegen Russland gewonnene Expertise weiter. Zudem kündigte der Präsident an, weitere Luftverteidigungssysteme erwerben zu wollen, und er forderte die europäischen Verbündeten auf, den Aufbau eines eigenen Raketenabwehrsystems zu beschleunigen. Selenskyj propagierte:
«Europa braucht so schnell wie möglich ein erschwingliches, in Massenproduktion hergestelltes Raketenabwehrsystem.»
Angesichts solcher Aussagen schließt Lost in Europe: «Er benimmt sich, als sei er schon der Chef einer neuen ukrainisch-europäischen NATO.»
Bundeswehr plant Weltall-Flotte
Die Führungsrolle, die Deutschland bei der aktuellen europäischen Kriegstreiberei übernimmt, zeigt sich noch an anderer Stelle. So berichtet das Handelsblatt anlässlich des NATO-Gipfels, dass die Bundeswehr eine der größten Satellitenkonstellationen der Welt baue, mit bis zu 1200 Satelliten. Das habe das Handelsblatt von Insidern erfahren. Für deutsche Space-Unternehmen entstehe auf Jahre ein großes Geschäft.
Angesichts dieser Entwicklungen konstatiert das Portal Achgut, dass die Regierung von Bundeskanzler Merz, der bekanntlich eine ehemalige BlackRock-Führungskraft war, die deutsche Wirtschaft in einen staatlich kontrollierten militärisch-industriellen Komplex zwinge und Teile der Unternehmerschaft dafür sogar dankbar seien.
Es sei schwer zu glauben, «dass ein Politprofi wie Merz nicht mit voller Absicht einen dezidierten Kurs im Sinne der Transformationsagenda fährt, hin zu weiterer Auflösung der nationalen Souveränität in einem technokratischen und nun auch militaristischen Nirwana».