Kriegsvorbereitung: NATO baut Lager für russische Kriegsgefangene auf
Bei der Übung «Fighter Lion» bereitet sich die niederländische Armee derzeit auf einen möglichen Krieg gegen Russland vor. Den ganzen Monat Juni lang wird laut einem Bericht der Zeitung Het Financieele Dagblad geübt, Truppen nach Osten zu verlegen, die zu versorgen – und auch, russische Kriegsgefangene in Lagern unterzubringen.
Der Zeitung zufolge sind an dem Manöver rund 7.000 Soldaten beteiligt, die auch an Standorten in Deutschland trainieren. Es handelt sich demnach um die größte Übung der niederländischen Landstreitkräfte seit mindestens 20 Jahren. Dabei wird laut dem Blatt zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder die Aufnahme von Kriegsgefangenen in einem Lager geübt.
Die beteiligten Truppen bereiten sich auf einen «Konflikt mit Russland» vor, heißt es. Die Übung wird von der Zeitung mit der «rapide» zunehmenden russischen Bedrohung begründet. Diese würde laut Geheimdiensten «in den kommenden Jahren zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Russland und der NATO führen».
Und so trainieren die niederländischen Soldaten auch, russische Kriegsgefangene in Lagern unterzubringen – weit entfernt von der potenziellen Front im Baltikum und gemeinsam mit niederländischen Unternehmen. Die müssen der Armee unter die Arme greifen, weil nach dem Ende des Kalten Krieges vieles eingespart worden sei. Und so helfen Firmen, die sonst bei Festivals Zelte und Toiletten aufbauen, ein Lager für Kriegsgefangene nach den Vorgaben der Genfer Konvention über deren menschenwürdige Behandlung vorzubereiten.
Für diese Aufgabe haben sich die Unternehmen sogar in einem Verbund aus dreißig niederländischen Unternehmen zusammengeschlossen, der Infra Capacity Alliance (ICA), berichtet die Zeitung. Und sie suchen nach «kreativen Lösungen für das Lager für zweitausend Kriegsgefangene im niederländischen Marnehuizen», wird ein erfreuter Militär zitiert.
Der Bericht zeigt, wie weit die Vorbereitungen auf einen Krieg gegen Russland gehen, der von den westlichen Regierungen herbeigeredet und provoziert wird. Die mit ihnen verbundenen Medien scheinen ihn kaum erwarten zu können und helfen, die Gesellschaft «kriegstüchtig» zu machen.
Auch in Deutschland werden bereits Lager für russische Kriegsgefangene geplant und vorbereitet. Das wurde zwar in einer öffentlichen Veranstaltung im Mai bekannt, aber noch nicht medial begleitet. Laut einer Meldung des Onlinemagazins Multipolar rechnet die Bundeswehr im Kriegsfall mit mehreren tausend russischen Kriegsgefangenen und plant deren Haft in Deutschland.
Das Magazin beruft sich auf Aussagen des Kommandeurs des Landeskommandos Hamburg, Kurt Leonards, am 13. Mai auf dem «Interdisziplinären Symposium zu Krieg und Frieden auf See» der Reederei Hapag-Lloyd. In einem von einem der Teilnehmer aufgenommenen kurzen Audio- und Videomitschnitt des Vortrags beschreibe der Marineoffizier, wie «Tausende von Kriegsgefangenen» zunächst in Deutschland und dann in Europa verteilt werden müssten.
Auch in dem Fall sind zivile Unternehmen beteiligt: Die Veranstaltung fand in der Kühne Logistics University des Logistik-Unternehmens Kühne + Nagel in Hamburg statt. Auch bei einer Veranstaltung des norddeutschen Unternehmensverbands AGA Anfang Juni sprach Leonards über mögliche Kriegsgefangene. Auch in Deutschland werde die Verlegung von Truppen an die potenzielle Front im Baltikum vorbereitet, so Multipolar.
In der Meldung macht das Magazin darauf aufmerksam, dass es keinerlei Belege für eine wachsende russische Bedrohung gebe. Doch mit dieser wird von den niederländischen und deutschen sowie anderen NATO-Militärs die eigene Kriegsvorbereitung begründet, einschließlich des Aufbaus von Kriegsgefangenenlagern. In drei Jahren soll der Krieg gegen Russland beginnen, erklärte der bundesdeutsche «Verteidigungsminister» Boris Pistorius (SPD) wieder im Mai, und seine westlichen Kollegen stimmten ihm Medienberichten zufolge zu.