Handout Länderdossier Lettland Aufgabe 5
I. Wechselkurskrisen der letzten 15 Jahre
1992 Krise im EWS
1994 Tequila – Krise in Mexiko
1997 Asien-5: Thailand, Südkorea, Philippinen, Malaysia, Indonesien
1998 Russland
2001 Argentinien
II. Wechselkursanpassungen in Lettland
Lettischer Rubel >> Lats (internationales Kürzel: LVL) Korbwährung: (45%$, 29%Euro, 15% Yen, 11% british pound)
mit SDR=SZR (SonderZiehungsRechte) künstliche Referenzwährung des IWF
- 2005 WKM II = Wechselkursmechanismus II
Bekannt als 2 jährige Euro-Warteschleife, um sich der Wirtschaft der Euroländer anzugleichen (anhand Maastricht Kriterien und ökonomischer Kennzahlen)
= fester WK (1 EUR = 0,702804 LVL) mit +/- 1% Schwankungsbreite
III. Aufgabe 5.1 Frühindikatoren für Wechselkursanpassungen
- realer WK und Inflationsraten ungenau & manipulierbar, da Ermittlung repräsentativer und international vergleichbarer Warenkörbe sehr schwierig
- Risikoprämie vor den Krisen in Russland (1998) und Argentinien (2001) leicht angestiegen. Dennoch kann ein Anstieg der Risikoprämie nicht als Indikator für Wechselkurskrisen gesehen werden, da vor der Asienkrise (1997) diese von über 10% auf knapp unter 0% rutschte
- Staatsanleihen: negative Korrelation des Nettoangebots an Staatsanleihen und realem Wechselkurs (Trend). Steigt das Nettoangebot an Staatsanleihen steigt der reale Wechselkurs und die Währung wertet ab und umgekehrt (höhere Volatilität in den letzten Jahren bei monatlichen Daten)
- Zusammenfassung:
In der Literatur finden sich viele Indikatoren (Konjunkturdaten wie Alo-Statistik, Steuereinnahmen), Demoskopische Statistiken (IFO-Studien), Büromöbelbranche, Geldmenge M3, Kredite, Wirtschaftspolitik eines Landes, Prognosen neueste Theorien betrachten die Wechselwirkungen zw. einzelnen Indikatoren aber auch diese können Wechselkursanpassungen nicht genau vorhersagen
Heute gilt: Erfinde die Zukunft – das ist die sicherste Methode, sie vorherzusagen!
IV. Aufgabe: 5.2 Die Wahl des optimalen Währungsregimes
- Verflechtung Lettlands mit seiner Region über Verteilung der Direktinvestitionen und den Exportanteil (genauer über Branchenlupe)
Handelsbeziehungen von 1994 bis 2001 deutlich von Osten nach Westen verlagert (aktuell wieder Russland stärker als Handelspartner)
Direktinvestitionen von unter 50 Mio. US$ (1992) auf über 600 Mio. US$ (2004) deutlich gestiegen
- Offenheit (Außenhandelsquote): hohe Offenheit bei gleichzeitiger Abhängigkeit von der Außenwirtschaft (Energiepreise, Rohstoffe; Lettland ist Dienstleistungsland)
- Verhältniss terms of trade / realer effektiver Wechselkurs zur wirtschaftlichen Offenheit
Gleichgerichtete Entwicklung, d.h. real bewerteter Import/Export steigt in der Zeit in der das Land wirtschaftlich offen ist und umgekehrt
V. Ist der Beitritt Lettlands zur Währungsunion zu befürworten?
Pro
- Lettland schon seit 1993 an feste WK (wie im Euroraum) gebunden
- seit 2005 in Euro-Warteschleife (WKM II – stabile WK)
- hohe Offenheit
- relativ stabile Preise und Inflationsrate (um 2–3%)
- hohe Verflechtung mit EU (Direktinvestitionen., Know How aus EU; Exporte in EU)
- Transaktionskostensenkung (bei Währungstausch)
- Erhalt von EU Krediten, Subventionen, Förderungen
- hohes Wachstum aber auf Kosten einer Verschlechterung der LB -> Auslandsverschuldung
- Europa als Partner gegen Devisenspekulanten
- Abwertungswettlauf kann verhindert werden, durch feste WK
- Mehr Planungssicherheit für ausländische Investoren
Con:
- einseitige risikoreiche Abhängigkeit von der EU
- niedriger Löhne bei hohen Lebenshaltungskosten (Stärkerer Wettbewerbsdruck innerhalb der EU und auf dem Binnenmarkt)
- reale Entwertung von Transfereinkommen (Renten) und Löhnen
- Aufgabe der eigenen Zinspolitik (schwierig bei asynchronen Konjunkturzyklen), deswegen Einführung alternativer komplementärer Währungssysteme (Lokalwährungen)